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Wo Sie im Erbfall Hilfe finden

Vom handschriftlichen Testament bis zum notariell beglaubigten Erbvertrag: Wir erklären Ihnen, wie und wo Sie kompetente Hilfe finden.

  Kompetente Beratung kostet Geld. Informieren Sie sich deshalb im Vorfeld ausführlich

Kompetente Beratung kostet Geld. Informieren Sie sich deshalb im Vorfeld ausführlich

Schritt 1: Vorbereitung

Die erste Möglichkeit: das einfache Testament, handschriftlich formuliert, mit Ort, Datum und Unterschrift. Genau so angelegt ist das "Berliner Testament" von Ehepaaren. Es macht erst den anderen Partner und nach dessen Tod die gemeinsamen Kinder zu Alleinerben. Vorteil ist die gegenseitige Absicherung. Nachteil: Das Erbe wird zweimal versteuert, und Freibeträge werden verschenkt. Wer unsicher ist, kann sich sein Testament auch vom Notar aufsetzen lassen. Das kostet je nach Wert zwischen zehn und einigen hundert Euro. Außerdem gibt es noch den Erbvertrag vor einem Notar. Er dient der gegenseitigen Absicherung oder Verpflichtung, etwa zur Mitarbeit im Familienbetrieb. Am sichersten aufbewahrt sind Testament und Erbvertrag bei der Nachlassabteilung des Amtsgerichts, von dort werden die Erben im Todesfall benachrichtigt. Die Kosten hängen vom Vermögenswert ab. Wollen Sie Ihr Testament irgendwann widerrufen, brauchen Sie das notarielle bloß beim Amtsgericht wieder abholen; das handgeschriebene muss vernichtet oder durch ein neues Testament ersetzt werden. Ein Erbvertrag kann nur einvernehmlich gelöst werden.

Schritt 2: Information

Schon für Testament oder Erbvertrag sollten Sie sich informieren, erst recht später beim Erben. Das Deutsche Forum für Erbrecht etwa bietet Veranstaltungen, eine Schriftenreihe und ein Internetforum, jedoch keine Rechtsberatung: 089-260 52 07 oder www.erbrechtsforum.de. Erbrechtsexperten vermittelt Ihnen die Deutsche Vereinigung für Erbrecht und Vermögensnachfolge: 07265-91 34 14 oder www.dvev.de.

Schritt 3: Erben

Der Nachlass wird nach Testament, Erbvertrag oder der gesetzlichen Erbfolge verteilt. Mit einer Ausnahme: Ehepartner, Nachkommen und, falls diese nicht mehr leben, die Eltern des Erblassers haben Anspruch auf einen Pflichtteil (die Hälfte des gesetzlichen Erbteils). Bei der Verteilung ist ein Testamentsvollstrecker hilfreich, er wird im Testament oder später von den Erben bestimmt. Eine Liste gibt es bei der Deutschen Vereinigung für Erbrecht und Vermögensnachfolge. Eine Warnung: Erben lohnt sich nicht immer. Sind die Schulden höher als der Gewinn, haftet der Erbe auch mit seinem Vermögen. In diesem Fall sollte er die Erbschaft innerhalb von sechs Wochen beim Nachlassgericht ausschlagen.

Schritt 4: Erbstreit

Am Erbstreit sind schon einige Familien zerbrochen, setzen Sie also besser früh auf Schlichtung. Professionelle Hilfe bekommen Sie beim Bundesverband Mediation (0561-739 64 13 oder www.bmev.de) oder der Deutschen Schiedsgerichtsbarkeit für Erbstreitigkeiten (07265- 49 37 44). Hat der Versuch nicht gefruchtet und Sie wollen Testament oder Aufteilung anfechten, müssen Sie sich nun einen Anwalt suchen. Dabei helfen die Verbraucherzentralen, lokale Anwaltsvereine und die Deutsche Anwaltsauskunft (0180-5181805 für 12 Cent pro Minute oder www.anwalt-auskunft.de).

Inka Schmeling

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