Zur mobilen Ansicht
Wechseln Sie für eine bessere Darstellung
auf die mobile Ansicht
Weiterlesen Mobile Ansicht
Startseite

Mietern drohen deftige Nachzahlungen

Mieter müssen sich auf dramatische Nachzahlungen bei den Nebenkosten einstellen. Laut Mieterbund sind die Preise für Energie, Wasser und Müll bundesweit kräftig gestiegen. Testen Sie Ihre Abrechnung mit der stern.de-Checkliste.

Die steigenden Energiepreise haben die Kosten für die "zweite Miete" nach oben getrieben. So müssen sich Mieter in diesem Jahr auf einen Anstieg ihrer Heizkosten um zehn Prozent einstellen. Bereits im vergangenen Jahr hatten die Heizkosten um zehn Prozent zugelegt, teilte Franz-Georg Rips, Direktor des Deutschen Mieterbundes (DMB) in Berlin mit. Dort präsentierte der Verband seinen Betriebskostenspiegel 2006 für Deutschland.

In Deutschland wurden zuletzt etwa 41 Milliarden Euro für die Nebenkosten des Wohnens aufgewendet. Dazu zählen etwa die Ausgaben für Heizung, Aufzug, Versicherungen und bestimmte Arbeiten im Haus. "Mieter müssen durchschnittlich 2,74 Euro pro Quadratmeter und Monat für die so genannte zweite Miete zahlen", sagte Rips.

Damit haben sich die Betriebskosten im Abrechnungsjahr 2005 um 12,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr erhöht. Für Mieter einer 80 Quadratmeter großen Wohnung heißt das, dass sie für die letzte Betriebskostenabrechnung rund 288 Euro mehr zahlen müssen. "Nach unseren Berechnungen entfallen etwa 32,4 Prozent der Gesamtwohnkosten auf die Betriebskosten."

Den Hauptbrocken machen dabei die Kosten für Wärme aus. Allein 2005 legte der Heizölpreis im Durchschnitt um 32 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. In diesem jahr stiegen die Heizkosten nicht einmal so schlimm, wie noch zu Jahresanfang befürchtet. Für die Abrechnung kam es darauf an, wann und zu welchen Preisen der Vermieter Öl eingekauft hatte.

Auch für 2007 gibt der DMB keine Entwarnung: Zwar wird für das kommende Jahr allgemein mit sinkenden Gaspreisen gerechnet, aber wegen der Mehrwertsteuererhöhung dürften die Nebenksoten weiter steigen. Auch wenn Hausmeisterarbeiten oder Hausreinigung und Gartenpflege von Drittfirmen, und nicht von Angestellten des Vermieters übernommen werden, führt die Anhebung der Mehrwertsteuer zu höheren Betriebskosten.

Dem aktuellen Betriebskostenspiegel des DMB liegen 11.500 Nebenkostenabrechnungen zu Grunde. Er bezieht sich auf rund 7,5 Millionen Quadratmeter Mietwohnfläche. Die Zusammenstellung macht deutlich, dass in Westdeutschland die Ausgaben für Heiz- und Warmwasserkosten rund 13 Prozent höher ausfallen als im Osten. Dort ist laut Rips mittlerweile dank massiver staatlicher Förderung der energetische Zustand der Wohnungen besser als im Westen.

Vergleichsshilfe für Mieter

Der Betriebskostenspiegel sollen Wohnungssuchenden und Mietern Transparenz und Vergleichbarkeit ermöglichen, so Rips. Der Spiegel solle Anhaltspunkte zur Überprüfung der Abrechnung geben. "Es ist aber nicht so, dass man aus dem Betriebskostenspiegel Rechte oder Ansprüche ableiten könnte." Weist jedoch eine Nebenkostenabrechnung Werte auf, die um mehr als zehn Prozent von den Daten des Spiegels abwichen, sollten Mieter Erklärungen ihres Vermieters einfordern oder Einblick in Original-Rechnungen verlangen, riet Rips.

Karin Spitra
täglich & kostenlos
Täglich & kostenlos

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Partner-Tools