Warum sich Indexfonds für Sie lohnen

10. Februar 2010, 11:58 Uhr

Indexfonds erfreuen sich unter Anlegern immer größerer Beliebtheit. Wir erklären Ihnen, wie sie funktionieren und warum Sie nicht Ihrem Berater trauen sollten.

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Indexfonds werden teilweise auch mit Fremdaktien gemischt©

Bei der Wahl eines Aktienfonds sollten Anleger die Grundsatzentscheidung treffen, ob sie sich für einen aktiv gemanagten Fonds oder einen kostengünstigeren Indexfonds entscheiden. Während aktiv gemanagte Aktienfonds es sich in aller Regel zur Aufgabe gemacht haben, ihren Vergleichsindex zu übertreffen (und damit zum Beispiel besser als der Dax abzuschneiden), setzen Anleger mit Indexfonds darauf, den entsprechenden Index - also beispielsweise den Dax - genau nachzubilden.

Sinkt der Index, sinkt der Fonds

Heißt: Der Fonds entwickelt sich genau wie der Index. Setzen Anleger auf einen Indexfonds, der an den Dax gekoppelt ist und steigt der deutsche Leitindex um ein Prozent, dann legt also auch der entsprechende Fonds um ein Prozent zu. Fällt er um zwei Prozent, geht auch der Fondswert entsprechend nach unten.

So sieht es zumindest in der Theorie aus. Praktisch ist das natürlich schwer umzusetzen. Denn die Fondsmanager müssen immer genau die Aktien im Portfolio haben, die auch den Index ausmachen. Das heißt aber, die Aktien müssen ständig im entsprechenden Verhältnis ge- und verkauft werden. Das bereitet Probleme: Denn diese Transaktionen würden so sehr ins Geld der Anleger gehen, dass der Index in der Wertentwicklung zwangsläufig immer hinter dem Index herhecheln würde. Außerdem will das Fondsmanagement natürlich auch Geld verdienen, sodass auch aus diesem Grund der Index kaum eins zu eins abgebildet werden kann - die Managementgebühren des Fonds würden den Gleichlauf von Index und Indexfonds verhindern.

Nicht auf Aussagen der Bankberater vertrauen

Deshalb greifen immer mehr Fondsgesellschaften zu einem Trick: Offiziell bildet etwa ein Dax-Indexfonds zwar den Dax nach, im Portfolio aber liegen ganz andere Papiere. Verkauft werden Papiere beispielsweise als börsennotierte Indexfonds, die "implizierte Fondszusammensetzung" entspricht ziemlich genau den Aktien im Dax, tatsächlich aber können sich beispielsweise Aktien aus Deutschland, der Schweiz und Japan im Portfolio finden. Das Fondsmanagement verschafft sich so den finanziellen Spielraum, um für den Anleger tatsächlich den Index eins zu eins nachzubilden.

Diese sogenannten synthetischen Indexfonds bilden inzwischen die Mehrheit aller Indexfonds am Markt - und es kommen immer mehr hinzu. Wer also an der Wertentwicklung eines bestimmten Index teilhaben will, der kann mit den Indexfonds das Ziel erreichen, wenn auch der Weg etwas schief ist.

Wer wirklich auf die Unternehmen im Dax oder in einem anderen Index setzen will, für den sind diese synthetischen Indexfonds mit falschem Inhalt nichts. Solche Anleger müssten sich dann einen physischen Indexfonds suchen - der aber wegen des höheren Management und Verwaltungsaufwands logischerweise teurer ist.

Wichtig zu wissen: Die meisten Verkäufer der Banken sind mit diesem Thema überfordert. Als Kunde und Geldanleger sollte man sich also nicht unbedingt auf die Zusagen im Bankgespräch verlassen, sondern den Geschäftsbericht der jeweiligen Fonds selbst unter die Lupe nehmen. Solche Unterlagen stellen die Banken in aller Regel auf ihrer Website zur Verfügung. Auch in den Produktinformationsblättern, die die Gesellschaften seit 2011 aushändigen müssen, müssen die Fonds genau beschrieben und die möglichen Risiken deutlich gemacht werden.

Das ist vor allem deshalb wichtig, weil in der Vergangenheit immer mehr Indexfonds aufgelegt wurden, die weit über die ursprüngliche Idee hinausgehen. So können Anleger beispielsweise auf ein Vielfaches der Indizes oder auf fallende Kurse wetten. Solche komplizierten Strategieprodukte sind nichts für den unerfahrenen Laien. Deshalb sollten Sparer sich genauestens informieren, um welcher Art ETF es sich handelt.

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