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Airbnb-Vermieterin soll 275.000 Euro Buße zahlen

Ist das das Ende des Wohnraum-Teilens? Eine Yoga-Lehrerin in New York soll umgerechnet 275.000 Euro Dollar zahlen, weil sie ihr Appartement über Airbnb vermietet hat.

  Angesichts des angespannten Immobilienmarktes in New York gehen die Behörden rigoros gegen illegale Vermietungen vor

Angesichts des angespannten Immobilienmarktes in New York gehen die Behörden rigoros gegen illegale Vermietungen vor

Madalina Lacob bewohnt ein schickes Appartement in New York. Klasse gelegen in Hells Kitchen. Dafür zahlt sie etwa 2000 Dollar Miete. Ihre Kasse besserte sie sich mit der Weitervermietung über Airbnb auf: Für 200 Dollar pro Nacht konnte man ihr Appartement bekommen. Jetzt hat sie ein Problem: Die Vermietung war nicht legal. Und nun wird sie von ihrem Vermieter auf die ungeheure Summe von 300.000 Dollar - umgerechnet 275.000 Euro - verklagt.

  So lieben es Touristen: Das Haus besitzt noch den alten Flair von Hells Kitchen. 

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Stadt spricht harte Strafen aus

Das hört sich unfair und überzogen an, tatsächlich gibt der Vermieter den Druck der Behörden nur weiter. Nachdem die Stadt die Vermietung bemerkte, deckte sie nämlich den Hausbesitzer mit Bußen ein. Den Angaben der Klage zufolge musste er bereits über 60.000 Dollar für das Fehlverhalten seiner Mieterin bezahlen und rechnet mit weiteren Bußgeldern. "Vor dem Gesetz ist der Eigentümer für diese Gesetzesverstöße verantwortlich, auch wenn der Mieter sie begeht und wir überhaupt keinen Anteil an den Geschäften dieser Dame haben", sagte der Anwalt des Eigentümers, Lawrence Silberman, der "Daily News." Der Mietvertrag untersage sogar ausdrücklich jede weitere Überlassung. Aber natürlich würden Mieter so etwas nicht zugeben oder melden, doch Lacob sei bei einer Kontrolle erwischt worden.

Erwischt und weiter gemacht

Städtische Inspektoren hatten Mieter in Lacobs Appartement aufgespürt. Auch Handwerker, die in dem Gebäude arbeiteten, bemerkten Urlauber mit Gepäck. Frau Lacob stritt zunächst alles ab, bei einem Besuch des Vermieters war sie allein in der Wohnung. Aber kurz darauf entdeckten die Kontrolleure der Stadt neue Untermieter. In dem Gebäude gäbe es keinen Doorman, so dass der Vermieter nicht kontrollieren könne, wer komme und gehe, klagt der Anwalt. "Das ist wie mit der Katze und den Mäusen."  

Ein älterer Mieter sagte der Presse freimütig, dass Lacob nicht die einzige in dem Gebäude sei, die ihre Wohnung wie ein Hotel betreibe. "Diese Airbnb-Typen gehen hier doch ein und aus." Verdienen will der Vermieter an der Klage nichts, sein Anwalt schätzt, dass allein die Bußen in der Summe 250.000 Dollar betragen werden. Die Strafen sind auch so hoch, weil die Stadt das Verhalten der Mieterin als hartnäckig und bösartig einstuft. Sie soll das Appartement unter einem falschen Namen angeboten haben. Übel aufgenommen wird vor allem, dass sie nach den ersten Ermahnungen einfach weitermachte. Deswegen wird der Vermieter nun auch wegen der Einrichtung eines illegalen Hotels belangt.

Nun muss sich Lacob einen Anwalt nehmen, um die ruinöse Klage abzuwenden. Auf den ersten Blick sieht es allerdings nicht so aus, als hätte sie eine Chance davonzukommen.

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