HOME

Die Zeit drängt

Arbeitnehmer müssen ihre neuen Freibeträge und Änderungen der Steuerklassen für das laufende Jahr bis Ende November beantragen. Dann kann sich die niedrigere Lohnsteuer bereits beim nächsten Gehalt auswirken.

Alle Jahre wieder können Arbeitnehmer bis zum 30. November noch neue Freibeträge und Steuerklassen für 2005 beantragen. Anträge auf Lohnsteuerermäßigung sind bei allen Finanzämtern oder unter der Internetadresse www.bundesfinanzministerium.de erhältlich. Geht der Antrag in diesem Monat ein, wirkt er sich günstig aufs Dezembergehalt aus, denn zum Jahresende kann der Arbeitnehmer so mehr Nettolohn kassieren. Statt einer Steuererstattung im nächsten Jahr ist die Steuerbelastung schon jetzt geringer. Zum Beispiel zahlt ein Arbeitnehmer mit einem neuen Freibetrag für sein Weihnachtsgeld weniger oder sogar gar keine Steuern.

Was den Pauschbetrag übersteigt

In das Antragsformular zur Lohnsteuerermäßigung sollten alle in diesem Jahr angefallenen Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnlichen Belastungen eingetragen werden, soweit sie die jeweiligen Pauschbeträge übersteigen. Der Freibetrag wird nach dem Abzug von Werbungskosten gewährt. Die anderen Ausgaben müssen mindestens 600 Euro betragen.

Als Werbungskosten kann jeder Arbeitnehmer 30 Cent für die Fahrt zwischen Wohnung und Arbeitsstätte angeben. Berücksichtigt werden auch Ausgaben für Bewerbung, Büromöbel, Computer, Fachbücher, andere Arbeitsmittel und Gewerkschaftsbeiträge. Von der Summe geht aber der Arbeitnehmerpauschbetrag von 920 Euro ab. Nur der Rest zählt, um die 600-Euro-Grenze zu überwinden.

Sonderausgaben nicht vergessen

Auch mit Sonderausgaben wie Spenden, Bildungskosten, Kirchensteuern und Unterhaltszahlungen können Arbeitnehmer diese Hürde meistern. Mit den Steuerklassen I und IV und einem monatlichen Bruttolohn von mindestens 3195 Euro reicht da schon die Kirchensteuer, erläuterte die Stiftung Warentest. Zu den außergewöhnlichen Belastungen zählen Krankheits-, Kur- oder nachgewiesene Pflegekosten für Angehörige. Davon geht vorher aber eine zumutbare Belastung ab. Für das Jahr 2005 beträgt sie beispielsweise für ein Ehepaar ohne Kind, dessen Einkünfte bis 51.130 Euro betragen, fünf Prozent von den Einkünften.

Auch wer in diesem Jahr selbstständige Handwerker oder Putzhilfen im Haushalt beschäftigte, kann die Kosten für deren Arbeitsleistung geltend machen. Bei Rechnungen bis 3000 Euro trägt das Finanzamt 80 Prozent als Freibetrag ein. Ebenso kann sich der Wechsel in eine andere Steuerklasse positiv auf das eigene Portemonnaie auswirken. Für die Änderung der Steuerklassen ist die Gemeinde zuständig. Der Bund der Steuerzahler empfiehlt Ehepartnern, die beide ein etwa gleich hohes Einkommen haben, die Steuerklassen-Variante IV/IV.

Steuerklasse III für Vielverdiener am besten

Die Kombination III/V ist dagegen für Ehepaare günstig, bei denen der eine mehr (ab 60 Prozent) und der andere weniger (ab 40 Prozent) des gemeinsamen Bruttoeinkommens einbringt. Je nach Abweichung von diesem Verhältnis ergeben sich fast immer Nachzahlungen oder Rückerstattungen. Ehegatten mit dieser Kombination müssen daher eine Einkommenssteuererklärung abgeben. Als Faustregel gilt, dass derjenige, der mehr verdient, mit der Steuerklasse III am besten fährt, so der Bund der Steuerzahler. Übrigens fällt das Arbeitslosengeld mit einer Steuerklasse V geringer aus als mit der Klasse III.

Reiner Fischer/DDP/DDP

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren