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Die Millennials werden zur Generation Altersarmut

Die Millennials müssen für zwei Generationen sorgen: Heute für die vielen Alten, die immer länger leben, und später für sich selbst, wenn sie in den Ruhestand gehen. Niedrigzinsen und schlecht bezahlte Jobs machen das nicht leichter. 

Altersarmut in der Generation Y

Der Generation Y droht Altersarmut

Sie ernähren sich gesünder als jede Generation vor ihnen, sie haben keinen Bock auf Führungsverantwortung, achten auf einen Ausgleich zwischen und Freizeit und fordern viele Freiheiten von ihren Arbeitgebern: Die Generation Y beschäftigt die Meinungsforscher und Beratungsagenturen. Denn die Gruppe derjenigen, die zwischen 1980 und 2000 geboren wurde, scheint sich schwer greifen zu lassen. Unternehmen, Personalabteilungen, Krankenkassen, Versicherungen - und auch die Politik rätseln: Was will diese Generation? Wie können wir sie ködern, wie ihr gerecht werden? Ziemlich erwartbar - aber auch düster - sind die finanziellen Aussichten für diese Generation. Denn die Millennials müssen nicht nur sich selbst versorgen. Sondern auch noch ihre Eltern.

Millennials, das sind rund zwölf Millionen Menschen zwischen 20 und 35 Jahren in Deutschland, die durchschnittlich rund 2300 Euro brutto verdienen. Das mag zunächst nicht wenig erscheinen, schließlich stehen die jungen Menschen ja auch erst am Anfang ihrer Karriere. Doch tatsächlich verdienen die Jungen heute deutlich weniger als ihre Eltern in ihrem Alter. In den USA verdient die Generation Y rund 40.000 Dollar jährlich und damit 20 Prozent weniger als die Elterngeneration in jungen Jahren. Das ist besorgniserregend, denn durch die Inflation müsste das Lohnniveau eigentlich gestiegen und nicht gesunken sein. 

Zwischen Altersarmut und Rentenkürzung

Die junge Generation verfügt also real über weniger Einkommen. Doch davon müssen sie fürs Alter vorsorgen. Denn die staatliche Rente wird sie nicht absichern. Wer 35 Jahre Vollzeit arbeitet und dabei 2500 Euro brutto verdient, kann sich ab 2030 direkt auf einstellen - denn am Ende bleiben davon knapp 700 Euro als Rente übrig, so rechnet das Arbeitsministerium. Laut Recherchen des "WDR" muss man sogar 40 Jahre lang über 2100 brutto verdienen, um nicht in die Sozialhilfe-Schublade abzurutschen. Der Grund dafür ist das sinkende Rentenniveau von derzeit 51 Prozent auf 43 Prozent des durchschnittlichen Nettolohns vor Steuern. Das allerdings auch nur, wenn Sie Vollzeit gearbeitet haben.

Wer für Kinder oder Pflege von Angehörigen die Erwerbstätigkeit unterbricht, muss Abstriche hinnehmen. Klar ist: Von den Beiträgen, die diese Menschen einzahlen, sehen sie kaum etwas wieder. Denn das Geld wird für die Rente der heutigen Alten gebraucht. Den Millennials wird nur eine deutlich reduzierte staatliche Rente übrig bleiben, die eher als Grundsicherung zu verstehen ist.

Die gute Nachricht: Die Millennials wissen das. Keiner Generation zuvor wurde so eingebläut, privat fürs Alter vorzusorgen wie ihnen. 38 Prozent hat bereits eine Altersvorsorge. Doch die aktuelle Niedrigzinspolitik macht es der Generation Y nicht leicht, die Rente aufzubessern. Denn die üblichen Hebel - eine Lebensversicherung, ein Bausparvertrag oder ein Sparbuch - lohnen sich nur bedingt. Klassisches Sparen ist nicht mehr lukrativ, die Banken selbst zahlen keine Zinsen mehr für eingelagertes Geld der Kunden. 

Neue Finanzprodukte müssen her, die meist gar nicht so neu sind, aber an die sich die Deutschen lange nicht herantrauten. Doch die Millennials zählen auch zu der Generation, die die Finanzkrise bewusst erlebt hat. Dem Bankensektor vertrauen die Jungen nur wenig.

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Millennials bleiben optimistisch

Die Aussichten sind düster - doch offenbar lässt sich die Generation Y nicht unterkriegen. Wie das Marktforschungsunternehmen Penn Schoen Berland (PSB) im Auftrag für einen Smartphone-Hersteller herausfand, sind junge Europäer keine Zukunftspessimisten. "Millennials sind eine zukunftsorientierte Generation, die sich hohe Ziele steckt und durch schwierige Zeiten nicht abschrecken lässt", sagt Lauren Vincelli, Vice President des Marktforschungs-Unternehmens PSB, berichtet der "Tagesanzeiger".

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