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Warum ein Ikea-Manager glaubt, dass wir genug eingekauft haben

Wir haben alles - so äußert sich ausgerechnet der Ikea-Nachhaltigkeitschef. Wir hätten allen erdenklich Plunder gekauft - nun sei das Limit erreicht. Aber Ikea weiß schon, wer die Kunden von morgen sind.

  Genug Möbel gekauft - sagt Ikeas Nachhaltigkeitschef. Wachstumsmärkte sind die Schwellenländer.

Genug Möbel gekauft - sagt Ikeas Nachhaltigkeitschef. Wachstumsmärkte sind die Schwellenländer.

Ungewohnte Töne vom schwedischen Möbelhaus Ikea: Auf einer Konferenz der englischen Zeitung "Guardian" äußerte sich der Nachhaltigkeitschef Steve Howard überraschend konsumkritisch. Im Westen sei ein "peak", also das Limit dessen, was wir wirklich brauchen, längst erreicht, so Howard. Der Verbrauch im Westen sei längst auf die Spitze getrieben: Fleisch, Öl, Zucker - aber auch Möbel hätten wir im Überfluss, berichtet der "Guardian". Eigentlich keine erfreuliche Aussage für den Möbelgiganten - denn satte Kunden kaufen nichts mehr. 

Ikeas Zukunftsstrategie

Doch Howard glaubt nicht, dass seine Aussage im Kontrast zu Ikeas Zukunftsplänen steht. Das Unternehmen gab 2014 bekannt, dass es die Umsätze bis 2020 verdoppeln wolle. Bislang funktioniert das nur bedingt: Ikea eilte zwar Jahr für Jahr von einem Erfolgsergebnis zum nächsten. Nach 29,3 Milliarden Euro im Jahr 2014 lag der Umsatz 2015 bei 32,7 Milliarden. Doch das Ziel scheint kaum erreichbar.

Reparatur und Recycling bei Ikea

Howard sieht eine Veränderung im Konsumverhalten. Noch greifen wir bei Teekerzen und Bettwäsche im Möbelmarkt zu. Doch offenbar erwartet Howard nicht, dass mit der Wegschmeiß-Philosophie noch große Umsätze zu machen sind. Außerdem haben Menschen im Westen alles - selbst Dinge, die sie gar nicht brauchen. Daher könne Recycling und Reparatur von Möbeln künftig eine Rolle bei Ikea spielen, sagt Howard. Wie genau das aussehen könnte, sagt er nicht.

Ikea boomt in China - aber Deutschland bliebt wichtig

Das große Wachstum erwartet Ikea vor allem in den Schwellenländern. China ist für die Schweden der am schnellsten wachsende Markt, in Indien will Ikea in den kommenden zehn Jahren rund zwei Milliarden Dollar investieren und 2017 den ersten Markt eröffnen. Brasilien ist ebenfalls für die Schweden interessant.


Doch auch wenn Ikea an eine Expansion glaubt - noch macht der Möbelgigant einen großen Umsatzanteil in Deutschland. 4,4 Milliarden Euro, das sind immerhin mehr als 13 Prozent. Dahinter folgen die USA, Frankreich, Russland und Großbritannien. Offenbar gibt es immer noch Bedarf an Teelichtern und Billy-Regalen.



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