Tag für Tag quälen sich viele Menschen mit den Geräuschen ihrer Nachbarn. Egal, ob es um das Wannenbad nach 23 Uhr, Fingerübungen am Klavier oder plärrende Kleinkinder geht. Aber wissen Sie, welches die geltenden Regeln sind? stern.de gibt Antworten. Von Karin Spitra

Auch eine viel gehasst Lärmquelle: der Rasenmäher© Roberto Pfeil/AP
Es muss nicht immer gleich der ohrenbetäubende Partylärm um 03.00 Uhr morgens sein, wohlgemerkt an einem Wochentag, der in einem Mietshaus der Beginn einer leidenschaftlichen Nachbarschaftsfehde ist. In seiner jüngsten Studie anlässlich des internationalen "Tages gegen Lärm", präsentierte der Deutsche Mieterbund (DMB) die zehn häufigsten Lärmquellen in Mietshäusern.
Demnach haben auch quäkende Säuglinge, laute Haustiere, Staubsauger, Rasenmäher und noch viele andere Lärm-Quellen ordentliches Nerv-Potenzial.
Um Ärger zu vermeiden, rät der Deutsche Mieterbund erst einmal zu etwas sehr einfachen: zur gegenseitigen Rücksichtnahme. "Jeder hat das Recht, in seiner Wohnung ohne Beeinträchtigung durch störende Geräusche zu leben", heißt das dann bei Ulrich Ropertz vom DMB. "Andererseits kann aber niemand Wohnung, Balkon und Garten völlig geräuschlos nutzen." Ein rücksichtsvolles Verhalten sei daher die Grundvoraussetzung für ein harmonisches Miteinander.
Lärm, der sich nicht vermeiden lässt und zum normalen Leben gehört, müsse aber toleriert werden, so Ropertz. Dazu gehöre aber auch, dass insbesondere die Nachtruhe eingehalten wird. Dennoch hilft oft auch ein bisschen gesunder Menschenverstand, um mögliche Klippen im nachbarschaftlichen Zusammenleben zu entschärfen: Wer eine (laute) Party gibt, sollte seine Nachbarn vorher informieren - und sie vielleicht einfach dazuladen. Eine kleine Aufmerksamkeit davor oder nach dem Partylärm wirkt auch Wunder. Dass sich die Partygäste keine langen, lauten Verabschiedungen im Treppenhaus gönnen sollten, versteht sich sowieso von selbst.
Je mehr die Nachbarn voneinander wissen, desto größer ist dann auch das Verständnis: Wer sehr lange Arbeitszeiten hat, kann eben oft nur noch abends die Waschmaschine anwerfen. Wie in vielen anderen Lebensbereichen gilt auch in Mietshäusern: Kommunikation ist alles. Dann glaubt der Nachbar auch nicht mehr, alles würde absichtlich gemacht, um ihn zu ärgern.
Dennoch wird - beonders in den dicht besiedelten Ballungsräumen - die Frage, wie viel Alltagslärm rund um die Wohnung von Mieterinnen und Mietern geduldet werden muss, immer wichtiger: Schließlich ist Lärm im Mehrfamilienhaus einer der Hauptgründe für Streit unter Nachbarn. Dabei ist die Unkenntnis, was erlaubt und was verboten ist, groß. Lesen Sie nebenstehend, welches die geltende Gesetzeslage ist - und wo noch ein Auge zugedrückt wird.