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Was Sie beim Geldleihen per Internet beachten müssen

Statt von der Bank leihen sich immer mehr Leute auf Online-Plattformen Geld von Privatpersonen. Ohne Bank profitieren beide Seiten von günstigen Zinsen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

  Immer mehr Deutsche nehmen einen Kredit online auf. Die Konditionen verbergen sich jedoch oft im Kleingedruckten

Immer mehr Deutsche nehmen einen Kredit online auf. Die Konditionen verbergen sich jedoch oft im Kleingedruckten

Immer mehr Menschen nehmen im Netz einen Kredit auf - oder verleihen dort Geld. Längst besteht die Gemeinde der Web-Banker nicht mehr nur aus einer Handvoll Internetfreaks, sondern aus ganz normalen Bürgern auf der Suche nach einem günstigen Darlehen. "Social Lending" heißt das Phänomen, das 2005 in Großbritannien aufkam. Der größte deutsche Anbieter, die Kreditplattform Smava, nahm 2007 den Betrieb auf.

Neues Auto, die eigene Firma oder eine Badezimmerrenovierung - wer solche Dinge finanzieren möchte, braucht oft einen Kredit. In unsicheren Zeiten spielen Banken aber oft nicht mit, sie verlangen hohe Zinsen oder wahnwitzige Sicherheiten. Hier können die Peer-to-Peer-Kreditportale helfen.

Bestenfalls erhalten die Kreditnehmer dabei ein günstigeres Darlehen als bei der Bank. Umgekehrt bekommen Anleger für ihr Geld mehr Zinsen. Doch es droht auch das Risiko, dass Schuldner einen Kredit nicht zurückzahlen können. stern.de erklärt, worauf Sie beim Online-Kredit achten müssen.

Welche Anbieter gibt es?

In Deutschland sind vor allem zwei Portale auf dem Markt: Smava und Auxmoney. Sie funktionieren für Kreditnehmer sehr ähnlich, kosten aber unterschiedlich viel. Die Verbraucherschützer von "Finanztest" warnen immer wieder vor Auxmoney: Mit so genannten Zertifikaten und Einstellgebühren verlange dieser Anbieter auch dann viel Geld, wenn gar kein Kredit zustandekomme - und längst nicht jeder Suchende bekommt auch genug Angebote.

Wer kann sich Geld leihen?

Generell jeder - ob jemand für ein privates Projekt oder für sein Geschäft Geld will, spielt keine Rolle. Entscheidend ist die Bonität: Wer einen Kredit will, muss Smava etwa Einkommensnachweise oder Kontoauszüge zeigen. Anhand derer überprüft das Portal, ob der Interessent in der Lage ist, den Kredit zu schultern. Zusätzlich fragt es bei der Schufa nach der Bonität - nur Kreditsuchende bis zur Risikoklasse H werden zugelassen. A bedeutet, dass der Kunde das Geld sehr wahrscheinlich zurückzahlt, in der Klasse H fallen laut Smava rund 15 Prozent der Kredite aus. Die Prüfung soll für die Geldgeber sicherstellen, dass nicht reihenweise Kredite ausfallen und sie viel Geld verlieren. Die Portale sind also keine Ersatz-Bank für Menschen, die anderswo ihre Kreditwürdigkeit verspielt haben.

Wie funktioniert der Kredit?

Wer Geld braucht, meldet sich beim Portal an und bestätigt seine Identität mit dem Postident-Verfahren, legt also seinen Personalausweis in einer Postfiliale vor. Die Bonitätsprüfung läuft dann je nach Kreditsuchendem unterschiedlich ab. Für Angestellte genügen bei Smava die Einkommensnachweise, Selbstständige müssen auch Unterlagen wie eine betriebswirtschaftliche Auswertung oder eine Gewinnermittlung vorlegen. Wenn Smava grünes Licht gibt, beschreibt der Kunde sein Projekt. Daraufhin geben interessierte Investoren Gebote ab, meist in Höhe von einigen hundert Euro. Gehen genug Gebote ein, wird das Geld ausgezahlt. Die Höchstsumme für einen Kredit beträgt 50.000 Euro.

Sind die Zinsen tatsächlich günstiger als bei der Hausbank?

Oft, aber nicht zwangsläufig. Einzige Lösung: nachfragen. Es kann sich lohnen, bei der Hausbank oder einem anderen Institut vorzusprechen. Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg rät allerdings, die Banken nur eine so genannte Konditionenanfrage bei der Schufa einholen zu lassen. Denn Anfragen für ein konkretes Kreditangebot verschlechtern unter Umständen die Bonitätsklasse bei der Schufa - dann wird auch ein Kredit bei den Privatportalen teurer.

Wie sieht es, bei Zahlungsschwierigkeiten aus?

Wie bei jedem anderen Kredit - auf den Schuldner kommt das zu, was im Vertrag vereinbart worden ist. Das heißt etwa im Falle von Smava: Fallen die Zahlungen aus, verkauft das Unternehmen den Schuldschein an eine Inkassofirma, um den Gläubigern zumindest einen Teil des investierten Geldes zu sichern. Was dann passiert - etwa eine gütliche Einigung oder ein Gerichtsverfahren - liegt in der Hand des Inkassounternehmens. Wer das trotz einer schwierigen Finanzlage abwenden will, kann nur auf Kulanz hoffen. Smava schreibt auf seiner Internetseite: "Bei Zahlungsschwierigkeiten stehen wir immer für ein offenes Gespräch zur Verfügung."

pen/AFP/AFP
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