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So funktioniert die Riester-Rente

Welche Voraussetzungen muss man fürs Riestern erfüllen? Mit welchem Vertrag erzielt man die höchsten Renditen? Alles was Sie über Riester wissen müssen – hier sind die wichtigsten Fakten.

Riester-Rente

Die Riester-Rente kann sich lohnen - doch nicht unbedingt für jeden Arbeitnehmer. Zwar kann man bei keinem anderen Modell stärker von staatlicher Förderung profitieren. Doch aus "Riestern" ist auch für die Konzerne ein großes Geschäft geworden. Die Anbieter verdienen kräftig mit - auf Kosten der Rendite des Sparers. Wenn Sie trotzdem das Riester-Sparen erwägen, kommen Sie deshalb nicht umhin, sich mit den Details zu beschäftigen - um die für Sie richtige Variante und das beste Angebot zu finden.
In der Übersicht haben wir die wichtigsten Fakten für den ersten Überblick zusammengefasst. Lesen sollten Sie auch unsere Berichte über das

Wer kann mitmachen?

Jeder Arbeitnehmer und Berufsauszubildende, der Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung zahlt, kann von der Riester-Förderung profitieren. Daneben sind auch folgende Personengruppen förderberechtigt: - Behinderte Beschäftigte anerkannter Werkstätten
- Beamte, Richter, Soldaten, Landwirte
- Amtsträger (z.B. Notare oder Minister)
- Bezieher von Arbeitslosen-, Kranken-, Verletzten- oder Übergangsgeld
- Bezieher einer Erwerbsminderungsrente oder einer Beamtenversorgung wegen Dienstunfähigkeit
- Bezieher von Vorruhestandsgeld
- Kindererziehende (für die Dauer der Kindererziehungszeit)
- geringfügig Beschäftigte, die sich nicht von ihrer Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung haben befreien lassen
- Menschen im Freiwilligen Wehrdienst und Bundesfreiwilligendienst
- rentenpflichtversicherte Selbstständige
- Menschen, die einen Pflegebedürftigen nicht erwerbsmäßig mindestens 14 Stunden pro Woche zu Hause pflegen Wenn der Ehepartner förderberechtigt ist und selbst riestert, kann man ebenfalls die Förderung beantragen, auch wenn man nicht zu den oben genannten Personenkreisen gehört.

Wer darf nicht "Riestern"?

Ausgeschlossen von der Riesterförderung sind: - Studenten, die nicht rentenversicherungspflichtig sind
- Selbstständige, die nicht rentenversicherungspflichtig sind
- geringfügig Beschäftigte, die der Zahlung an die gesetzliche Rentenversicherung widersprochen haben
- Pflichtversicherte in Einrichtungen der berufsständischen Versorgung
- Personen, die bereits in Rente sind

Wie funktioniert die Riester-Rente?

Man schließt bei einem Riester-Anbieter, etwa bei einer Bank oder einer Versicherung, eine Art Sparvertrag ab und zahlt bis zum Rentenbeginn Beiträge. Die Höhe der Eigenleistung kann man - in einem gewissen Rahmen - selbst bestimmen und jederzeit ändern. Je mehr man spart, desto höher fallen die staatlichen Zulagen aus. Das angesparte Kapital erwirtschaftet natürlich auch eine Rendite, Zinseszins-Effekte kommen zum Tragen. So kann mit ein paar Hundert Euro Sparleistung im Jahr ein Riester-Vermögen von mehreren Zehntausend Euro erwirtschaftet werden. Gleichwohl: Die Wahl des Riester-Vertrages will gut überlegt sein. Schließlich soll er viele Jahre laufen - ein vorzeitiger Wechsel oder Ausstieg ist oft mit Kosten verbunden.

Welche Varianten gibt es?

Es gibt drei Hauptvarianten der Riester-Altersvorsorge: 1. das Fondssparen, das besonders jüngeren Einsteigern unter 40 Jahre empfohlen werden kann, 2. die Riester-Versicherungen und 3. das Banksparen, das vor allem für ältere Sparer ab 45 Jahre eine gute Wahl ist. Jede Variante hat ihre Vor- und Nachteile, je nach Lebenssituation und Bedürfnissen des Sparers. Aber eines ist allen Riester-Modellen gemeinsam: die staatliche Förderung. Hier finden Sie alle wichtigen Informationen zum Fondssparen, über die Versicherungen und zum Banksparen. Daneben gibt es seit Ende 2008 auch noch eine Variante für die Eigenheim-Finanzierung, den sogenannten "Wohn-Riester". Diese Sparform ist zwar reichlich kompliziert konstruiert, kann sich aber sehr lohnen. Dazu gibt es hier mehr Infos. Achtung: Viele Anbieter haben noch eine Zwittervariante im Angebot - die sogenannte fondsgebundene Versicherung. Davon sollte man in jedem Fall die Finger lassen - warum, das lesen Sie hier.

Welche staatlichen Förderungen gibt es?

Bei jeder Riester-Variante - ob Fonds, Versicherung oder Banksparen - ist die staatliche Förderung die gleiche. Sie setzt sich zusammen aus direkten Zulagen und aus Steuerersparnissen. Die Zulage kann für einen Arbeitnehmer bis zu 154 Euro im Jahr betragen. Für jedes Kind, für das Anspruch auf Kindergeld besteht, bekommt der Riester-Sparer zusätzlich bis zu 185 Euro. Für nach dem 31.12.2007 geborene Kinder legt Vater Staat sogar je 300 Euro drauf. Wer noch unter 25 Jahren bei Vertragsabschluss ist, erhält außerdem einmalig einen sogenannten Berufseinsteigerbonus in Höhe von 200 Euro. Berechnet und zunächst an die Anbieter der Riester-Produkte überwiesen werden diese Zulagen übrigens von einer Behörde in Brandenburg an der Havel: Dort sitzt die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen, kurz ZfA. Außerdem können die Sparbeträge von der Steuer abgesetzt werden. Anrechenbar ist ein Betrag von bis zu 2100 Euro jährlich. Allerdings: Von der Steuerersparnis wird der Anspruch auf Zulagen wieder abgezogen. Das verringert die steuerlichen Effekte vor allem, wenn die Zulagen verhältnismäßig hoch ausfallen, etwa bei vielen Kindern. Deutlichere Steuererleichterungen können zum Beispiel alleinstehende Besserverdienende erreichen - die dafür allerdings auch einen entsprechend höheren Eigenbeitrag in ihren Riester-Vertrag leisten müssen. Das Finanzamt prüft in jedem Fall, ob der Steuervorteil höher ist als die individuelle staatliche Zulage. Ist dem so, wird die Differenz durch eine Steuerrückzahltung erstattet. Übrigens: Steuervorteile, die sich in der Ansparphase ergeben, holt sich der Staat später zum Teil wieder zurück. Denn in der Auszahlungsphase wird die Riester-Rente zu 100 Prozent mit dem individuellen Steuersatz besteuert. Eine Riester-Rente von 150 Euro monatlich beispielsweise erhöht das steuerpflichtige Jahreseinkommen dann um 1800 Euro. Jeder Riester-Sparer darf aber zu Rentenbeginn 30 Prozent der angesparten Summe als Einmalbetrag entnehmen. Wer mehr will, muss die erhaltenen Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen.

Was ist der Mindesteigenbeitrag?

Um die vollen staatlichen Zulagen zu erhalten, muss der Riester-Sparer im Jahr mindestens 4 Prozent seines Vorjahresbruttoeinkommens einzahlen - höchstens jedoch 2100 Euro. Die Zulagen werden dabei eingerechnet. Dies ist sein Mindesteigenbeitrag, er kann natürlich auch mehr einzahlen, bekommt dafür aber keine weiteren Zulagen. Wer dagegen weniger als vier Prozent des Einkommens spart, erhält entsprechend geringere staatliche Zulagen. Wird also beispielsweise nur die Hälfte des Mindesteigenbeitrags eingezahlt, fließt auch nur die Hälfte der staatlichen Förderung.

Was ist der Sockelbetrag?

Riester-Sparer müssen mindestens 5 Euro monatlich in ihren Vertrag einzahlen, also 60 Euro im Jahr. Dies ist der sogenannte Sockelbetrag. Er ist nicht zu verwechseln mit dem oben erläuterten Mindesteigenbeitrag, den der Sparer leisten muss, um die maximale Förderung zu bekommen. Das heißt: Auch Sparer mit hohem Einkommen können schon mit 60 Euro pro Jahr "riestern", bekommen dann aber nicht die vollen Zulagen, da sie ja nicht den errechneten Mindesteigenbeitrag zahlen. Andererseits müssen auch Riester-Sparer mit sehr geringem Einkommen mindestens 60 Euro jährlich zahlen - selbst wenn ihr errechneter Mindesteigenbeitrag unter dieser Summe liegt. Ausgenommen von dieser Regelung waren früher die sogenannten mittelbar zulagenberechtigten Riester-Sparer - also solche, die zwar selbst nicht förderberechtigt sind, aber mit einem förderberechtigten Partner verheiratet sind. Diese Gruppe bekam die staatlichen Zulagen ganz ohne Eigenbetrag. Seit Anfang 2012 müssen nun auch mittelbar zulagenberechtigte Riester-Sparer den Sockelbetrag von 60 Euro im Jahr zahlen.

Kann man die Sparbeiträge verändern?

Ob erhöhen oder verringern: Jederzeit kann ein Riester-Sparer seine Beiträge verändern - oder sie sogar ganz aussetzen. Wohlgemerkt: Das hat natürlich Einfluss auf die Höhe der staatlichen Zulagen und die Steuerersparnis. Eventuell können bei einer Veränderung der Sparquote einmalige Kosten anfallen. Das hängt vom Vertrag ab und sollte unbedingt vor Abschluss überprüft werden. Wer mehr als den staatlich geförderten Mindesteigenbeitrag einzahlen will, sollte vorher den Rat eines Steuerberaters einholen.

Was muss man tun, um die Förderung zu erhalten?

Die staatliche Förderung gibt es nur für zertifizierte, vom Staat anerkannte Riester-Anlagen; der Vertrag muss eine Prüfnummer und einen Verweis auf die Zertifizierung enthalten. Nach Abschluss fließen aber die staatlichen Zulagen nicht von allein: Dafür müssen Sie rechtzeitig einen Antrag einreichen. Die Unterlagen dafür gibt es gewöhnlich vom Anbieter. Achtung: Die Zulagen müssen jedes Jahr aufs Neue beantragt werden. Sie können aber Ihren Anbieter bevollmächtigen, dies automatisch zu erledigen. Dafür muss ein entsprechender Dauerzulagenantrag ausgefüllt werden. Wichtig: Sollten sich Ihre Verhältnisse ändern - etwa weil Sie arbeitslos geworden sind, mehr Geld verdienen oder ein Kind bekommen haben - müssen Sie dies dem Anbieter mitteilen. Denn: Eventuell zu viel gezahlte Zulagen fordert der Staat im ungünstigsten Fall zurück. Unter bestimmten Voraussetzungen haben Riester-Sparer aber die Möglichkeit durch entsprechende Nachzahlungen die Zulagen zu erhalten. Auch um die Steuerersparnis müssen Sie sich natürlich selbst kümmern. Um die Sonderausgaben geltend zu machen, muss man bei der Jahreseinkommenssteuererklärung die Anlage AV ausfüllen.

Wer profitiert am stärksten von der staatlichen Förderung?

Am stärksten profitieren Geringverdiener und Familien. Bei ihnen fällt die Förderquote besonders hoch aus, also der Anteil der staatlichen Zulagen am gesamten Sparvermögen. Verbraucherschützer empfehlen vor allem dieser Gruppe, einen Riester-Vertrag abzuschließen. Wer mehr verdient, ist mit anderen Formen der Geldanlage oft besser beraten. Ein paar Beispielrechnungen: Ein Alleinverdiener mit einem Jahreseinkommen von 50.000 Euro muss insgesamt 2000 Euro (vier Prozent seines Einkommens) in den Riester-Vertrag fließen lassen, um die maximale Förderung über 154 Euro zu bekommen. Weil die Zulage angerechnet wird, muss er 1846 Euro pro Jahr selbst aufbringen. 2000 Euro - 154 Euro = 1846 Euro. Die staatliche Förderquote beträgt 7,7 Prozent. Hat dieser Riester-Sparer zwei Kinder (vor 2008 geboren), reduziert sich der Betrag auf 1476 Euro pro Jahr. Denn pro Kind erhält er eine Zulage von 185 Euro. 2000 Euro - 154 Euro - 185 Euro - 185 Euro = 1476 Euro. Förderquote: 26,2 Prozent. Ein Alleinverdiener mit einem Jahreseinkommen von 20.000 Euro muss für die maximale Zulage 646 Euro selbst aufbringen (Förderquote: 19,25 Prozent); mit zwei Kindern sogar nur 276 Euro (Förderquote: 65,5 Prozent). Auch Kindererziehende ohne sozialversicherungspflichtiges Einkommen können riestern. Sie müssen lediglich den festgelegten Sockelbetrag sparen, also 5 Euro pro Monat. Eine Mutter mit zwei Kindern, die nichts verdient, erhält so 524 Euro staatliche Zulagen, während sie nur 60 Euro pro Jahr aufbringen muss. Förderquote: 89,73 Prozent. Zu beachten sind allerdings noch Kosten und Gebühren, die je nach Vertrag unterschiedlich hoch ausfallen. Sie können die Förderquote im Einzelfall stark verringern.

Wie sicher sind Riester-Anlagen?

Alle Riester-Varianten eint: Zu Rentenbeginn werden auf jeden Fall die selbst eingezahlten Beiträge und die staatlichen Zulagen garantiert. Dazu kommen noch die Renditen, die je nach Variante unterschiedlich hoch ausfallen - aber nicht garantiert sind. Außerdem sind staatlich geförderte Riester-Verträge während der Ansparphase pfändungssicher. (Ausnahme: Beiträge, die über dem Mindesteigenbeitrag liegen.) Wichtig ist aber zu wissen, dass die Riester-Anbieter den Vertrag mit Abschluss- und Verwaltungskosten belasten. Und die können gerade bei Versicherungen immens sein - und sind leider für den Laien oft undurchschaubar.

Wie hoch sind die garantierten Renditen?

Eine garantierte Rendite gibt es nur bei Riester-Versicherungen: Bis Ende 2001 betrug der Garantiezins auf das Sparvermögen 2,25 Prozent. 2012 wurde er auf 1,75 Prozent pro Jahr gesenkt, Anfang 2015 soll er auf 1,25 Prozent sinken. Dieser Garantiezins gilt aber nur für Neuverträge. Der Garantiezins ist ein Höchstzins - er besagt also nur, bis zu welcher Höhe der Versicherer dem Kunden eine Garantie bieten darf. Theoretisch könnte ein Versicherer also auch einen geringeren Zins zusagen. Das tut aber niemand. Denn der Wettbewerbsdruck der Branche zwingt die Anbieter, sich an den Garantiezins zu halten. Einmal garantiert, ändert sich dieser Satz nicht - nicht wenn das allgemeine Zinsniveau sinkt, aber leider auch nicht, wenn es steigt. Außerdem wird der Garantiezins nur auf den Sparanteil gewährt, heißt also auf die Einzahlung des Sparers abzüglich Abschluss- und Verwaltungskosten und eine Risikoprämie für den Hinterbliebenenschutz. Über die Verzinsung des Sparanteils hinaus gewähren die Anbieter noch laufende Überschussbeteiligungen. Diese fielen in der jüngsten Vergangenheit wegen der Turbulenzen an den Kapitalmärkten aber immer geringer aus. Auch die sogenannte Schlussüberschussbeteiligung am Ende der Einzahlphase ist nicht garantiert, kann also wegfallen. Die Rendite bei Fonds hängt natürlich maßgeblich von der Entwicklung der Börsen und Anleihenmärkte ab - und vom Geschick der jeweiligen Fondsmanager. Garantiert ist hier keinerlei Gewinn. Auf lange Sicht (mindestens zehn Jahre Fondssparen) ist die Chance auf einen attraktiven Wertzuwachs aber hier am größten. Auch beim Banksparen gibt es keine festgelegte Rendite. Die Anbieter richten die Zinsen, die sie dem Kunden gewähren, mehr oder weniger eng an der Entwicklung des allgemeinen Zinsniveaus aus.

Kann man mehrere Verträge abschließen?

Rentenverträge kann man natürlich so viele abschließen, wie man will. Aber die staatlichen Förderung gibt es für nur für zwei Riester-Verträge, auf die man die Zulagen verteilen kann.

Kann man später den Anbieter wechseln?

Grundsätzlich schon, das ist allerdings - je nach Variante - mit zum Teil erheblichen Kosten verbunden und bedeutet mitunter ein Verlustgeschäft. Teuer ist der Wechsel insbesondere bei der Riester-Rentenversicherung, weil der Versicherer die Abschlusskosten für die gesamte Laufzeit auf die ersten fünf Vertragsjahre verteilt. Kündigung und Wechsel des Anbieters lohnt sich also nur sehr schnell nach dem Abschluss und nicht später nach einigen Jahren, wenn bereits die vollen Abschlusskosten verrechnet wurden. Mit dem Altersvorsorge-Verbesserungsgesetz, das Mitte 2013 in Kraft getreten ist, hat der Gesetzgeber die Wechselkosten begrenzt. Beim alten Anbieter werden die Kosten auf maximal 150 Euro gedeckelt, der neue Anbieter darf maximal 50 Prozent des übertragenen Kapitals für die Berechnung der Abschluss- und Vertriebskosten heranziehen. Eine Alternative für Kunden, die mit ihrem Anbieter unzufrieden sind: Sie können den Vertrag ruhen lassen und zusätzlich einen neuen abschließen. Gefördert werden bis zu zwei Riester-Verträge, auf die der eigene Zulagenanspruch verteilt werden kann. Aber: Mit großer Sicherheit verlangt auch der neue Anbieter Abschlusskosten. Besitzer eines Fonds-Sparplans wechseln am besten in guten Börsenjahren - dann bringt das Investment einen besseren Preis.

Kann man einen Riester-Vertrag komplett kündigen?

Das ist möglich, aber es droht ein Verlustgeschäft. Denn sämtliche staatlichen Zulagen und Steuerersparnisse müssen dann zurückgezahlt werden. Zusätzlich können Stornokosten anfallen, außerdem erhält man bereits gezahlte Kosten zum Beispiel für den Abschluss nicht zurück. So gilt auch hier: Vertrag lieber ruhen lassen.

Ab wann wird die Riester-Rente ausgezahlt?

Wer bis Ende 2011 einen Riester-Vertrag abgeschlossen hat, kann sich seine Rente ab Vollendung des 60. Lebensjahrs auszahlen lassen. Für Neuverträge ab 2012 gilt: Die Auszahlung beginnt nicht vor dem 62. Lebensjahr.

Bis zu welchem Alter wird die Rente ausbezahlt?

Egal wie alt Sie werden - die Riesterrente wird bis zum Lebensende bezahlt. Allerdings gehen die Anbieter in ihren Berechnungen meist von einer extrem hohen Lebenserwartung aus - entsprechend reduziert sich die monatliche Rente.

Wie vererbt man eine Riester-Rente?

Die Riester-Rente ist zwar vererbbar - aber mit Einschränkungen. Nur der (dauerhaft nicht getrennt lebende) Ehegatte des verstorbenen Riester-Sparers darf das angesparte Guthaben inklusive staatlicher Zulagen und steuerlicher Förderung übernehmen. Dafür muss er es in einen eigenen Riester-Vertrag übertragen. Alle anderen Erben müssen im Regelfall die staatliche Förderung zurückzahlen und die Erträge nachträglich versteuern. Um ihre Erben abzusichern, müssen Inhaber einer Riester-Rentenversicherung außerdem besondere Konditionen vereinbaren. Mehr Infos dazu finden Sie hier. Bank- und Fondssparpläne können bis zum 85. Lebensjahr meist relativ problemlos vererbt werden. Danach ist aber die Umwandlung in eine lebenslange Rente Pflicht - das Geld fließt dazu in eine Versicherung. Vererbt werden kann dann nur noch, wenn eine entsprechende Rentengarantiezeit oder ein Hinterbliebenenschutz vereinbart wurden. Und solche Vertragsklauseln haben wiederum ihren Preis.

Welche Nachteile hat die Riester-Rente?

Eins ist klar: Bei keinem anderen Modell der privaten Altersvorsorge bekommt man mehr direkte und indirekte staatliche Förderung als bei der Riester-Rente. Viele Regelungen können aber auch ein Nachteil sein. Mehr Infos dazu finden Sie hier. Ein Kapitel für sich sind die Tricks der Berater und die Fallstricke der Verträge. Worauf Sie vor Abschluss eines Vertrags achten sollten, lesen Sie hier.

frk/söw