Startseite

Stern Logo Steuererklärung

Daten unbedingt auf Fehler prüfen

Bei der Umstellung auf die elektronische Lohnsteuerkarte gibt es Probleme mit der Datenbank: Die gespeicherten Daten vieler Steuerzahler sind falsch. Arbeitnehmer sollten Korrekturen sofort melden.

  Ein kritischer Blick auf das Schreiben vom Finanzamt lohnt sich. Fehler können bis Jahresende korrigiert werden

Ein kritischer Blick auf das Schreiben vom Finanzamt lohnt sich. Fehler können bis Jahresende korrigiert werden

Der Weg zur elektronischen Lohnsteuerkarte ist holprig. Zwei Mal musste der Start bereits verschoben werden. Jetzt zeigt sich: Die Angaben in der Datenbank sind fehlerhaft. Steuerzahler sollten sie in jedem Fall korrigieren.

Gelegenheit dazu geben ihnen derzeit die Behörden. Noch bis Ende November erhalten die rund 40 Millionen Arbeitnehmer in Deutschland Post von ihrem zuständigen Finanzamt. In dem formlosen und knappen Schreiben stehen die sogenannten "Elektronischen LohnSteuerabzugmerkmale" (ELStAM). In der Regel sind das die Daten, die bisher auf der Vorderseite der Lohnsteuerkarte vermerkt waren: die Anschrift, die Steueridentifikationsnummer (ID), die Steuerklasse, Religionszugehörigkeit sowie Freibeträge etwa für Kinder oder körperliche Behinderungen.

Diese Angaben bilden die Grundlage für den Lohnsteuerabzug im Jahr 2012. Wegen der möglichen fehlerhaften Daten sollte das Schreiben in keinem Fall achtlos weggeheftet werden, warnen Steuerexperten. "Die Arbeitnehmer sollten sich das Schreiben genau ansehen und die Lohnsteuermerkmale prüfen oder prüfen lassen", rät der Geschäftsführer des Bundesverbands der Lohnsteuerhilfevereine (BDL), Erich Nöll. Denn die Arbeitgeber seien nicht verpflichtet zu prüfen, ob die Daten, die sie von den Finanzbehörden bekommen, richtig sind.

Fehlerhafte Infoblätter

Zu den möglichen Fehlern gehört beispielsweise die Eingruppierung in eine falsche Lohnsteuerklasse. Beispielsweise seien bei Ehepaaren, die bisher die Steuerklassen III und V hatten, in vielen Fällen bei beiden die Steuerklasse IV gespeichert, warnt der Lohnsteuerhilfe-Verband NVL. Wer diese Daten nicht korrigiert, riskiert im kommenden Jahr hohe Abzüge bei der monatlichen Gehaltsabrechnung. Das Geld kann er sich dann erst bei der nächsten Jahres-Lohnsteuererklärung wieder zurückholen. Andersherum können falsche Angaben auch dazu führen, dass zu geringe Abgaben gezahlt werden. Dann werden später Nachzahlungen fällig.

Wie und wo kann ich Fehler melden?

Ansprechpartner sind in jedem Fall die Finanzämter, nicht mehr die Gemeinden. Sie sind für alle Änderungen zuständig, etwa für den Wechsel der Steuerklasse oder das Eintragen von Freibeträgen.

Im Prinzip reicht für die Änderung ein Anruf bei der zuständigen Behörde, wie Martina Bruse vom Lohnsteuerhilfe-Verband NVL erläutert. Wegen der vielen Nachfragen sind manche Finanzämter derzeit jedoch schlecht erreichbar. Deshalb sollten die korrekten Daten in einem Schreiben per Post, Fax oder E-Mail mit einem Vordruck übermittelt werden, empfiehlt Uwe Rauhöft von der Vereinigten Lohnsteuerhilfe. Wer beim Finanzamt Änderungen beantragt, sollte aber unbedingt auch seinen Arbeitgeber informieren. Der Arbeitgeber kann sich dann die aktualisierten Angaben aus der Datenbank holen.

Die Zeit drängt: Die Änderungen sollten bis zum Ende des Jahres 2011 bei der zuständigen Finanzbehörde beantragt werden, raten die Steuerexperten. "Wer will, dass die Änderungen am 1. Januar greifen, sollte die Korrekturen so schnell wie möglich melden", so Bruse.

Freibeträge für 2012 beantragen

Für 2012 müssen Arbeitnehmer ihre Freibeträge wieder neu beim Finanzamt eintragen lassen. Darunter fallen die Aufwendungen für Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen. Zu den Werbungskosten zählen alle beruflich bedingten Ausgaben von Arbeitsmitteln bis Kinderbetreuung. Sie werden berücksichtigt, wenn sie den Arbeitnehmer-Pauschbetrag in Höhe von 1000 Euro übersteigen. Sonderausgaben sind etwa Kirchensteuer, Unterhaltszahlungen oder Spenden. Wichtig: Die Anträge sollten bis Ende November erfolgen, um die Freibeträge ab Januar geltend zu machen.

Weniger Bürokratie dank ELStAM

Eigentlich sollte die elektronische Steuerkarte vieles vereinfachen. Doch technische Probleme haben den Start immer wieder verzögert. Ursprünglich war als Starttermin Anfang 2011 geplant, dieser musste um ein Jahr verschoben werden. Deswegen galt die Lohnsteuerkarte aus Papier für das Jahr 2010 auch für das Jahr 2011 weiter. Jetzt wurde kurzfristig auch der geplante Beginn zum 1. Januar 2012 gestoppt und der Beginn auf das zweite Quartal 2012 verschoben.

Das elektronische Verfahren soll die Kommunikation zwischen Arbeitgebern, Arbeitnehmern, Finanzämtern und Meldebehörden erleichtern. Weil für die meisten Änderungen die Finanzämter zuständig sind, soll Bürokratie abgebaut werden. Daten, die das Melderecht betreffen - etwa Änderungen wie Umzug, Heirat, Geburt eines Kindes oder Kirchenaustritt - leiten die Gemeinden künftig noch am selben Tag direkt an die Finanzverwaltung weiter. Alle notwendigen Daten werden in der Datenbank namens ELStAM beim Bundesamt für Steuern (BZSt) gespeichert. Auf diese Datenbank kann der Arbeitgeber zurückgreifen, um den Lohnsteuerabzug seiner Mitarbeiter zu ermitteln.

Einem neuen Arbeitgeber müssen Beschäftigte künftig nur ihr Geburtsdatum und die steuerliche Identifikationsnummer mitteilen damit dieser auf die Datenbank zurückgreifen kann. Der neue Arbeitgeber überträgt dann die Angaben aus der Datenbank in das Lohnkonto des Beschäftigten.

DPA/AFP/tav/DPA

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Zu hohe Inkassogebühren, rechtens?
Hallo, ich habe am 20 März 15 einen Vertrag über 12 Monate mit einem Fitness-Studio abgeschlossen. Die Kosten (9,98 € 14-Tägig, 39,99€ Verwaltung einmalig, 19,99 Trainer und Servicepauschale Jährlich) sollten per Einzugsermächtigung abgebucht werden. Kürzlich bekam ich überraschend einen Brief von einem Inkassobüro mit der Zahlungsaufforderung für die gesamten 12 Monate inkl. der Verwaltung und Servicepauschale + Auslagen des Gläubigers (63,38€), Zinsen (1,42€), Geschäftsgebühr (45€), Auskunftskosten (5€) , Auslagenpauschale (9€) Hauptforderung 320,28€ Offene Forderung 444,08€ Nach dem ich mich bei der Firma erkundet habe, sagten sie mir, dass Zahlung zurückgegangen ist da mein Konto nicht gedeckt sei. Fakt war das sie einen Zahhlendreher in der Kontonummer hatten obwohl im meinem Durchschlag die Richtige Kontonummer angegeben wurde. Aber im Original hat jemand aus einer 3 eine 8 geändert. Nach Überprüfung konnte ich Feststellen das es diese Kontonummer gar nicht gibt und das diese vom System gar nicht angenommen wird. Spätestens da hätte man mich doch hinweisen oder fragen können was mit dem Konto sei. Es kam nie ein zu einem Zahhlungsrückgang, noch zu einer Zahlungserinnerung Mahnung seitens des Fitnessstudios. Die AGB´s habe ich nie zu Gesicht nie bekommen und auch nicht gelesen - diese stehen (nach meiner Recherche) im Internet aber auch nicht definiert wie man in Zahlungsverzug kommt. Leider habe ich unterschrieben das sie mir bekannt sind. Dies steht ganz kleingedruckt im Durchschlag. Ich habe der Firma vorgeschlagen die offenen Beiträge bis jetzt zu bezahlen und für die Zukunft eine neue Einzugsermächtigung zu erteilen, was sie aber abgelehnt haben und mir gesagt haben ich soll dies mit dem Inkassobüro klären. Der Fitnessvertrag ist somit gesperrt seit einem Monat. Da ich aber mit den Gebühren, Mahnspesen von dem Inkassobüro nicht einverstanden bin weiß ich nicht ob ich diese bezahlen muss. Ich habe dem Inkassobüro auch vorgeschlagen die offenen Beiträge zu begleichen und diese dann wie vertraglich vereinbart abgebucht werden. Sie haben mir angeboten diese in einem Jahr zu einem monatlichen Beitrag von 35€ abzuzahlen. Dies währen Mehrkosten von 100€, ist das rechtens? Bitte Antworten sie mir in einer Sprache die ich auch versteh - mit langen Gesetzestexten kann ich leider nicht umgehen Und was Sie denken was ich tun soll was rechtens ist. Vielen Dank im Voraus

Partner-Tools