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10. Juni 2007, 15:59 Uhr

Ein Drittel Aufschlag

Nachdem die Konzerne ihre Preise nicht mehr genehmigen lassen müssen, dürfen Kunden zum 1. Julie im Extremfall mit Preissteigerungen von bis zu 34 Prozent rechnen. Gestiegen sind die Kosten der Konzerne dabei kaum.

Gleiche Kosten, aber extreme Preissteigerungen: Die Kalkulation ist undurchsichtig© Volker Hartmann/DDP

Wie "Euro am Sonntag" unter Berufung auf den Branchendienst Verivox berichtet, haben bereits 67 Versorger in Deutschland Tariferhöhungen angekündigt. Danach müssten Kunden mit Preissteigerungen im Extremfall von bis zu 34 Prozent rechnen. Insgesamt gehe Verivox von bundesweit über 100 Tarifanhebungen zum 1. Juli aus.

Der Vorsitzende des Bundes der Energieverbraucher, Aribert Peters, bezeichnete die geplanten Erhöhungen als "Geschmacklosigkeit". Es handele sich um einen "groben Missgriff" ohne sachliche Begründung, sagte Peters. Die Kosten der Konzerne seien nicht wesentlich gestiegen. Seinen Schätzungen zufolge sind die Strompreise in Deutschland schon jetzt um bis zu 25 Prozent zu teuer.

Die zum 1. Juli angekündigten Preiserhöhungen seien daher nicht zu rechtfertigen, sagte Peters. Er empfahl den Stromkunden, aus Protest ihren Anbieter zu wechseln, auch wenn der Spareffekt wegen der hohen Netzentgelte der Stromkonzerne gering sei. Außerdem könne der Verbraucher den Strompreiserhöhungen schriftlich widersprechen und die Erhöhung nicht zahlen.

Der Preis der Liberalisierung

Wesentlicher Grund für die Preiswelle sei das Ende der Bundesverordnung Elektrizität, erklärte Peters. Danach müssten sich Stromerzeuger ab Juli die Erhöhung ihrer Grundpreise nicht mehr vom Wirtschaftsministerium des jeweiligen Bundeslandes genehmigen lassen.

Wie "Euro am Sonntag" weiter berichtete, planen die Stadtwerke Weißenfels in Sachsen-Anhalt den höchsten Preisaufschlag für ihre Kunden. Bezogen auf einen vierköpfigen Standardhaushalt (Jahresverbrauch 4000 KWh) steige der Tarif ab Juli um 34,2 Prozent. Dahinter folgten die Elektrizitätsgenossenschaft Ohlstadt (23,0 Prozent Preiserhöhung), die Stadtwerke Bad Tölz (18,3 Prozent), die Stadtwerke Deggendorf (15,1), die Gemeindlichen Werke Hengersberg (15,1), die Stadtwerke Zirndorf (13,0), die Gemeindewerke Nüdlingen (12,6), die Stadtwerke Zeil am Main (12,5), die Stadtwerke Georgsmarienhütte (12,1) und die Niederrheinwerke Viersen und die Stadtwerke Wittenberge (je 11,4).

DPA

 
 
KOMMENTARE (10 von 12)
 
terrorist (11.06.2007, 16:59 Uhr)
kann mir mal jemand verraten..
.. warum wir uns nich alle zusammen horten und die ganze bande kaputtschlagen ???
ich mein... die verarschen uns doch eh alle und permanent..
was da abgeht ist weder tragbar noch sonst was..
gewalt ist zwar keine lösung aber immerhin eine alternative!
(oder hat jmd ne bessere idee)
whismerh2 (11.06.2007, 13:21 Uhr)
Lügenbarone
Ich kann mich noch gut erinnern
wie die Privatiesierung uns als,
"für uns wird alles preisgünstiger"
verkauft wurde.Durch den Wettbewerb
wird alles besser und ähnl. bla bla.
Fakt es war wie übliche alles eine Lüge und da sich die Konzerne untereinander sowie absprechen kann
sowieso kein Wettbewerb entstehen.
Fragt man sich nur warum div. Politiker in div. Stromkonzerne
in Aufsichtsräten sitzen oder div.
Aktienpakete halten.
Ein Schelm wer dabei böses denkt.
Mir tun vor alledem die berechtigten
Hartz IV Empfänger leid für die wird
es ja immer schlimmer.
Aber auch der Durchschnittverdiener
un Mittelstand darf sich auf höhere
Lebens-und Betriebskosten einstellen.
RomanTicker (11.06.2007, 12:41 Uhr)
Wechsel zum günstigeren Anbieter
Es hilft kein Gejammer sondern nur der Wechsel zum günstigeren Anbieter.
insLot (11.06.2007, 08:49 Uhr)
Hoch lebe die Liberalisierung
Die doch alles billiger und besser macht.
Vielen lieben Dank an dieser Stelle an unsere dummen und korrupten Politiker denen wir das zu verdanken haben. Dafür zahlt man doch gerne mehr.
gmathol (11.06.2007, 06:37 Uhr)
Leider sind die Erzeugerpreise gestiegen und werden weiter ansteigen.
Fatalerweise sind viele Laender dem Trend gefolgt Strom aus Erdgas zu erzeugen, da hier der hoechste Nutzungsgrad erreicht werden kann. Machen wir uns nichts vor, die Billigzeiten sind endgueltig vorbei. Was Merkel dazu veranlasst hat Deutschland Energieversorgung durch amerikanische angeordnete Politik gegen Russland zu betreiben, bleibt wohl Merkels Geheimnis.
Stellt euch schon mal auf kalte Wintertage ein. Dafuer koennt ihr euch ja am Laecheln von Fuehrer Bush erwaermen.
Das derzeitige Wirtschaftsmodell ist plutokratisch gepraegt und das hat nichts mehr mit Marktwirtschaft oder gar Sozialem verantwortungsbewusstem Handeln zu tun.
Justizius (11.06.2007, 00:50 Uhr)
Privatisierung und kein Ende
Na, ist das nicht super???
Da macht doch Globalisierung und die damit verbundene Privatisierung mal richtig Spass!!! Alle Macht den Konzernen und dem Kapital!!! Die Umsätze steigen und die Aktionäre werden jubeln! Wer leider auf der Strecke bleiben wird, ist der Durchschnittsverbraucher, der wieder mal den Reichen Konzernen und Aktionären die Tasche füllen darf. Hammerhart trifft es die HartzIV-Empfänger, die so schon kaum die Stromrechnung bezahlen können. Von Preisstabilität kann man in diesem Land schon lange nicht mehr reden, welches zum Spielball der "Global Player" bzw. den Großkonzernen geworden ist.
Einen schönen Dank an unsere Politiker-Kaste, die einmal mehr beweist, wie tief sie in den sprichwörtlichen Hintern der Konzerne gekrochen ist und wie weit sie am Volk vorbei regiert.
juergenkalaehne (11.06.2007, 00:20 Uhr)
So ist das in der sozialen Marktwirtschaft.....
Strompreise steigen, weil die Koalition das Ende der Bundesverordnung Elektrizität will und damit weniger soziale Marktwirtschaft akzeptiert. Also : Weniger staatliche Kontrolle beim Wirtschaftsgut Energie. Das führt für Millionen von Menschen in Deutschland durch die angekündigten Preiserhöhungen zu geringeren finanziellen Spielräumen. Da zudem weitere Preiserhöhungen bei vielen Produkten zu erwarten sind, schließlich ist Strom ein Produktionsfaktor, sind der Abschwung der Konjunktur und eine geringere Lebensqualität für viele Menschen in Deutschland vorprogrammiert....Diplomkaufmann Jürgen Kalähne
DerAndere (10.06.2007, 21:36 Uhr)
Atomausstieg?
Bin ich ja mal gespannt, wer den dann auch noch bezahlen will. An Ökostrom ist ja vieles toll, aber nicht der Preis.
hevosenkuva (10.06.2007, 19:23 Uhr)
verstaatlichung?
@ganzbaf: au backe, wenn das inselkarl liest!
S-achte (10.06.2007, 18:07 Uhr)
Ich geh nach China!!!!
Da bekomm ich's all inclusive .... noch ....
Grüßle
Roland
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