Soros empfiehlt Deutschland Austritt aus dem Euro

9. April 2013, 19:42 Uhr

Deutschland ein Euro-Musterschüler? Jedenfalls nicht nach Ansicht von George Soros. Der US-Starinvestor meint, Deutschland behindere die Lösung der Schuldenkrise - und sollte Eurobonds akzeptieren.

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George Soros: "Unglücklicherweise ist Deutschland gegen Eurobonds".©

Im Kampf gegen die Euro-Schuldenkrise sollte Deutschland nach Überzeugung von US-Starinvestor George Soros den Widerstand gegen Eurobonds aufgeben - oder aus der Währungsunion austreten. "Eurobonds akzeptieren oder den Euro verlassen - beides ist für Europa und Deutschland besser, als weiterzumachen wie bisher", sagte Soros am Dienstag bei einer Veranstaltung an der Goethe-Universität Frankfurt. Nur ein aktives Deutschland könne die aktuelle Krise überwinden.

Die Idee von Eurobonds ist umstritten, da bei dieser Art Anleihe EU-Staaten gemeinsam Schulden aufnehmen würden. Kritiker meinen, klamme Staaten hätten so keinen Anreiz zum Sparen. Deutschland sieht sich selbst bislang als Musterschüler in der Euro-Krise - im Gegensatz zu Ländern mit gewaltigen Schuldenproblemen wie etwa Zypern oder Portugal.

Soros sieht die Lage etwas anders. Nach Meinung des Starinvestors sind Eurobonds, die Deutschland für eine schlechte Idee hält, eine einfache und praktikable Lösung für die europäische Schuldenkrise. "Wenn denjenigen Staaten, die den Fiskalpakt einhalten, erlaubt wird, ihre gesamten Anleihen in Eurobonds zu tauschen, wäre dies kaum weniger als ein Wunder", sagte der 82-Jährige.

Die Gefahr eines Zahlungsausfalls einzelner Euro-Länder würde sich in Luft auflösen. Gleichzeitig würden sich die Haushaltsdefizite der Schulden-Staaten in Überschüsse verwandeln, weil die Zinsbelastung zurückgehe. Die Regierungen hätten dann Luft für Konjunkturprogramme. "Damit würden sich die meisten scheinbar unlösbaren Probleme in Luft auflösen."

Soros hält Eurobonds für eine günstige Lösung

Die deutsche Furcht, dass die Einführung von Eurobonds den Reform- und Spareifer der Schuldenstaaten erlahmen lassen könnte, sei unbegründet. Schließlich dürfte jedes Euro-Land im Rahmen des Fiskalpakts nur einen Teil seines Finanzbedarfs mit Hilfe von Euro-Bonds decken. "Wenn ein Mitglied zusätzliche Schulden macht, muss es dieses Geld mit eigenen Anleihen aufnehmen", sagte Soros. Die dann zu erwartenden deutlichen Zinsaufschläge seien ein starker Anreiz zur Sparsamkeit.

"Unglücklicherweise ist Deutschland gegen Eurobonds", sagte Soros. Die Einführung von Eurobonds käme aber deutlich billiger als die bisherige Strategie. "Wenn Deutschland weiterhin gegen Eurobonds ist, sollte es über einen Austritt aus der Euro-Zone nachdenken, um den übrigen Staaten die Einführung zu ermöglichen." Er wiederholte damit Aussagen, die er im vergangenen September in einem Interview mit Reuters TV gemacht hatte.

Das Problem sei, dass Deutschland immer nur so viel wie unbedingt nötig mache, um den Euro zu retten, aber keinen Deut mehr. Das sei ein Fehler, der teuer werden könne. "Die Krise wird sich wahrscheinlich sogar noch vor den Wahlen in Deutschland verschärfen." Bis dahin könne Deutschland schon wie andere Euroländer in die Rezession gestürzt sein.

Soros begründete seinen Ruhm innerhalb der Investment-Branche Anfang der 1990er Jahre, als er mit massiven Wetten gegen das Pfund Sterling ein Vermögen machte. Einem Bericht des "Wall Street Journal" vom Februar zufolge verdiente sein Hedgefonds allein an der jüngsten Abwertung des japanischen Yen mehr als eine Milliarde Dollar.

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