. .
News am 21.11.2009
RSS Mobil Wetter stern.de Blogs Hefte
2. Juni 2008, 11:45 Uhr
Schriftgröße: A A A

18.880 Euro Schulden pro Bürger

Bund, Länder und Gemeinden stehen zusammen mit etwa eineinhalb Billionen Euro in der Kreide. Umgerechnet auf jeden Bürger bedeutet dies eine Verschuldung von knapp 19.000 Euro pro Kopf. In einigen Bundesländern sieht die Lage sogar noch schlimmer aus.

Das Geld rinnt dem Staat durch die Finger - pro Bürger ist er im Schnitt mit über 18.000 Euro verschuldet© Michael Kappeler/DDP

Die Verschuldung der öffentlichen Haushalte ist in Deutschland weiter gestiegen. Im vergangenen Jahr wuchs sie um 0,5 Prozent auf 1553,1 Milliarden Euro. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, standen Bund, Länder und Gemeinden pro Einwohner mit 18.880 Euro in der Kreide.

Davon entfiel der Löwenanteil von 11.637 Euro auf den Bund. Es folgten die Länder mit 5.898 Euro Schulden pro Kopf sowie die Gemeinden und Gemeindeverbände mit 1.447 Euro. Von den Bundesländern wiesen Bayern mit 3012 Euro und Sachsen mit 3648 Euro pro Einwohner die niedrigste Pro-Kopf-Verschuldung der öffentlichen Schulden auf, die regional zugeordnet werden können.

Die höchste Pro-Kopf-Verschuldung der Flächenländer wurde für das Saarland mit 10.907 und für Sachsen-Anhalt mit 9920 Euro je Einwohner ermittelt. Die Pro-Kopf-Werte der Stadtstaaten liegen wegen der hohen Infrastrukturkosten deutlich über denen der Flächenländer: Für Bremen betrug die Durchschnittssumme 21.894 Euro, für Berlin 16.783 und für Hamburg 12.300 Euro.

In der Mehrzahl der Länder hat die öffentliche Verschuldung 2007 nur geringfügig zugenommen oder war wie in sechs Bundesländern sogar rückläufig. Eine weitere Zunahme der öffentlichen Schulden war dagegen in Bremen, dem Saarland, in Rheinland-Pfalz, in Sachsen-Anhalt und in Nordrhein-Westfalen zu verzeichnen.

AP
KOMMENTARE (10 von 10)
 
Eisenbaer (03.06.2008, 19:27 Uhr)
@ganzbaf
Was glauben Sie, bei wem der deutsche Staat denn die Schulden hat? Wem er die Zinsen zahlt? Forschen Sie mal selbst ein bisschen nach und dann werden Sie selbst darauf kommen, wie viel Ihre "tollen" Vorschläge wert sind mit denen Sie uns täglich langweilen.
ganzbaf (02.06.2008, 17:57 Uhr)
Ich kenn keine Oma...

mit Aktienpakteten.
Ich - als Staat - würde mich selbst per Federstrich zu mind. 50% selbst entschulden und keinen Zinseszinsen mehr zahlen.
Wer wirklich dadurch Not leidet kann bei mir auch "Hartz 5" oder Arbeit zum guten Mindestlohn bekommen... ;.)
mr_s (02.06.2008, 17:30 Uhr)
kein Plan
Es wird keine Lösung für die Staatsverschuldung geben. Dieses Land - und vermutlich auch die gesamte Weltwirtschaft - wird demnächst mit Vollgas gegen die Wand knallen. Eine wirkliche Lösung des Problems wird überhaupt nicht gesucht. Momentan verdienen noch einige gut daran und versuchen, soviel wie möglich materielle Güter aufzuhäufen, in der Hoffnung, dass nach dem "Reset" des Weltsystem etwas davon übrig bleibt. Es lohnt sich also nicht, sich als "kleiner Mann" den Kopf darüber zu zerbrechen. Ändern kann man da sowieso nichts. Wer glaubt denn heute noch ernsthaft, dass die Demokratie DIE Regierungsform ist, bei der das Volk regiert? Der Diktator heisst heute Wirtschaft.
knilch_59 (02.06.2008, 16:18 Uhr)
@ganzbaf – der typische Irrtum
Ihr Schlagdochdieanderntot-Konzept trifft die ganz Reichen noch weniger als „die Mitte“. Die ganz oben haben nämlich noch die alternativen Investments in Aktien oder im Ausland, wären also von Ihrer Rasur nicht so stark betroffen. Aber die Lebensversicherung, die man zur Ergänzung seiner Rente vor Jahren abgeschlossen hat, kann man sich dann ins Klo hängen. Und „Omas Spargroschen“ wären auch fast völlig weg. Ihr Vorschlag zielt also auf eine völlige Abschaffung der Mitte zugunsten der Ober- und Unterschicht ab. Sie würde auch nichts daran ändern, dass es die Unterschicht gibt, die auf Transferleistungen angewiesen sind, aber dann ist keiner mehr da, der das bezahlen kann. Also – Gehirn neu booten – neuer Vorschlag!
ganzbaf (02.06.2008, 15:56 Uhr)
Nö...
"Diese Schulden nicht mehr zu bedienen würde..."
direkt die richtigen treffen! (-:
.
Nämlich die mit viel leistungslosen Einkommen / Anlagen.
knilch_59 (02.06.2008, 13:36 Uhr)
@Kralli19 und nicknorris
Kralli: wo hat der Staat die Schulden? jede Gebietskörperschaft erstellt einen Haushalt, in vielen Gemeinden gibt es dazu sogar was im internet-Auftritt. Ansonsten z.B: Wikipedia – Haushaltsplan. Ergibt der Haushalt eine Unterdeckung, wird das fehlende Geld am Kapitalmarkt über die Bundesbank und die Finanzagentur ausgeliehen. Gläubiger sind die Käufer solcher Staatsanleihen: Banken im Eigenhandel, Banken, Investmentfonds als Depotverwalter für Kunden, Versicherungsunternehmen (insbesondere für Lebensversicherungen), aber auch Privatleute direkt, und und und. Den Großteil des Staatshaushaltes schuldet also der Staat seinen Bürgern, nämlich denen, die wohlhabend genug sind etwas auf die hohe Kante zu legen. Diese Schulden nicht mehr zu bedienen würde also direkt nach hinten losschlagen.
.
Das Geld ist längst ausgegeben, verfrühstückt für Straßen, Dorfgemeinschaftshäuser, Schulsanierungen und –Neubauten, städtische Schwimmbäder und andere Zuschussbetriebe; vieles ist auch für persönliche Sozialleistungen an Bedürftige verbraucht worden: Kindergeld, Schülerbeförderung, Arbeitslosengeld 2, Sozialhilfe, …
.
Nicknorris: Klar wäre es schöner, wenn man die Schulden auf mehr Steuerzahler verteilen könnte und erstmal „die Wirtschaft ankurbelt“, bis die Arbeitslosen von der Straße sind. Aber leider sind alle (!) derartigen Konzepte in den letzten 40 Jahren nicht aufgegangen, sondern haben immer mit noch mehr Schulden geendet. Dieser theoretische Ansatz scheint also in der Praxis nicht zu funktionieren, jedenfalls nicht bei uns. Merkwürdigerweise haben wir den Wiederaufbau nach dem Krieg in 20 Jahren ohne größere Schulden bewältigt, die heutigen Schulden sind erst seit 1969 entstanden und wachsen rasant an – sogar ohne die Wiedervereinigung hatten wir schon genug davon und auch vor 1990 ohne Aussicht auf Besserung!
.
Es braucht also neue Ideen – bitte konstruktive und realistische Vorschläge!
nicknoris (02.06.2008, 13:02 Uhr)
Ja, Ja die bösen Staatsschulden
und die guten Schulden der Wirtschaft, auch schlappe 2,5 Billionen.
Für beide Schulden fallen Zinsen an, Staatsschuldenzinsen zahlen die Steuerzahler, Wirtschaftsschuldenzinsen die Kunden und die Mitarbeiter (Lohndumping).
Natütlich sind die Staatsschulden hoch genug und müssen in Zeiten der Prosperität zurückgeführt werden. Aber nicht heute bei 5 Millionen Arbeitslosen (offen und verdeckt)und einer kaputten Binnenwirtschaft. Heute müssen drei Millionen Arbeitsplätze geschaffen werden und erst dann kann aus deren Steuern und Abgabenrückflüssen an die HH-Sanierung gegangen werden.
Aber das werden Merkel, Steinbrück und Glos nie begreifen
kralli19 (02.06.2008, 12:55 Uhr)
Soso
Würd´ mich mal interessieren, wie die Einzelposten dann so aussehen, wo sich meine Kommune für mich verschuldet ! Und vor allem, WEM schuldet sie das Geld ? Sich selbst ? Den Banken, die dem Staat gehören ?
knilch_59 (02.06.2008, 12:03 Uhr)
In der Demografiefalle
Diese Schulden sind asozial – wir müssen dringend davon runter, schon fast „koste es, was es wolle“!
.
In den nächsten 40 Jahren wird die Bevölkerung in D. drastisch schrumpfen und damit die Pro-Kopf-Schuldenlast weiter ansteigen – selbst ohne neue Schulden! Leider ist damit für Steuererleichterungen kein Platz, schon gar nicht für CSU- oder FDP Wahlkampfgeschenke – Herr Steinbrück, bleiben Sie bitte stur!
.
Und man muss auch immer sehen, wer von Staatsschulden profitiert: Das sind diejenigen, die Geld zum Anlegen übrig haben, weil man die Zinsen aus den Staatsanleihen kassiert. Auch ein HartzIV-Haushalt trägt die Schulden mit, bei 3 Personen mit knapp 57.000 €. Wer dieses Geld dem Staat geliehen hat (Staatsanleihen, Rentenfonds, Lebensversicherungen, ..), bekommt dafür garantierte monatliche Einnahmen von rund 180,- € monatlich. Staatsschulden in unserer Höhe bewirken schon fast zwanghaft eine Umverteilung nach oben.
.
Diese Einsicht tut weh – niemand zahlt gerne Steuern. Aber wir sollten uns darüber im Klaren sein, dass jede Senkung der Steuerlast die Hypothek auf dem Rücken unserer (paar wenigen) Kinder noch vergrößert. Es wird Zeit, dass unser Staatshaushalt nicht nur ausgeglichen wird, sondern dass wir auch endlich damit anfangen ordentlich zu tilgen. Gesucht: ein „gerechtes“ Konzept, das uns dauerhaft aus der Schuldenwirtschaft bringt. Was soll besteuert werden? Einkommen? Besitz / Vermögen / Erbschaft (Kfz-Steuer, Grundsteuer, Vermögensteuer, …)? Oder Verbrauch (Mineralöl / Mehrwertsteuer, …)
.
Ich vermisse von allen Parteien darauf eine Antwort, weil sich hierin die wahre Konzeptionslosigkeit unserer heutigen Politikergeneration zeigt! Kommt endlich in die Puschen!
ganzbaf (02.06.2008, 11:51 Uhr)
Von Afrika lernen...

heißt Siegen lernen (-:
.
Schuldenlast auf max. 50% storniern und keine Zinsen mehr zahlen. Basta (O;
Sollen die Gläubiger doch Deutschland verklagen. Entschuldung ist machbar Herr NAchbar.
MEHR ZUM ARTIKEL
In der Schuldenfalle 40 Gläubiger - und kein Ausweg?

Kaum volljährig, aber schon mit 9400 Euro im Minus: Die Lage bei Benjamin W., über den stern TV bereits im vergangenen Jahr berichtete, hat sich zugespitzt. Der Azubi stehe mit einem Bein im Gefängnis, sagt sein Schuldnerberater. Er habe nur noch eine Chance. mehr...

Überschuldung Wenn Schulden krank machen

Geld macht nicht glücklich, heißt es. Doch Schulden bereiten vielen Leuten schlaflose Nächte und stressige Tage. Sie machen sogar krank: seelisch und körperlich. Sozialmediziner fordern daher gezielte Prävention und kostenlose Arztbehandlungen und Medikamente für Betroffene. mehr...

Finanznot Wege aus der Schuldenfalle

Deutschland, Schuldenland: Mehr als drei Millionen Privathaushalte sind in akuter Finanznot, die Beratungsstellen hoffnungslos überlastet. stern TV zeigt Wege aus der Schuldenfalle. mehr...

MEHR ZUM THEMA
powered by wefind WeFind
 
Parnerangebot Zinsen — der große Unterschied
Zinsen — der große Unterschied Bank ist nicht gleich Bank

Wollen Sie Ihrer Bank Geld schenken? Oder lieber die besten Zinsen sichern? mehr

 
 
 
 
Aktuelle Extras
 
Adobe Flash Player

 
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Günther Jauch
sternTV - Information und Unterhaltung mit Günther Jauch

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...