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Wo die Mieten am teuersten sind

Die Lebenshaltungskosten steigen - und die Mieten ziehen mit. Das bestätigt der aktuelle Mietspiegelindex für Deutschland. Doch wer muss besonders tief in die Tasche greifen, und wo lebt es sich besonders günstig?

Von Karin Spitra

Moskau, Tokio, London, Paris - weltweit sind die Hauptstadt-Mieten besonders hoch - nur nicht in Deutschland. Denn im bundesdeutschen Vergleich ist Berlin immer noch eine der preiswertesten Großstädte. Insgesamt wird in Deutschland eine 65 Quadratmeter große Wohnung um durchschnittlich 1,7 Prozent teurer vermietet als noch im Vorjahr. Dabei gibt es - je nach Region - erhebliche Unterschiede. Das geht aus dem aktuellen "Mietspiegelindex 2008" der "F+B Forschung und Beratung für Wohnen, Immobilien und Umwelt GmbH" (F+B) hervor, die dafür alle amtlichen Mietpreisübersichten in Deutschland ausgewertet hat.

Große regionale Unterschiede

Die Mietexperten ermitteln dabei die Miethöhe für eine Wohnung normaler oder mittlerer Ausstattung mit 65 Quadratmetern in einer normalen bis mittleren Wohnlage. In Deutschland liegt diese Durchschnittsmiete bei 5,91 Euro pro Quadratmeter, doch die regionalen Unterschiede sind groß.

Während in Norddeutschland die Mieten dem Durchschnitt entsprechen, müssen die Mieter im Süden, also Baden-Württemberg und Bayern, und in der Mitte Deutschlands (in Hessen und Rheinland-Pfalz) mit 7,21 bzw. 6,32 Euro pro Quadratmeter deutlich mehr für ihre Wohnung bezahlen. Leicht unterdurchschnittlich ist das Mietenniveau in Nordrhein-Westfalen, deutlich niedriger sind die monatlichen Mieten in Ostdeutschland, einschließlich Berlin.

München bleibt Miet-Spitzenreiter

Am teuersten ist und bleibt das Wohnen in der bayerischen Landeshauptstadt. In München liegt das Mietniveau um 66 Prozent höher als im Bundesdurchschnitt: 9,81 Euro zahlt ein Münchner Mieter pro Quadratmeter. Doch auch die Flucht aus München in den Speckgürtel bringt miet-technisch nicht viel: Denn auf Rang zwei und drei der teuersten Städte folgt mit den Gemeinden Germering und Dachau gleich das Münchner Umland.

Recht günstig ist die Miete dagegen in Berlin: In der Hauptstadt liegt das Mietniveau in den westlichen Stadtteilen derzeit um drei Prozent - und im Ostteil sogar 10 Prozent unter dem deutschen Mittelwert. Für die Mieter im München bedeutet das, dass sie über 70 Prozent mehr für ihre monatliche Nettokaltmiete veranschlagen müssen als die Berliner.

Strukturschwach = billig

Dabei müssen Mieter in besonders strukturstarken Regionen sehr viel tiefer in die Tasche greifen, als der Rest der Republik. Neben München und seinem Umland gilt das auch für das Rhein-Main-Gebiet, Stuttgart und Umgebung, die Rhein-Schiene Köln-Düsseldorf und auch die Gegend um Hamburg. Im Umkehrschluss sind die Mieten umso günstiger, je strukturschwächer die Region ist. Nicht umsonst liegen die preiswertesten Städte Deutschlands alle auf dem flachen Land - und in Gebieten, die unter Landflucht leiden.

Glück hat, wer im Osten auf Wohnungssuche ist: In ostdeutschen Großstädten sind die Mieten vergleichsweise moderat, keine ostdeutsche Stadt ist unter den Top 30 vertreten. Und in noch einem Punkt ist der Osten anders: Während in Westdeutschland meist die Regel gilt, je jünger die Wohnung, desto höher die Miete, sind in Ostdeutschland die Altbaubestände mittlerweile am teuersten. Wer also bei der Miete sparen will, sollte den Umzug in eine Neubauwohnung in Eberswalde überlegen: Hier ist eine 65-Quadratmeter-Wohnung für unter 220 Euro im Monat zu haben.

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