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Das müssen Sie beim Vererben beachten

Wir helfen Ihnen dabei, den Überblick über die finanziellen Aspekte einer Erbschaft zu behalten.

Nach mir die Sintflut" - das ist eine weit verbreitete Ansicht, wenn es darum geht, was aus dem mühsam Angesparten werden soll. Die Entscheidung, wem Sie was vererben, kann Ihnen niemand abnehmen. Und eine Ideallösung für die Regelung des Nachlasses gibt es nicht. Vielmehr geht es darum, Ihre eigenen Lebensumstände zu berücksichtigen. Grundlegend ist Ihre Vermögenssituation, die Sie schriftlich festhalten sollten. Das funktioniert am besten mit einem Vermögensverzeichnis, in dem Sie aktuelle Vermögenswerte und zukünftige Verbindlichkeiten aufführen. Falls Sie bestimmte Personen im Erbfall bevorzugen wollen, sollten Sie über ein Testament nachdenken.

Die gesetzliche Erbfolge führt oft zu bösem Blut unter Familienangehörigen. Ein Testament sorgt für Ordnung und lässt keinen Raum für persönliche Interpretationen. Was viele Menschen nicht wissen: Sie können Ihren Besitz auch schon zu Lebzeiten "verteilen". Aber auch hier gilt: Behalten Sie Ihre Finanzen im Überblick und verschenken Sie nicht mehr, als Sie besitzen. Ansonsten reicht schon ein kleiner Unfall aus, um Ihre eigene Finanzplanung ins Wanken zu bringen. Immerhin wollen Sie Ihren Lebensabend doch genießen.

Testament oder Erbfolge?

Doch wie treffen Sie die richtigen Entscheidungen? Das kommt ganz auf Ihre individuellen Verhältnisse an. Sind Sie ledig, verheiratet oder geschieden? Oder leben Sie mit Ihrem Partner in einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft? Diese Fragen sind enorm wichtig. Wenn Ihre Beziehung in einer tiefen Krise steckt oder sogar der Wunsch nach Scheidung besteht, sollten Sie davon Abstand nehmen, Vermögenswerte nach der gesetzliche Erbfolge zu übertragen. Der Streit um den Nachlass wäre dann nach Ihrem Tod vorprogrammiert.

Ähnliches gilt für Eltern mit eigenen und nicht-ehelichen Kindern. Falls diese sich untereinander nicht verstehen, könnte das Regeln des Nachlasses über die Erbfolge zu Komplikationen und Streitigkeiten vor Gericht führen. Auch in diesem Fall empfiehlt sich ein Testament.

Auch wenn Ihr Erbe Ihren Nachkommen zugute kommen soll, so sollten doch vor allem Sie mit Ihrer Entscheidung zufrieden sein. Überlegen Sie sich also, was Sie mit Ihrem Erbe bezwecken wollen und wer unter Umständen etwas mehr verdient hätte. Doch bedenken Sie auch, dass Sie auch noch einige Zeit unter Ihren Liebsten verweilen. Vergessen Sie also nicht Ihre finanzielle Absicherung für die kommenden Jahre.

Schon zu Lebzeiten verschenken?

Befassen Sie sich eingehend mit der Frage, wann Sie Ihr Vermögen übertragen möchten: noch zu Lebzeiten oder erst im Wege der Erbfolge? Wenn Sie sich von Teilen Ihres Vermögens zu Lebzeiten trennen wollen, sollten Sie sich über Ihre Beweggründe klar werden. Denn Sie sollten auch weiterhin finanziell und wirtschaftlich gut versorgt sein.

Wenn Ihr Vermögen erst nach Ihrem Tod auf Ihre Familienangehörigen übergehen soll, müssen Sie prüfen, ob die gesetzliche Erbfolge Ihren Wünschen entspricht. Falls nicht, sollten Sie ein Testament verfassen oder einen Erbvertrag abschließen.

Warum ist ein Vermögensverzeichnis so wichtig?

Lebensumstände können sich blitzschnell ändern. Um dann nicht den Überblick zu verlieren und um Ihre finanziellen Verhältnisse bis zu Ihrem Tod zu planen, lohnt das Anlegen eines Vermögensverzeichnisses.

Um Streitigkeiten um finanzielle Ansprüche nach Ihrem Tod zu vermeiden, sollte für jeden Ehepartner ein Vermögensverzeichnis für die Vermögenswerte, die bei Eingehen der Ehe schon vorhanden waren, und die, die während der Ehe erworben wurden, angelegt werden. Die einzelnen Gegenstände sollten Sie möglichst nach den verschiedenen Vermögensarten erfassen.

Beachten Sie auch, dass sich der Wert Ihres Gesamtvermögens und der Wert einzelner Vermögensgegenstände noch ändern kann. Autos verlieren an Wert, Aktien und Anleihen können schnell wertlos sein. Halten Sie Ihr Vermögensverzeichnis deswegen aktuell. Zu Ihrer Vermögensübersicht gehören auch derzeitige und künftige Verbindlichkeiten, wie Ratenzahlungen für Neuanschaffungen oder bestehende Dispokredite.

Berücksichtigen Sie unbedingt Ihre laufenden Kosten (z.B. Miete, Kfz-Kosten, Urlaub). Kalkulieren Sie auch Mieterhöhungen mit ein. Achten Sie darauf, dass Sie ein finanzielles Polster für nicht vorhersehbare Ereignisse (z.B. Krankheit, Diebstahl) haben.

Wenn Sie in Fonds investiert haben, prüfen Sie nach, ob Ihre Wertpapiere entsprechend werthaltig sind. Wann Ihr Ruhestand ansteht und in welcher Höhe Sie eine Rente oder Pension zu erwarten haben, ob Sie im Alter versorgt sind oder mit Aufwendungen für Pflegeleistungen rechnen müssen und ob Sie Erbschaftsansprüche zu erwarten haben.

Welche rechtliche Rahmenbedinungen müssen Sie beachten?

Prüfen Sie, ob und inwieweit Sie bereits rechtlich wirksame Verfügungen getroffen haben und ob Sie in der Vergangenheit bereits Vermögenswerte an einzelne Familienangehörige übertragen haben.

Wenn Sie schon ein Einzeltestament errichtet haben, hindert es Sie nicht daran, andere Verfügungen zu treffen. Sie können jederzeit das Testament widerrufen oder ändern. Wenn Sie dagegen mit Ihrem Ehegatten ein gemeinschaftliches Testament errichtet haben, können Sie nicht ohne Weiteres andere Verfügungen treffen.

Habeb Sie längerfristige Verträge über Ihr Vermögen abgeschlossen (z. B. Mietverträge, Pachtverträge), sollten Sie unbedingt prüfen, ob es sinnvoll ist, sich schon zu Lebzeiten von diesen Vermögenswerten zu trennen.

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