Bank holt Geld zurück

8. September 2005, 15:01 Uhr

Ob falsche Überweisung oder unzulässige Abbuchung: In jedem Fall ist Eile geboten. Nicht immer kann die Bank das Geld problemlos zurückholen.

Überweisungen in Deutschland müssen innerhalb von drei Bankgeschäftstagen dem Konto des Empfängers gutgeschrieben werden©

Banken dürfen sich bei der Ausführung von Kundenaufträgen nicht unbegrenzt Zeit lassen. Es gelten gesetzliche Fristen, die 1999 mit dem Überweisungsgesetz in das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) eingefügt wurden. So müssen Überweisungen in Deutschland innerhalb von drei Bankgeschäftstagen dem Konto des Empfängers gutgeschrieben werden. Innerhalb des Kreditinstituts, etwa von einer Zweigstelle zur Hauptstelle, darf es nur zwei Tage dauern.

Für Überweisungen in EU-Länder gilt eine Frist von fünf Tagen. Kommen die Kreditinstitute diesen Verpflichtungen nicht nach, kann der Kunde für die Verspätung Schadenersatz verlangen, und zwar in Höhe von fünf Prozent über dem Basiszinssatz, aktuell also etwa sechs Prozent. Geht die Überweisung ganz verloren, kann der Überweisende bis zu einem Betrag von 12.500 Euro die Erstattung vom beauftragten Kreditinstitut verlangen.

Bei falschen Überweisungen so schnell wie möglich reagieren

Es gibt auch Fälle, wo Kunden eine Überweisung rückgängig machen wollen, etwa weil sie versehentlich einen falschen Geldbetrag angegeben haben. Dann müssen sie sich beeilen. In der Regel ist das nur an dem Tag möglich, an dem sie die Überweisung in der Bankfiliale abgegeben oder online überwiesen haben. Dann hat nämlich die so genannte Ausführungsfrist noch nicht begonnen und die Bank kann den Auftrag problemlos rückgängig machen.

Anders sieht es aus, wenn die Überweisung schon bei der Bank des Begünstigten angekommen ist. Ist der Geldbetrag erst einmal dem Konto des Empfängers gut geschrieben, ist es zu spät. Dann kann die Überweisung nicht mehr zurückgenommen werden. Überweiser und Empfänger müssen sich dann persönlich einigen.

Landet das Geld auf dem Konto eines völlig Fremden, so muss dieser den Betrag wieder herausgeben. Der Überweisende kann einen Herausgabeanspruch geltend machen, weil sich der Empfänger ungerechtfertigt bereichert hat. Das sollte er möglichst umgehend tun.

Ohne PIN-Nummer ist ein Storno problemlos möglich

Wer auf seinem Kontoauszug feststellt, dass unzulässigerweise ein Betrag von seinem Girokonto abgebucht wurde, braucht sich dagegen keine Sorgen um sein Geld zu machen. Bei falschen Abbuchungen vom Girokonto muss sich der Kontoinhaber nicht unbedingt mit dem Verursacher streiten. Er kann sie einfach rückgängig machen. Dazu muss er seine Bank innerhalb von sechs Wochen informieren. Die bucht die Überweisung wieder zurück.

Hat der Kontoinhaber seiner Bank eine Einzugsermächtigung erteilt, kann er der Lastschrift widersprechen, wenn er nicht mit ihr einverstanden ist. Das kann der Fall sein, wenn die volle Miete abgebucht wurde, der Kontoinhaber aber wegen Wohnungsmängeln seine Miete gekürzt hat. Auch hier sollte der Bankkunde innerhalb von sechs Wochen reagieren und seinen Widerspruch einlegen. Die Bank bucht dann den Betrag zurück, Gebühren fallen dafür nicht an.

Ähnlich verhält es sich bei Zahlungen, die der Kontoinhaber mit seiner EC-Karte tätigt. Hat er an der Kasse nur seine Unterschrift geleistet, aber nicht die PIN-Nummer eingegeben, kann die Bank die Zahlung innerhalb von sechs Wochen stornieren. Bei Zahlung mit EC-Karte und PIN-Nummer ist das dagegen nicht möglich.

Reiner Fischer/DDP

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