Mieten steigen langsamer

29. Januar 2013, 11:40 Uhr

Gute Nachrichten für Mieter: Der extreme Preisanstieg ist vorbei, schätzt der Branchenverband IVD. Im vergangenen Jahr wurden hierzulande eine Menge Wohnungen gebaut.

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Gründerzeitbauten in der Kölner Südstadt©

Der kräftige Mietanstieg der vergangenen Jahre wird sich nach Überzeugung des Immobilienverbands IVD 2013 nicht fortsetzen. "Für dieses Jahr und die folgenden Jahre erwarten wir nur moderat anziehende Mieten. Das Mietwachstum wird sich im Jahresverlauf allmählich verlangsamen", sagte IVD-Vizepräsident Jürgen Michael Schick am Dienstag in Frankfurt.

Zudem legte der Verband eine Studie vor, der zufolge die Wohnungsmieten in den vergangenen 20 Jahren um 9,4 Prozent gestiegen sind und damit deutlich langsamer als das allgemeine Preisniveau. "Da die Inflation im selben Zeitraum um über 40 Prozent gestiegen ist, liegen die realen Mieten 2012 deutlich unter dem Niveau von vor 20 Jahren", betonte IVD-Präsident Jens-Ulrich Kießling. Inflationsbereinigt bezahlten die Menschen in Deutschland damit heute weniger für das Wohnen als 1992.

Das Magazin "Focus" hatte am Sonntag unter Berufung auf Berechnungen des Internetportals "Immobilienscout 24" berichtet, die Preise für Wohn-Immobilien würden auch in diesem Jahr in 74 von 78 untersuchten Städten weiter steigen. Dies werde sich auch auf die Mieten auswirken. Die "Wirtschaftswoche" berichtete unter Berufung auf die Bundesbank, 2012 seien die Immobilienpreise in 125 deutschen Städten um 5,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

Es wird mehr gebaut

Für Entlastung auf dem Wohnungsmarkt könnte die gestiegene Bautätigkeit sorgen. In Deutschland werden nach Regierungsangaben insgesamt weit mehr Wohnungen gebaut als benötigt. Die Zahl der Baugenehmigungen im vergangenen Jahr sei im Vergleich zum Vorjahr um 7,4 Prozent auf 245.000 gestiegen, berichtete die "Bild"-Zeitung am Dienstag unter Berufung auf eine neue Statistik des Bauministeriums. Laut dem Bundesinstitut für Bauforschung lag der Neubaubedarf im selben Jahr dagegen nur bei 193.000 Wohnungen.

Der Bundesbauminister Peter Ramsauer (CSU) wertete die Zahlen als "gutes Signal für Mieter, Eigentümer und die Immobilienwirtschaft". Da in Großstädten die Mieten anziehen, müsse trotzdem immer noch mehr gebaut werden, vor allem in den Ballungszentren, sagte der Minister der "Bild"-Zeitung. "Der Wohnungsmarkt ist ein schwerer Tanker, der bereits auf neuen Kurs einschwenkt."

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