Startseite

"Eher landet ein Dieb im Gefängnis als ein Banker"

In Hamburg hat der Prozess gegen den früheren Vorstand der HSH Nordbank um Ex-Chef Dirk Nonnenmacher begonnen. Den Managern drohen lange Haftstrafen - doch viele glauben nicht, dass es soweit kommt.

Von Alexander Sturm

  Wegen Untreue auf der Anklagebank: Seit heute muss sich der komplette frühere Vorstand der HSH Nordbank, darunter Ex-Chef Dirk Nonnenmacher (erste Reihe, zweiter von rechts) vor dem Oberlandesgricht Hamburg verantworten.

Wegen Untreue auf der Anklagebank: Seit heute muss sich der komplette frühere Vorstand der HSH Nordbank, darunter Ex-Chef Dirk Nonnenmacher (erste Reihe, zweiter von rechts) vor dem Oberlandesgricht Hamburg verantworten.

  • Alexander Sturm

Bis zum Absturz vergingen nur wenige Wochen: Kurz vor Weihnachten 2007 nahmen Hans Berger, damals Chef der HSH Nordbank, und seine Vorstandskollegen im Eilverfahren der französischen Bank BNP Paribas ein 400 Millionen schweres Wertpapierpaket ab - und schon im Januar stand ein Verlust von 62 Millionen Euro in den Büchern der Landesbank. Was war passiert?

Kurz vor der Finanzkrise brauchte die HSH Nordbank dringend frisches Geld - eine dünne Kapitaldecke hätte beim damals geplanten Börsengang schlecht ausgesehen. So einigten sich Berger, Dirk Jens Nonnenmacher - zu jener Zeit noch Finanzvorstand - und vier weitere Manager auf das riskante Überkreuzgeschäft "Omega 55": Sie ließen Immobilienkredite bei der BNP Paribas gegen einen Ausfall versichern, sodass die Bank dafür kein Geld hinterlegen musste - die Eigenkapitalquote stieg so zum Bilanzstichtag am Jahresende. Im Gegenzug übernahm sie jene verhängnisvollen Ramschpapiere von den Franzosen, später sollte das Geschäft rückabgewickelt werden. Doch das ging schief. In der Finanzkrise verloren die Papiere rasant an Wert und die HSH Nordbank fuhr laut Staatsanwaltschaft ein Minus von 158 Millionen Euro ein, das die Eigner, die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein, mit Steuergeld ausgleichen mussten.

"Der Vorstand hat seine Pflichten verletzt"

Nun steht dafür der komplette damalige Vorstand vor dem Hamburger Oberlandesgericht: Angeklagt wegen Veruntreuung von Bankvermögen in einem besonders schweren Fall sind neben Nonnenmacher und Hans Berger der frühere Immobilienvorstand Peter Rieck, der ehemalige Risikovorstand Hartmut Strauß, Ex-Kapitalmarktvorstand Jochen Friedrich und Bernhard Visker, der für das Firmenkundengeschäft zuständig war. Nonnenmacher und Friedrich wird zusätzlich "unrichtige Darstellung", sprich Bilanzfälschung, vorgeworfen - sie sollen die Verluste aus dem Omega-Deal bewusst kaschiert haben.

Das Urteil, mit dem nicht vor 2014 zu rechnen ist, wird in der Bankenbranche mit Spannung erwartet. Zum ersten Mal in der Finanzkrise könnte ein ganzer Vorstand wegen riskanten Geschäften strafrechtlich belangt werden. Doch dazu muss die Staatsanwaltschaft beweisen, dass die Manager sich persönlich strafbar gemacht haben. Gelingt das, drohen ihnen laut bis zu zehn Jahre Gefängnis wegen Untreue; auf Bilanzfälschung steht eine Höchststrafe von drei Jahren. Die Manager weisen die Vorwürfe zurück.

Für die Anklageseite ist die Sache klar: "Der Vorstand ist trotz unzureichender Risikoprüfung bewusst ein unverhältnismäßig hohes Risiko eingegangen", warf die Staatsanwaltschaft den Managern beim Verlesen der Anklageschrift vor. Die Kreditvorlage, auf deren Grundlage der Vorstand das Geschäft beschloss, habe keine aussagekräftigen Information über Kosten und Erträge des Geschäfts enthalten. Die Manager seien gar nicht in der Lage gewesen, das Geschäft ausreichend zu prüfen. "Der Vorstand hat seine Pflicht verletzt."

Untreue schwer nachzuweisen

Doch viele Juristen glauben nicht, dass es zu langen Gefängnisstrafen kommt - nicht einmal der Hamburger Strafrechtler Gerhart Strate, der das Verfahren selbst ins Rollen gebracht hatte. "Da wird keiner mit einer mehrjährigen Freiheitsstrafe aus dem Saal gehen", sagte er der "Süddeutschen Zeitung". Grund für seine Zweifel ist Untreue-Paragraf 266 im Strafgesetzbuch, der bei Juristen schon seit Jahren für Diskussionen sorgt. Der Passus verpflichtet die Verwalter von fremden Vermögen, dieses sorgfältig zu betreuen, legt aber nicht fest, was dabei verboten und was ein angemessenes Risiko ist. Daher wird der Paragraf in der Rechtssprechung unterschiedlich ausgelegt.

"Für die Staatsanwaltschaft ist es extrem schwer, in diesem Prozess Untreue nachzuweisen", sagt Helge Petersen, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht in Kiel, im Gespräch mit stern.de. Schließlich müsse die Staatsanwaltschaft belegen, dass der Vorstand vorsätzlich ein unverhältnismäßig hohes Risiko eingegangen sei. Dafür brauche es wasserdichte Beweise. "Zugespitzt gesagt wird eher ein Wiederholungstäter beim Klauen von Müsliriegeln oder beim wiederholten Schwarzfahren ins Gefängnis gesteckt als ein Banker". Schließlich müsse in einem Strafverfahren eine eindeutige Kausalität zum Schaden in Bezug auf das Handeln oder Unterlassen des Angeklagten gegeben sein. "Gelingt es dem Gericht an irgendeinem Punkt nicht, die Kette zusammenzubringen, gilt der Grundsatz im Zweifel für den Angeklagten."

Selbst der zuständige Richter Marc Tully äußerte am Mittwoch leise Zweifel. Riskante Geschäfte wie der Omega 55-Deal dürften nur nach sorgfältiger Prüfung geschlossen werden. Sei eine solche nicht oder nicht ausreichend gegeben, könne man eventuell von einer Pflichtverletzung sprechen, die für den Vorwurf der Untreue maßgeblich sei. Ob sich dieser Gedanke aber wirklich auf den Fall HSH Nordbank übertragen lasse, sei unklar. "In solchen Fällen gibt es nahezu keine Rechtsprechung", sagte Tully. "Insofern betreten wir juristisches Neuland."

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Was tun gegen ständige Lärmbelästigung in der Straße durch Lokal
Hallo, was kann man dagegen unternehmen wenn jedes Wochenende eine große Afterwork Studenten Party in dem Tanzlokal nebenan stattfindet. Es findet jedes mal eine massive Ruhestörung vor. Es geht meistens von 23:00 bis 03:00 Morgens. Unsere Lebensqualität ist momentan arg eingeschränkt. Wir wussten schon als wir hierher gezogen sind das es ab und zu etwas lauter sein kann. Aber das es jetzt solche extremen Ausmaße nimmt konnten wir nicht ahnen. Bei der Polizei ist dieses Party/Lokal wegen Ruhestörung bekannt. Nur leider unternimmt niemand etwas dagegen. Wir wohnen jetzt 5 Jahre in der Wohnung neben dem Lokal. Aber wir sind jetzt am überlegen deshalb nächstes Jahr wenn es finanziell möglich ist umzuziehen. Was kann man solange tun? Fenster im Sommer geschlossen halten ist unzumutbar. Beschweren beim Lokal Besitzer sowie bei der örtlichen Stadt die sowas genehmigt bringt auch nichts. Wenn es heißt war um wir dort hin gezogen sind, leider ist Heilbronn momentan eine reine Studentenstadt , das heißt als wir hierher gezogen sind waren damals nicht viele für uns preiswerte Wohnungen verfügbar, außerdem wurden damals schon sehr viele Wohnung nur an Studenten vermietet. Das heißt , uns ist nichts anderes übrig geblieben die günstigste Wohnung zu nehmen. Wie oben beschrieben hatten wir kein Problem damit das ab und an eine Veranstaltung stattfindet. Nur , es findet jetzt jedes Wochenende etwas sehr lautstarkes statt.
Ionisiertes Wasser oder Osmosewasser ?
Klar
Liebe Sternchen Community. Vor kurzem war ich bei einem Arzt und er hatte Azidose bzw. eine latente Übersäuerung festgestellt. Daraufhin habe ich viel recherchiert und einige Bücher gelesen. Erst bin ich auf die basische Ernährung gestoßen, die sehr effektiv sein soll, allerdings auch schwierig immer im Alltag zu praktizieren ist. Dann habe ich zufällig einen guten Bericht über ionisiertes Wasser bzw. basisches Wasser gefunden und mir auch ein Buch gekauft, "trink dich basisch" und "jungbrunnenwasser" da wird sehr positiv davon gesprochen. Insbesondere soll es auch das stärkste Antioxidanz sein mit Wasserstoff. Außerdem soll es den Körper basischer und Wiederstandsfähiger machen. Darmmileu und Blutmileu werden günstig beinflusst, heißt es. Sogar Haarausfall soll verhindert werden, weil die Hauptursache davon ist wohl Mineralienmangel, wegen Übersäuerung (pH Wert im Blut und Körper), weniger wegen der Genetik. Und noch einige weitere Vorteile hat es wohl, wie Obst und Gemüse wieder zu erfrischen. Und der Kaffee und Tee schmeckt wohl besser. Und noch einiges mehr.. Stimmt das? Allerdings habe ich "ionisiertes Wasser" gegoogled und bin auf einige Berichte gestoßen, die negativ davon sprechen. Meistens scheinen es Umkehrosmose Wasser Verkäufer zu sein, die so schlecht davon schreiben. Ich habe mal gehört Umkehrosmosewasser ist schädlich, weil es die Osteoporose verstärkt. Einige nennen es auch Osteoporosewasser, weil es wie destilliertes Wasser keine Mineralien mehr hat und deshalb Mineralien aus dem Körper zieht. Also ist es bestimmt nicht gut Osmosewasser zu trinken. Ich würde gerne mal ionisiertes Wasser probieren. Naja, aber hat jetzt jemand echte Erfahrung damit gemacht? Hat wer so einen "Wasserionisierer" zu Hause? Welches Wasser trinkt Ihr? Würde mich interessieren, weil die schon recht teuer sind. Aber vielleicht kaufe ich mir einen mit Ratenzahlung, wenn ich mir sicher bin. Im Moment braucht es etwas Aufklärung... Bitte nur seriöse Kommentare. Liebe Grüße KLAR

Partner-Tools