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Stiftung Warentest: Hier gibt es noch Gratiskonten ohne versteckte Gebühren

Immer mehr Banken verlangen Gebühren fürs Girokonto. Und selbst vermeintlich kostenlose Angebote haben oft einen Haken. Behalten Sie den Überblick!

Geldautomat

Kostenlose Girokonten werden zur Seltenheit

Weil die Banken keine Zinsen mehr erwirtschaften, müssen sie es eben von den Sparern nehmen. Viele Geldinstitute haben bereits in den vergangenen Monaten ihre Gebühren erhöht - und das Gratis-Konto abgeschafft. Und der Trend setzt sich 2017 nahtlos fort. Wie die Stiftung Warentest berichtet, haben weitere 24 Banken und Sparkassen ihre Kontoführungsgebühren zum Jahreswechsel geändert oder angekündigt, dies zu tun.

Für den Kunden wird es dabei teilweise richtig unübersichtlich. So bietet die Sparda-Bank Münster ihren Kunden statt des bisher kostenlosen Kontos plötzlich drei Kontomodelle an, die alle unterschiedliche Kosten haben. So gibt es weiterhin ein Konto ohne Grundpreis, bei dem allerdings jede Papierüberweisung 3,50 Euro kostet. Wer alle Buchungen inklusive haben will, muss einen monatlichen Grundpreis von 3,99 Euro zahlen. Ohne regelmäßigen Geldeingang kostet diese Variante 5,99 Euro im Monat.

Kostenloses Konto nur unter Bedingungen

Auch die Sparda-Banken in Hamburg und Hessen verlangen künftig Geld für jede Papierüberweisung. Bei der PSD Berlin-Brandenburg bleibt das Konto nur kostenlos, wenn jeden Monat mindestens 1000 Euro Gehalt eingehen - sonst werden drei Euro im Monat fällig. Die DKB verlangt künftig einen Gehaltseingang von 700 Euro im Monat, sonst fällt das kostenlose Geldabheben und Bezahlen im Ausland weg.

Die Volksbank Mittelhessen hat die Kontoführungsgebühren zum Jahreswechsel von 3,50 Euro auf 4,49 Euro erhöht und die Frankfurter Sparkasse hat ebenfalls je nach Modell die Gebühren für Kontoführung oder Überweisungen erhöht. Zum 1. Februar wird's dann auch bei der BBBank teurer, Papierüberweisungen kosten 1,50 Euro und die Kreditkarte 25 Euro statt bisher 19,90 Euro im Jahr.

Wettbewerbszentrale nimmt "Kostenlos"-Versprechen ins Visier

Die Beispiele zeigen: Nicht nur bei der Grundgebühr fürs Konto können die Banken die Preisschraube ansetzen, sondern auch bei Überweisungen oder dem Jahrespreis der Kreditkarte. Wenn ein Geldinstitut sein Konto als "kostenlos" anpreist, sollten Verbraucher daher lieber genau hinschauen, ob nicht hintenrum doch Gebühren anfallen.

Die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs hat diese Masche bereits ins Visier genommen und in einem ersten Fall erfolgreich unterbunden: Das Landgericht Düsseldorf entschied Anfang Januar, dass die Sparda-Bank West ihr Girokonto nicht mehr als "kostenlos" bewerben darf, weil die zugehörige Girocard zehn Euro im Jahr kostet. Nun müssen auch andere Banken Beschwerden der Wettbewerbszentrale fürchten.

Hier gibt's noch Gratis-Konten

Wirklich kostenlos ohne Bedingungen sind laut der Stiftung Warentest nur noch wenige Angebote. Gratiskonten bieten etwa noch die Direktbanken Comdirect, Consorsbank, ING-Diba und Norisbank sowie die überregionalen Filialbanken Santander und Santander Consumer Bank. Auch einige PSD- und Sparda-Banken sowie die Wüstenrot-Bank haben kostenlose Angebote. Eine ausführliche Übersicht bietet der Girokonten-Vergleich von Stiftung Warentest

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