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News am 16.02.2012
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Der clevere Weg zum eigenen Heim

Günstige Zinsen

Die Krise als Vorteil: Wer ein Haus oder eine Wohnung kauft oder bauen will, profitiert noch von den günstigen Zinsen. Für viele Bauherren gibt das den Ausschlag, in der Krise zu investieren. Doch wie gelangt man an die besten Konditionen?

Häuslebauer dürfen sich bei Jean-Claude Trichet bedanken. Der Chef der Europäischen Zentralbank senkte vor einiger Zeit den Leitzins auf ein historisches Niveau von einem Prozent. Die Konsequenz: Banken können wieder Kredite zu besonders günstigen Konditionen vergeben. Viele Banken haben deshalb ihre Zinsen für Baufinanzierungen gesenkt. Für manchen Bauherren gibt das den Ausschlag, in unsicheren Zeiten den Schritt zum Eigenheim zu wagen. Bei so viel verlockenden Schnäppchen sollten angehende Bauherren dennoch nicht überhastet reagieren. Denn die günstigen Konditionen gelten längst nicht für jeden. stern.de hat die wichtigsten Tipps zum Hausbau in diesen unsicheren Zeiten zusammengestellt.

Keinen Zeitdruck aufkommen lassen

Ob das eine gute Entscheidung ist, wird die Zukunft erweisen. Der Bauherren-Schutzbund (BSB) rät, nicht übereilt zu handeln. Der Bau des eigenen Hauses ist meistens die größte private Investition im Leben. Sie wird umso sicherer, je gründlicher man sie vorbereitet. Zeitdruck ist dabei der schlechteste Ratgeber.

Für den Hausbau in Krisenzeiten gilt im Grunde dasselbe, was immer gilt. Der Bauherr sollte nicht den erstbesten und vielleicht auf den ersten Blick billigsten Anbieter wählen, sondern sich über die Fachkompetenz und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit seines künftigen Vertragspartners gründlich informieren. Nach den Erfahrungen des BSB lässt sich schon aus der Beratungsqualität einer Firma viel über die Seriosität ableiten. Nützlich ist, sich Referenzen geben zu lassen und bei den entsprechenden Bauherren nachzufragen.

Besonderes Augenmerk auf Baubeschreibung

Es lohnt sich, vor dem Gespräch mit dem Bauträger eigene Vorstellungen über das Haus zu erarbeiten. Klarheit sollte bestehen über die Größe der Wohnfläche, Grundriss und Bauweise des Hauses. Wichtig ist auch, sich eine Maximalgrenze für die Kosten zu setzen. Mit einer detaillierten Beschreibung des gewünschten Hauses haben Bauherren gute Karten bei den Vertragsverhandlungen.

Besonderes Augenmerk muss der Bau- und Leistungsbeschreibung gelten, denn sie offenbart, was man wirklich für sein Geld bekommt. Je konkreter Leistungsumfang, Art und Qualität der Baustoffe und Materialien sowie der Ausstattungsgrad beschrieben sind, umso geringer ist das Risiko, so der BSB. Deshalb sollte dieses Herzstück des Bauvertrages gründlich geprüft und über Leistungsumfang, Qualitätsstandards und Kosten konsequent verhandelt werden.

Nicht auf Vorauszahlungen einlassen

Vor Unterzeichnung des Bauvertrages sollten Bauherren gründlich prüfen, ob die Kalkulation realistisch und marktgerecht ist. Inakzeptabel sind Zahlungspläne mit Vorauszahlungen. Darauf sollte sich niemand einlassen, rät der Bauherren-Schutzbund (BSB). Sicherheit bietet nur das Prinzip Zahlung nach Baufortschritt und tatsächlich erbrachter mängelfreier Leistung.

Der Bauvertrag ist die Grundlage für die Kalkulation der Gesamtkosten des Immobilienerwerbs. Daraus ergibt sich die Höhe des benötigten Kredits. Wer sich dabei falsch beraten lässt, zahlt schnell mal eine fünfstellige Summe mehr für sein Eigenheim als nötig wäre, so Experten von der Bausparkasse Schwäbisch Hall. Ein weit verbreitetes Manko ist der Mangel an Eigenkapital. Er verteuert die Finanzierung. Ein Viertel, besser noch ein Drittel der Gesamtkosten sollten aus Eigenmitteln bestritten werden.

Günstige Zinsen bekommt nicht jeder

In den Genuss der günstigen Zinskonditionen, mit denen die Banken aktuell gern werben, kommt nicht jeder. Die besten Zinsen gelten nur für einen Kredit bis zu maximal 60 Prozent des Immobilienpreises, ermittelte die Stiftung Warentest. Nur Bauherren, die mindestens 40 Prozent aus eigener Tasche zahlen, kommen in den Genuss. Alle anderen müssen draufzahlen.

Bei der Finanzierungsplanung dürfen die Nebenkosten nicht vergessen werden, betonen die Finanzexperten von Schwäbisch Hall. Die summieren sich nämlich ganz schön. Für Notar und Grundbucheintrag werden beispielsweise 1,5 Prozent des Kaufpreises fällig. 3,5 Prozent beträgt die Grunderwerbssteuer. Auch eventuelle Maklergebühren müssen einkalkuliert werden.

Bevor der Bauvertrag schließlich unterschrieben wird, muss er noch einmal gründlich geprüft werden, am besten von einem unabhängigen Fachmann. Denn von der Vertragsgestaltung hängt ab, wie der Bauherr später seine Interessen durchsetzen kann.

So sichern Sie die Baufinanzierung langfristig

Möglicherweise kommt es zu neuen Tiefstständen bei den Bauzinsen, falls sich die Konjunktur nicht schnell wieder erholt. Damit würden Immobilienfinanzierungen so preiswert wie nie zuvor. Wer aber auch langfristig von den günstigen Konditionen profitieren will, sollte unbedingt eine ausreichend lange Zinsbindungsfrist vereinbaren. Durch eine solche Zinsbindung ist sichergestellt, dass eventuelle Zinssteigerungen zu keiner kostenmäßigen Mehrbelastung werden. Kredite werden zwar umso teurer, je länger die Zinsbindungsfrist dauert, allerdings rentiert sich die Vereinbarung einer langen Zinsbindungsfrist gerade in Niedrigzinsphasen.

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