Vattenfalls Ärger mit der Frist

22. November 2012, 16:30 Uhr

Stromriese Vattenfall will wie viele Anbieter zum 1. Januar die Preise erhöhen. Bei einigen Kunden hat er aber laut Verbraucherzentrale Hamburg die Frist verpasst. Es wäre ein peinliches Versäumnis.

Immer dieser Ärger mit den Fristen. Es gibt wohl kaum einen Kunden, der nicht schon mal den Stichtag verpasst hat, zu dem er eigentlich den alten Handyvertrag oder ein unnötiges Jahresabo kündigen wollte. Ausnahmsweise trifft der Fristen-Frust nun mal nicht den Verbraucher sondern ein Unternehmen: Der Energieversorger Vattenfall plant, wie mehr als 500 weitere Anbieter, zum 1. Januar die Preise zu erhöhen. Darüber hat er möglicherweise viele Kunden zu spät informiert.

Die Verbraucherzentrale Hamburg berichtet, bei ihr hätten sich zahlreiche Kunden gemeldet, die den entsprechenden Brief erst am 21. November erhalten hätten. "Das Erhöhungsschreiben hätte aber am 20. November bei den Kunden eingehen müssen", sagt Günter Hörmann von der Verbraucherzentrale Hamburg. Denn die gesetzliche Frist für eine Ankündigung der Erhöhung beträgt genau sechs Wochen - und keinen Tag weniger. Die Preiserhöhung sei daher unwirksam.

Vattenfall ist anderer Meinung: "Die Benachrichtigung ist form- und fristgerecht erfolgt", sagte ein Sprecher stern.de. Die Briefe seien bis zum 19. November rausgegangen und würden die Kunden bis zum 24. November erreichen. Das würde reichen, um den Stichtag 20. November zu wahren.

Nächtliche E-Mails an Kunden

Die Verbraucherzentrale geht dagegen von einem Versäumnis Vattenfalls aus und berichtet von nächtlichen "Verzweiflungsaktionen". So sei ein Kunde in der Nacht vom 20. auf den 21. per E-Mail informiert worden und ihm zugleich ein postalisches Schreiben angekündigt worden. Die Verbraucherzentrale rät betroffenen Kunden, Vattenfall auf das Fristversäumnis hinzuweisen und auf der Beibehaltung des Preises zu bestehen.

Ob es wirklich ratsam ist, einen solchen Kleinkrieg anzuzetteln, muss jeder selbst wissen. Es gibt allerdings eine deutlich einfachere Option, die funktioniert, ganz egal welche Seite recht hat: Preise vergleichen und zu einem günstigeren Anbieter wechseln.

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