Streuen Sie die Risiken

27. Oktober 2009, 10:10 Uhr

Aktien runter. Anleihen rauf. Das Auf und Ab von Wertpapieren muss Sparer nicht stören, wenn Sie Ihre Anlagen geschickt kombinieren. So lassen sich auch Krisenzeiten gut und sicher überstehen.

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Wer nichts wagt, der nichts gewinnt. Und wer alles auf eine Karte setzt, gewinnt entweder alles oder verliert es. Im Spiel beherrschen wir Chance und Risiko gut – ob beim Skatkloppen oder bei "Wer wird Millionär?". Einen "Grand ohne vier" kann man respektabel verlieren, gleiches gilt für das Verpatzen der "32.000-Euro-Frage". Aber niemand verliert gern sein eigenes, sauer verdientes Geld. Dumm nur, dass es sich beim Geldanlegen genauso verhält wie beim Spielen: Je geringer das Risiko, desto niedriger die Gewinnchance.

Diversifikation: Das Risiko reduzieren

Geld anlegen hat im Gegensatz zum Zocken jedoch einen Vorteil: Sparer müssen nicht alles auf eine Karte setzen – und sollten es auch nicht. Die Auswahl ist groß, aber doch einfach zu sortieren: Aktien (auch Aktienfonds), Anleihen (z.B. Bundeswertpapiere), Investmentfonds, Immobilien (auch Immobilienfonds), Rohstoffe (z.B. Gold) und Geld (z.B. Tages- und Festgeld) selbst. Dabei gilt: Die Mischung macht’s. Statt auf einzelne lukrative Chancen zu schielen, gilt es, das Kapital möglichst breit gestreut anzulegen und die fünf Vermögensarten geschickt zu kombinieren. Das mindert das Verlustrisiko – oder kann bei gleich bleibendem Risiko die Ertragschancen erhöhen.

Aus der Bankenkrise sollten auch schon Kleinanleger außerdem eins gelernt haben: Breit streuen gilt insbesondere auch für Finanzdienstleister wie Banken und Versicherungen, denn auch die können pleite gehen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, hat seine Geldanlagen also bei mehren Instituten liegen. Im besten Fall sitzen die Finanzdienstleister dabei in einem vertrauenswürdigen, wirtschaftlich vergleichsweise leistungsfähigen Staat, der für sie bürgt. Gerade bei der Geldanlage im Ausland lohnt sich die Nachfrage, was passiert, wenn das Institut bankrott geht und ob - wie in Deutschland oder zum Beispiel den Niederlanden - im Notfall der Staat einspringt.

Information: Nur Verständliches erwerben

Finanzprodukte, die noch nicht einmal der Experte am Beratungstisch gegenüber richtig verstanden hat, gehören aber in kein Portfolio. So vertrauenswürdig mancher Bankberater und Versicherungsvertreter auch wirken mag, er ersetzt nicht die eigene Entscheidung - und die kann man nur mit ausreichendem Wissen treffen. Warren Buffet, einer der reichsten Männer der Welt, hat seine Haltung zum Thema Aktienkauf so zusammengefasst: "Ich investiere nur in Unternehmen, wenn ich ihr Geschäft verstehe." Was der Börsenexperte formulierte, gilt uneingeschränkt auch für alle anderen Finanzprodukte.

Passgenauigkeit: Wohlfühlen ist Pflicht

Am Ende bleibt dann immer noch die persönliche Abwägung von Renditechancen und Verlustrisiken und die Frage, welche Geldanlage im Vergleich gut zu einem passt. Welche der verschiedenen Vermögensarten und wie sie miteinander gemischt sein sollen, hängt zum einen von den Lebensumständen ab. Ein Familienvater hat andere Ansprüche als ein Berufseinsteiger. Zum anderen muss sich der Sparer mit seinen Finanzanlagen auch wohlfühlen.

Bescheidenheit: Keinen Lotto-Gewinn erwarten

Jeder träumt einmal vom großen Absahnen. Es gibt jedoch gute Gründe, von sicheren Geldanlagen im echten Leben keine Casino-Renditen zu erwarten. Denn hinter Anlagen, die das versprechen, steht auch das gleiche Verlustrisiko wie in den entsprechenden Spieltempeln. Es gilt die Faustregel: je höher die Rendite, desto höher auch die Möglichkeiten, ein Minus zu machen oder gar sein komplettes Kapital zu verlieren. Anlagen, die deutlich mehr als den durchschnittlichen Tagesgeldzins versprechen, sind letzten Endes immer irgendwie riskant.

Das richtige Portfolio für Sie

Wenn Sie wissen wollen, welche Geldanlage für Sie die richtige ist, sollten Sie einen Blick auf unsere Muster-Portfolios werfen. Mit unseren Tools können Sie ganz einfach nachrechnen, welche Bank die besten Tarife bietet.

Komplexes Wissen leicht vermittelt

Damit Sie Ihrem Bankberater, der sich zwar so nennt, aber in erster Linie Verkäufer ist, beim nächsten Treffen auf Augenhöhe begegnen, sollten Sie zudem einen Blick auf das Glossar mit den wichtigsten Wirtschaftsbegriffen werfen. Ihr neu gewonnenes Wissen können Sie zudem gleich in einem kniffligen Test überprüfen. Wem das Angebot noch nicht reicht, der kann sich über eine Linkliste zu weiteren Internet-Seiten zum Thema Geldanlage informieren.

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Felix Disselhoff
 
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