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Die richtige Strategie für 2012

Staatsschuldenkrise, Börsentalfahrt und Inflation - 2011 war für Anleger kein einfaches Jahr. Vieles spricht dafür, dass es auch 2012 turbulent bleibt. Worauf Sie bei der Geldanlage achten sollten.

Von Peter Neitzsch

  Das Geld unter der Matratze zu verstecken, ist auch 2012 keine gute Idee

Das Geld unter der Matratze zu verstecken, ist auch 2012 keine gute Idee

  • Peter Neitzsch

Erst Griechenland, dann Spanien, Portugal und Italien? Die Krise der Euro-Länder wird auch 2012 die Märkte bestimmen. Geld anzulegen ist angesichts der Turbulenzen an den Finanzmärkten nicht einfacher geworden. Die Anlageprodukte gelten entweder als zu riskant, oder die Zinsen gleichen kaum die Inflation aus. stern.de sagt, wie Sie Ihr Geld dennoch sicher durch das kommende Jahr bringen.

Egal ob Staatsanleihen, Devisen, Aktien oder Immobilien - die Risiken sind schwer einzuschätzen, und die Verzinsung ist im Moment eher niedrig. Gut beraten ist daher, wer in verschiedene Anlageformen investiert. "Wichtig ist es, sein Geld breit zu streuen", sagt Niels Nauhauser, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Anleger sollten die Konditionen ihrer Depots, Konten und Vorsorgeverträge mindestens einmal im Jahr überprüfen. Wer sein finanzielles Polster auf einem Sparbuch geparkt hat, könnte mit einem Tagesgeldkonto besser bedient sein. Einige Institute bieten derzeit bis zu 2,75 Prozent Zinsen, wie die unabhängige Finanzberatung FMH ermittelt hat. Wer einen Teil seines Geldes aktuell nicht benötigt, bekommt für Festgeld mit einer Laufzeit von drei Jahren sogar bis zu vier Prozent Zinsen.

Risiko streuen und auf den richtigen Mix achten

Angesichts der Krise ist es heute wichtiger denn je, das Risiko zu streuen. Doch welcher Mix im Depot ist der richtige? Staatsanleihen galten lange Zeit als die sichere Bank schlechthin. Die Horrormeldungen 2011 haben dieses Bild gründlich ramponiert: Anleihen der Krisenländer gelten mittlerweile als Gift im Portfolio, und für deutsche oder dänische Anleihen gibt es kaum Zinsen. Eine teuer erkaufte Sicherheit. Staatsanleihen sollten daher 2012 im Musterdepot eine geringere Rolle spielen.

Andreas Beck, Leiter des Instituts für Vermögensaufbau (IVA) in München, rät dazu, nicht nur in Aktien, sondern zum Beispiel auch in festverzinsliche Papiere oder in Immobilien zu investieren. "Diese Mischung - Aktien, Anleihen, Immobilien - war vor 50 Jahren sinnvoll, und das ist auch heute noch so." Bei einer Krise wären nie alle Bereiche gleich stark betroffen - wer in einem Bereich Verluste hinnehmen muss, ist in einem anderen besser dran.

Aktien werden wieder eine gute Option

An den Börsen sind die Kurse 2011 deutlich eingebrochen. Der Dax hat rund 17 Prozent seines Werts verloren. Gerade deshalb könnte sich ein Einstieg 2012 lohnen: Die Papiere haben Luft nach oben. Jedenfalls dann, wenn es sich nicht um Aktientitel aus Branchen mit strukturellen Problemen handelt. Aktien breit aufgestellter Unternehmen sollten dagegen von einer konjunkturellen Erholung, die Analysten für die zweite Jahreshälfte erwarten, überdurchschnittlich profitieren.

Einzusteigen, wenn die Kurse im Keller sind, lohnt sich gerade auch für Privatanleger, die mit Aktien fürs Alter sparen. Denn wer nicht auf eine schnelle Gewinnmitnahme aus ist, muss mit der langfristigen Wertentwicklung seines Investments rechnen können - und die ist besser je günstiger der Einstiegskurs ist. Wichtig sind Aktien vor allem als Beimischung im Depot, weil sie im besten Fall eine hohe Rendite bringen können.

Investmentfonds sind per Gesetz verpflichtet, das Risiko für das verwaltete Vermögen zu streuen. Allerdings verlangen professionell gemanagte Fonds mitunter hohe Gebühren. Anleger können aber auch ohne die Hilfe von Fonds das Risiko streuen, sagt IVA-Leiter Beck. "Das geht mithilfe von Direktanlagebanken und ETFs." Direktanlagebanken bieten ein großes Anlageangebot zu vergleichsweise geringen Provisionen. ETFs, also Exchange Traded Funds, sind Indexfonds, welche die ganze Bandbreite eines Marktes abbilden.

Verteilung im Depot anpassen

Wie auch immer das Geld im Einzelnen auf Aktien, Renten, Rohstoffe, Immobilen oder Edelmetalle verteilt ist, einmal im Jahr sollten Anleger schauen, wie die verschiedenen Bereiche gelaufen sind. "Anlageklassen entwickeln sich immer unterschiedlich", erklärt Niels Nauhauser. Steigen etwa Aktienfonds in einem Jahr stark, erhöht sich auch deren prozentualer Anteil im Depot. Um das Verhältnis der verschiedenen Anlageklassen wieder der eigenen Risikoneigung anzupassen, muss möglicherweise umgeschichtet werden.

Gold und andere Rohstoffe, die als krisensicher gelten, sind dagegen nur bedingt zu empfehlen. Zwar steigt der Goldpreis seit Jahren kontinuierlich, allerdings ist das Einstiegsniveau derzeit bereits sehr hoch. Durch den starken Dollar verteuert sich das Edelmetall für Anleger aus dem Euroraum zusätzlich. "Im Prinzip ist Gold kein echtes Investment", sagte Gerd Henning Beck von der Investmentfirma Lupus Alpha der Zeitschrift "Capital". "Es wirft keine Erträge ab, dafür kostet die Lagerung."

Um sich gegen die Inflation zu wappnen, seien andere Sachwerte besser geeignet. "Ich halte eigengenutzte Immobilien für die bessere Alternative", so Beck. Zwar habe der Wohnimmobilienmarkt in Deutschland bereits den Zenit überschritten, dennoch bleibe der Kauf von Wohneigentum für die Eigennutzung und zur Altersvorsorge weiter interessant. Hinzu kommt, dass Bausparer auch 2012 noch von niedrigen Zinsen profitieren werden.

Altersvorsorge umschichten

Einen Blick sollten Verbraucher auch auf die Rendite ihrer Altersvorsorgeverträge richten. Denn die einzelnen Produkte unterscheiden sich mit Blick auf die Kosten, staatliche Förderung und Besteuerung. "Man sollte auf jeden Fall mehrere Angebote einholen und diese gut vergleichen", empfiehlt Ralf Scherfling von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. "Denn der Vertrag soll ja bis ans Lebensende bestehen." Bringt ein Riester-Vertrag nur wenig Ertrag, kann das angesparte Vermögen auch in ein besseres staatlich gefördertes Produkt umgeschichtet werden.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat der Riester-Rente vor Kurzem schlechte Noten gegeben. Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass viele Riester-Verträge nur eine unzureichende Rendite erwirtschaften. Hinzu kämen hohe Gebühren und intransparente Kalkulationen. Dennoch kann sich der Abschluss einer Riester-Rente für den Einzelnen wegen der staatlichen Förderung durchaus lohnen.

Von Peter Neitzsch (mit DPA)

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