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10. Juli 2007, 09:29 Uhr

"Staat nimmt Bürgern Luft zum Atmen"

Bis zum 13. Juli arbeiten die Steuerzahler nur für den Staat und erst dann für sich - zwei Wochen länger als vergangenes Jahr. Nur in Belgien ist die Abgabenquote höher. Der Staat entwickelt sich zu einem gefräßigen Monster", so der Steuerzahlerbund.

Zoom

Der Großteil des Einkommens wandert in die Staatskasse© Quelle: Bund der Steuerzahler

Die Steuer- und Abgabenlast für die Bürger ist in diesem Jahr gestiegen. Inzwischen blieben von jedem Euro, den Bürger und Betriebe an Einkommen erzielen, statistisch gesehen nur noch 47 Cent übrig, während 53 Cent an den Staat und die Sozialkassen gehen. Im vergangenen Jahr mussten nur rund 51 Cent pro Euro abgeführt werden nach Berechnungen des Bundes der Steuerzahler.

Dieser habe daher seinen "Steuerzahler-Gedenktag" auf den 13. Juli gelegt. Bis zu diesem Tag werde ausschließlich für Steuern und Sozialabgaben gearbeitet. Im Vorjahr war der Tag auf den 5. Juli gefallen. Im Jahr 2000 lag der Stichtag weit später, in diesem Jahr musste der Steuerzahler Abgaben von satten 56 Prozent leisten. Aufgrund der Steuerreform sank der Wert in den folgenden Jahren, doch die Tendenz steigt wieder. Der Bürger müsse sich auf eine weiter wachsende Quote einstellen, so Steuerzahlerbund-Präsident Karl Heinz Däke. Kein Vergleich zum Jahr 1960. Da arbeitete man statistisch gesehen nur bis Anfang Juni für den Staat.

Schon vor Anhebung der Mehrwertsteuer von 16 auf 19 Prozent wurden Privathaushalte im internationalen Vergleich stark belastet. So kommt ein Single ohne Kinder mit 42.000 Euro Brutto-Jahreseinkommen auf mindestens 55,5 Prozent Belastung durch Steuern und Abgaben - nur in Belgien sind die Abgaben noch höher. Familien liegen an fünfter Stelle verglichen mit den anderen Mitgliedsstaaten der OECD. Eine Familie mit zwei Kindern, mit einer Vollzeit- und einer Teilzeitstelle, müssten mindestens 45,3 Prozent abführen, während der OECD-Schnitt bei 34,7 Prozent liegt.

Däke nannte als Gründe für die zunehmende Belastung in erster Linie die Anhebung der Mehrwert- und Versicherungssteuer sowie die Kürzung der Pendlerpauschale, die Senkung der Sparerfreiträge und die so genannte Reichensteuer auf besonders hohe Einkünfte. "Der Staat entwickelt sich immer mehr zu einem gefräßigen Monster. Statt die Bürger zu entlasten, nimmt er ihnen finanziell immer mehr die Luft zum Atmen", kritisierte er.

Um in den kommenden Jahren den Steuerzahler wieder zu entlasten, müsse der Staat unter anderem auf eine Erhöhung des Pflegeversicherungsbeitrages verzichten, die Einkommenssteuer und die Arbeitslosenversicherungsbeiträge absenken. Es dauert lange bis solche Maßnahmen - wenn überhaupt - umgesetzt werden können. "Eine Chance auf eine sinkende Steuerbelastung im kommenden Jahr, sehe ich nicht", so Däke.

DPA
KOMMENTARE (10 von 19)
 
ich_hasse_stern (12.07.2007, 11:03 Uhr)
und vor allem..
.. sollte man den pädagogischen schwachsinn abschütteln, das ist nämlich der ursprung allen übels!!
ich_hasse_stern (12.07.2007, 11:02 Uhr)
@sportartmakler
.. lösung ?? wollen sie mich verarschen ?!??! .. wenn sie lehrer sind sollten sie GENAUSTENS wissen was man tun sollte damit die blagen ´wieder richtige moral annehmen.. wenn sie dqas nicht wissen dann haben sie in diesem beruf nichts zu suchen!!!
HARTES DURCHGREIFEN !! AUCH MIT KÖRPERLICHER ZÜCHTIGUNG !! VERBOT VON GEWALTÄVERHERRLICHENDER UND MENSCHENVERACHTENDER 'MUSIK' (als musik würde ich den dreck nicht bezeichnen) .. IN ERSTER LINIE HIPHOP (vor allem den deutschen hiphop-dreck).. EINFÜHRUNG VON SCHULUNIFORMEN(würde seinen teil beitragen)
sportartmakler (11.07.2007, 10:00 Uhr)
@mupfeline@
gebe ihnen in den ersten beispielen der steuerverschwendung völlig recht, skandal ist für solche unnützigen ausgaben noch untertrieben. bei den lehrern sieht das anders aus. ich weiß nicht wann sie das letzte mal in einer schule waren. glauben sie mir, sie wollten auf keinen fall tauschen. die schüler sind und werden immer agressiver im tonfall und leider auch in körperlichen angriffen. das ist nicht die schuld der lehrer oder der schüler, sondern ein gesellschaftliches problem.lösung leider unbekannt. und tun sie das verhalten der schüler nicht als "streiche" ab!!!
Facti (11.07.2007, 09:06 Uhr)
Den Magen hebt es mir
wenn ich den einen Tag lese eine Steuersenkung für die breite Masse ist nicht machbar und einen Tag später wird die Senkung der Unternehmenssteuern verkündet. Am dritten Tag dann heißt es die Gebühren für TÜV und Führerschein, denen man nicht ausweichen kann, steigen. Diese Typen, ob sie nun in Berlin, Wiesbaden, München oder sonstwo sitzen, gehören zu Paaren getrieben und mitsamt dem Beamtenpack zum Teufel gejagt. Franzosen würden sich diese Verarsche nicht bieten lassen.
mupfeline (11.07.2007, 06:12 Uhr)
Nein, der Staat nimmt nicht die Luft zum Atmen
Er schnürt sie ab. Natürlich müssen Steuern sein um die Infrastruktur und das Gemeinwohl am Laufen zu halten. Die Frage ist aber WIE der Staat mit dem Geld umgeht welches ihm die Bürger anvertrauen. Und hier besteht leider sehr viel Handlungsbedarf. Brücken die ins nirgendwo führen, Schulen die instandgesetzt werden um dann geschlossen zu werden, Biotope die errichtet werden um wenig später Häuslebauern platz zu machen - all das muss man doch SEHEN. Wir leisten uns quasi zwei Hauptstädte und unterstützen tausende Pendler die nicht willens sind umzuziehen. Von jedem Arbeitslosen wird Flexibilität verlangt - aber die Herren Beamten des Bundes die dürfen bleiben und pendeln.
Solche Unterschiede sind es die mir den Hals abschnüren und mich rot vor Zorn werden lassen. Beamte die grobe Fehler machen die gehören abgemahnt und dann - bei Nichtänderung ihres Verhaltens - entlassen. Und nix als entlassen. Wie kann es sein dass wir Lehrer berenten weil sie eine Schülerphobie haben?! Solche Leute gehören zum Arbeitsamt und haben Hartz IV Empfänger zu werden. Basta! Und nicht etwa mit einer ordentlichen Pension in die Frühverrentung.
All diese kleinen Sachen summieren sich doch, sie sind es die das schlechte Klima ausmachen. Es wird höchste Zeit dass auch diese Leute für ihre Arbeit verantwortlich zu sein haben - jeder Elektriker und jede Krankenschwester und jeder Schulbusfahrer ist für seine Arbeit verantwortlich. Und die Vertreter des Staates sollten es nicht sein? ...
MMSterling (10.07.2007, 15:21 Uhr)
Der Möllemann hatte schon recht...
...solange man versucht, die Staatsausgaben sinnhaltig zu kürzen, wird es immer eine Lobby geben, die das verhindert. Lediglich eine jährliche Reduzierung quer durch alle Ressorts "mit dem Rasenmäher" wird die Staatsausgaben senken, und damit auch die Steuerlast. Aber wir lieben nun mal Politiker, die uns Geschenke machen, auch wenn wir sie dann in den nächsten 4 Jahren (oder auch länger) teuer bezahlen müssen.
Und dabei arbeiten ja nur statistisch "alle" bis zum 13. Juli. Manche kassieren ab dem 1. Januar, andere zahlen bis in den August hinein.
Ich freue mich schon auf den Aufschrei, wenn Lafontaine mit seinen Kumpels von der Ex-SED mal in die Regierungsverantwortung kommt und die Steuerzahler dann die Quittung für "ihre" Wahlgeschenke von Finanzamt und Sozialversicherungen präsentiert bekommen.
gustrau (10.07.2007, 12:46 Uhr)
zu kurz gedacht
der `stern´ ist bekannt für sein hohes niveau.
dieses nach unten ziehend sind einzig leserkommentare wie die von >> sasakreta (10.7.2007, 7:16 Uhr) „Hirn einschalten“
Silbador (10.07.2007, 12:05 Uhr)
wie schön, dass das Abkassieren ...
...hier noch eine Lobby hat!
Bei allem Verständnis für staatliche Ausgaben: unser Staatssystem ist zu aufgebläht und zu teuer. Wozu brauchen die Länder zum Beispiel ein Ganztagesparlamament? Dafür hätte ich bei einer Neuaufteilung in 8 bis höchstens 10 Länder Verständnis, nicht aber so wie es heute ist. Auch der Solidaritätszuschlag wurde inzwischen zur Dauereinnahmequelle umfunktioniert und dabei sieht es im Westen oft schlimmer aus als im Osten.
Es geht nicht darum dem Staat die Steuern abzusprechen, der Staat sollte aber mit dem im anvertrauten Mitteln anständig umgehen. Die meisten Subventionen sind absolut unangebracht: wenn ein Pferd tot ist, kann man eben nicht mehr damit reiten. Nur weil man es weiter mit Futtervollstopft, wird es nicht wieder lebendig.
Bei uns fängt die Korruption doch inzwischen schon in den kleinsten Gemeinden an, wir sind zu einer Bananenrepublik verkommen. Ich erinnere nur an die Kohl´schen Schwarzkassen. Das war aber nur die Spitze des Eisberges. Keiner kratzt zu sehr an der Oberfläche des anderen, man könnte ja auch bei ihm mal genau hinschauen.
TANGO KORRUPTI pur
IsyAltklug (10.07.2007, 11:15 Uhr)
Ist schon seltsam,....
... da geht ein Aufschrei der Empörung durchs Volk, wenn die Arbeitslosenhilfe gegen Hartz IV ersetzt wird, wenn Leistungen gestrichen werden, wenn Ansprüche reduziert werden. Gleichzeitig beschweren sich hier die Leute aufs Übelste über die wachsende Abgabenlast. Was wollt ihr, Leute? Rundumversorgung, weich fallen, Erwartungen, Ansprüche, der Staat hats zu richten, der Staat hats zu machen. Doch wovon? Solange die Mitnahme-Mentalität der Deutschen derart ausgeprägt ist, muss man sich über immer mehr wachsende Steuerabgaben nicht wundern. Das eine was man will, dass andere was man muss.
Antidemokrat (10.07.2007, 10:52 Uhr)
Zahle gerne
Ich zahle gerne, nur wo sind denn die fehlenden 10.000 Polizisten ... alleine in NRW ? Die Verschwendung muß gestoppt werden, die Steuern sind für uns alle und der Organisation unseres Zusammenlebens ... dies müßte man mal den Politikern einbläuen !
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