Drucken | Fenster schließen    

Was Sie jetzt wissen müssen

1. September 2009, 16:23 Uhr

Bevor Sie sich in Details verlieren, sollten Sie ein paar grundsätzliche Fragen klären. Die wichtigsten Antworten zur Geldanlage haben wir in einer Checkliste zusammengestellt.

Bevor Sie sich in Details verlieren, sollten Sie ein paar grundsätzliche Fragen klären. Die wichtigsten Antworten zur Geldanlage haben wir in einer Checkliste zusammengestellt.

Finanzlaien droht schnell die Gefahr, sich in den Details spezieller Anlagemöglichkeiten zu verheddern und dabei das große Ganze aus dem Blick zu verlieren. Damit Sie den berühmten Wald vor lauter Bäumen noch sehen, sollten Sie zunächst die Antworten auf ein paar grundlegende Fragen kennen. Hier geben wir einen groben Überblick, für wen sich welches Anlagemodell lohnt, und welche einfachen Fehler Sie vermeiden können.

Welche Anlage für wen?

Nicht jede Geldanlage lohnt sich für jeden Lebensabschnitt. Jobeinsteiger stehen am Anfang Ihrer Karriere, auch aus finanzieller Sicht. Von ihrem Einkommen geht oft mehr als die Hälfte für Lebenshaltungskosten drauf. Verluste mit Einzelaktien wären dann umso schmerzhafter. Andersherum haben Sie aber noch lange Zeit, an der Börse ein Vermögen aufzubauen. Eine betriebliche Altersvorsorge sollten Sie auf jeden Fall in Erwägung ziehen.

Mit Mitte 40 sind Sie meist auf dem Höhepunkt Ihrer beruflichen Karriere. Gerade als Familiengründer sichern Ihnen Bausparverträge günstige Aus- und Umbaukredite.

Mit 50-Plus befinden Sie sich auch finanziell auf der Zielgeraden. Aus Ihren Aktienpositionen im Depot sollten Sie sich Stück für Stück zurückziehen und den Erlös sicher anlegen. Beispielsweise in einen Banksparplan.

Wo kann ich mein Geld kurzfristig deponieren?

Das Sparbuch hat ausgedient. Der Zinssatz auf das Ersparte liegt meist unterhalb der Inflationsrate, das Geld verliert also auf dem Sparbuch an Wert. Weiterer Nachteil: Meist sind nur 2000 Euro frei verfügbar.

Etwas mehr Freiheiten bringt da das Tagesgeld-Konto. Genau so sicher wie ein Sparbuch, bringt es einige Vorteile mit sich: Sie können täglich über ihr Geld verfügen, außerdem sind die Zinsen höher. Doch diese Freiheiten gelten auch für die Bank: Der Zinssatz ist flexibel und die Bank kann ihn jederzeit senken.

Wer sein Geld kurzfristig nicht braucht, kann es als Festgeld anlegen. Als Sparer legen Sie für einen verabredeten Zeitraum Geld an und bekommen dafür einen festen Zinssatz zugesichert. Allerdings kommen Sie während der Laufzeit nicht an Ihr Geld.

Volles Risiko oder vorsichtig handeln?

Darauf gibt es keine allgemeingültige Antwort. Auf jeden Fall sollten Sie nicht Ihr ganzes Erspartes in eine Anlage investieren. Wer etwas zurücklegen will, braucht Disziplin und eine gute Strategie. Die hängt von der aktuellen Lebenssituation und den persönlichen Bedürfnissen ab.

Die richtige Mischung von Anlagen verschieden hoher Laufzeiten und Risikoklassen wie Aktien, Staatsanleihen, Festgeld, Investmentfonds, Immobilienfonds oder Tagesgeld sorgt für ein möglichst attraktives Rendite-Risiko-Verhältnis.

Wenn Ihnen das Börsentreiben zu hektisch und unsicher ist, sind Bundeswertpapiere vielleicht eine Alternative für Sie. Denn der Staat bürgt mit seinem Vermögen und Steueraufkommen für die Sicherheit.

Aktien gelten als Anlage für Fortgeschrittene. Wer sich an diese Anlageform wagt, sollte Aktien von unterschiedlichen Unternehmen, Branchen und Regionen in sein Portfolio aufnehmen. Dadurch mindern Sie Ihr Verlustrisiko.

Beraten lassen oder selbst handeln?

Jeder Berater handelt auch zu seinem eigenen Vorteil. Häufig wird dem Kunden das verkauft, was die meisten Provisionen für die Berater bringt. Zwar ist es sinnvoll, bei einem Experten einen Termin zur Finanzberatung zu machen. Jemandem blind zu vertrauen, der an seiner Empfehlung verdient, wäre jedoch fahrlässig. Die letzte Entscheidung sollte man immer selbst treffen. Schließlich geht es um Ihr Erspartes.

Lohnt der Kauf von Gold?

Wer seine Geldanlage möglichst breit streuen möchte, ist nicht unbedingt schlecht beraten, auch Gold zu kaufen. Allerdings sollte man nicht mehr als fünf bis zehn Prozent seines Geldes vergolden. Denn eine feste Rendite gibt es nicht, der Goldpreis kann ebenso steigen wie fallen. Sicher sind nur die Kosten für die Lagerung. Das Edelmetall dient daher mehr der Absicherung gegen Währungsverfall und weniger dem Vermögensaufbau.

Welche Fehler kann ich vermeiden?

Auch wenn Sie Ihr Geld virtuell verwalten können, so geht es doch um reales Geld. Deswegen sollten Sie nie ein Produkt kaufen, das Sie nicht verstehen. Lassen Sie sich nicht von der Gier beraten – oder von der Angst. Viele Anleger hoffen, alle Risiken ausschalten zu können. Doch selbst gewiefte Broker brauchen Jahre, um Experten in kleinen Segmenten des Börsenmarktes zu werden. Genauso wie Sie sich nie hundertprozentig gegen Krankheiten schützen oder gegen Unfälle absichern können, können Sie aber auch nie den Finanzmarkt beherrschen.

Sie können nur das Risiko abmildern, indem Sie sich bei unabhängigen Quellen informieren, die Anlagen breit streuen und auf weniger riskante Formen setzen. Wenn Sie Verluste einfahren, ist es deswegen wichtig, nicht in Panik zu geraten. Denn unter Stress trifft man nur schlechte Entscheidungen. Ein gut diversifiziertes Portfolio kommt in der Regel auch wieder aus der Krise heraus.

© 2014 stern.de GmbH