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Jetzt noch schnell Geld sichern

Ob Auto, Steuer oder Altersvorsorge: Wer Bares sparen will, sollte noch vor dem Jahreswechsel aktiv werden. Die wichtigsten Tricks und Kniffe - und bis wann Sie alles erledigt haben sollten.

Schnell noch die Steuerklasse wechseln, Riester-Zulagen beantragen und Werbungskosten anhäufen: So manch kleiner Finanztrick kann sich in großer Münze auszahlen. In unserer Übersicht haben wir Schritt für Schritt aufgeführt, was Sie vor dem Jahreswechsel noch alles tun können, um Geld zu sparen.

ALTERSVORSORGE

Riester-Sparer sollten unbedingt immer den Jahreswechsel im Blick haben. Denn der Anspruch auf die staatlichen Zulagen für ein bestimmtes Jahr verfällt jeweils nach 24 Monaten. Heißt: Wer noch nicht die staatlichen Zulagen für das Jahr 2009 beantragt hat, kann sich diese nur noch bis spätestens 31. Dezember 2011 sichern.

Auch wer sich dafür entschieden hat, einen neuen Riester-Vertrag abzuschließen, sollte dies aus zwei Gründen noch vor Silvester tun: Erstens erhält der Sparer so noch für das Jahr 2011 den Anspruch auf die kompletten staatlichen Zulagen. Zweitens werden alle bis 2011 abgeschlossenen Verträge ab dem 60. Lebensjahr ausgezahlt. Wer dagegen ab 2012 einen Riester-Vertrag unterschreibt, erhält seine Rente erst nach dem 62. Geburtstag. Das gilt übrigens auch für neu abgeschlossene Rürup-Renten. Außerdem sinkt im kommenden Jahr bei Riester- und Rürup-Versicherungen der sogenannte Garantiezins: Derzeit beträgt er noch 2,25 Prozent, künftig nur noch 1,75 Prozent.

>>>Hier geht es zum Ratgeber Altersvorsorge

AUTOVERSICHERUNG

Hier lässt sich besonders gut sparen, denn der Wettbewerb in der Branche ist hart und die Anbieter übertrumpfen sich gegenseitig mit guten Angeboten. So kann der Wechsel zu einem günstigeren Anbieter eine Ersparnis von mehreren hundert Euro im Jahr bringen. Wechselwillige sollten sich allerdings beeilen. Denn in der Regel gilt für die Kündigung der Stichtag 30. November.

>>>Vergleichsrechner: Der Weg zur besten Autoversicherung

GELDANLAGE

Überprüfen Sie bis Ende Dezember, wie Sie Ihre Freistellungsaufträge für Zinsen und andere Kapitalerträge verteilt haben. Denn möglicherweise ist der eine Freistellungsauftrag bereits ausgeschöpft, der andere hat aber noch Spielraum. Dann sollten Sie die Verteilung anpassen. Sie können sich die zu viel gezahlten Steuern aber auch später über die Steuererklärung (Anlage KAP) wieder holen. Denn nur auf Gewinne, die über den Freibetrag von 801 Euro hinausgehen, müssen Anleger pauschal 25 Prozent Abgeltungsteuer zahlen.

Wichtig für die Einkommenssteuer: Haben Sie Depots bei mehreren Banken, werden Verluste oder Gewinne aus Wertpapiergeschäften nicht automatisch gegengerechnet. Das funktioniert nur, wenn Sie bei dem Institut, bei dem Ihr Depot im Minus ist, eine Verlustbescheinigung anfordern. Dafür haben Sie nur noch bis zum

15. Dezember

Zeit. Anleger mit nur einem Depot müssen hingegen nichts veranlassen. Bei ihnen werden Gewinne im laufenden Jahr automatisch mit den Verlusten verrechnet.

>>>Hier geht es zum Ratgeber Geldanlage

P-KONTO

Wer knapp bei Kasse ist, sollte sich überlegen, ob er sich ein Pfändungsschutzkonto (P-Konto) einrichtet. Ab 2012 können von gewöhnlichen Girokonten nämlich auch Sozialleistungen schneller gepfändet werden. Die bisherige Regelung, laut der diese 14 Tage lang nicht gepfändet werden, entfällt. Schutz bieten dann nur noch P-Konten. Auf diesen speziellen Giro-Konten behält die Bank jeden Monat automatisch einen Grundbetrag von derzeit 1028,89 Euro zurück. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen rät Betroffenen, spätestens bis zum 27. Dezember die Umwandlung des bestehenden Kontos in ein P-Konto zu veranlassen

STEUER

Auch die Steuer lässt sich mithilfe einiger Stellschrauben senken. Beispiel Werbungskosten: Als solche zählen alle beruflich bedingten Ausgaben von Arbeitsmitteln bis Kinderbetreuung. Auch die Reparatur nach einem Autounfall auf dem Weg zur Arbeit gilt als Ausgabe für den Job – und somit als Werbungskosten. Ohnehin steuerfrei ist eine Summe von 1000 Euro, die durch den Arbeitnehmer-Pauschbetrag abgedeckt ist. Das heißt, das Finanzamt braucht hierfür auch keinerlei Nachweis. Wer mehr als die Pauschale steuerlich geltend machen will, muss alle Ausgaben belegen.

Die Stiftung Warentest empfiehlt, bestimmte Jobkosten vorzuziehen. Zum Beispiel könnten Arbeitnehmer noch die Kursgebühren für eine berufliche Weiterbildung bis zum

31. Dezember

überweisen. Wann die Weiterbildung tatsächlich stattfindet, ist für das Finanzamt unerheblich. Wer weiß, dass er bestimmte Ausgaben im kommenden Jahr hat, kann sich auch entsprechende Freibeträge auf der Lohnsteuerkarte eintragen lassen - etwa für Fahrtkosten zur Arbeit, Kinderbetreuung oder Haushaltshilfen. Damit die Freibeträge auch tatsächlich ab Januar 2012 berücksichtigt werden, muss der Antrag

bis Jahresende

dem Finanzamt vorliegen.

Für verheiratete Steuerzahler, die im kommenden Jahr Eltern-, Arbeitslosen- oder Krankengeld beziehen, lohnt sich unter Umständen auch der Wechsel der Steuerklasse. Denn solche Leistungen hängen vom Nettoeinkommen ab. Deshalb sollte der Ehepartner, dessen Nettogehalt für die Berechnung herangezogen wird, in die Steuerklasse III wechseln. In dieser Klasse zahlt er weniger Steuern, es bleibt also mehr Netto vom Gehalt übrig. Entsprechend höher fällt dann die Zahlung aus – das Elterngeld beispielsweise.

Auch für die Steuererklärung gibt es eine Verjährungsfrist: Wer sie freiwillig abgibt, hat dafür vier Jahre Zeit. Das heißt also, Ende Dezember gehen sämtliche Erstattungsansprüche aus dem Jahr 2007 verloren. Wer damals eine Steuererklärung abgegeben hat, sollte nun nochmals einen Blick auf den Steuerbescheid werfen. Das kann sich lohnen. Wurden etwa die Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer 2007 geltend gemacht, aber aufgrund der damaligen Rechtslage nicht anerkannt, sollte der Betroffene sich bis zum

31. Dezember

beim Finanzamt melden. "In vielen Fällen wurde für den Abzug dieser Kosten ein Vorläufigkeitsvermerk erteilt, und der Steuerbescheid blieb offen", erklärt Anita Käding vom Steuerzahlerbund. Inzwischen gilt: Steuerzahler können die Kosten für ein Arbeitszimmer bis zur Grenze von 1250 Euro absetzen, "wenn für die betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht". Nur wenn das Zimmer "Mittelpunkt der gesamten beruflichen Tätigkeit" ist, dürfen die Ausgaben unbegrenzt veranlagt werden.

>>>stern.de-Extra: Steuererklärung - Alles, was Sie fürs Finanzamt brauchen

tav/AFP/DPA/DPA

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