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14. Juni 2007, 16:47 Uhr

Banker verschob Geld an Arme

Reiche Kunden, arme Kunden: Ein leitender Bankangestellter hatte einen Sinn für ausgleichende Gerechtigkeit und verschob 2,1 Millionen Euro von den Gutbetuchten zu den Unbetuchten. Nun wurde der Mann zu knapp drei Jahren Haft verurteilt.

Pech für die Sparkasse Tauberfranken: Sie bleibt auf 64.000 Euro sitzen© Joerg Sarbach/AP

Ein ehemaliger leitender Bankangestellter hat eine Millionensumme zu Gunsten bedürftiger Kunden veruntreut und muss daher für zwei Jahre und zehn Monate hinter Gitter. Das Landgericht Mosbach (Baden-Württemberg) verurteilte den 45-Jährigen am Donnerstag wegen Untreue in 168 Fällen. Der Angeklagte legte vor Gericht ein umfassendes Geständnis ab: "Ich hatte Mitleid mit Arbeitslosen und sozial Schwachen und wollte ihnen helfen." Daher habe er die Gelder bestimmter Bankkunden auf Konten solcher Kunden verschoben, die an Geldmangel litten und keine Bankkredite mehr bekommen konnten.

"An Weihnachten 2005 war ich nahe daran, mir selbst etwas anzutun. Ich habe das seelisch nicht ertragen", sagte der Angeklagte. Kurz darauf informierte der Bankangestellte den Vorstand des Kreditinstituts über seine Geldschiebereien. Anfang Februar 2006 stellte er sich der Polizei. Dank seiner Mithilfe konnten von den verschobenen 2,1 Millionen Euro etwa 1,4 Millionen Euro ausgeglichen werden. Auf dem Restschaden von derzeit rund 640.000 Euro bleiben der Anklage zufolge nicht die Kunden sitzen, sondern die Sparkasse Tauberfranken.

Überblick über Schiebereien verloren

Nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft hatte der ehemalige leitende Bankangestellte auf verschiedene Arten über das Vermögen von Kunden verfügt. Beispielsweise habe er telefonisch auf Kundenkonten zugegriffen, ohne dass Einverständniserklärungen der Kontoinhaber vorlagen. Dadurch entstand ein Schaden von etwa 767.000 Euro.

"Ich habe nicht alles manipuliert", betonte der Angeklagte. Er habe teilweise auch mit Wissen der Kunden gehandelt. Allmählich habe er aber den Überblick über seine Geldschiebereien verloren. "Im Jahr 2005 war ich nur noch damit beschäftigt, die Sache zu vertuschen." Der Ex-Bankangestellte arbeitet derzeit als freiberuflicher Vermittler von Bausparverträgen und Versicherungen und zahlt monatlich 300 Euro an seinen früheren Arbeitgeber zurück.

DPA
 
 
 
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