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22. November 2008, 12:03 Uhr
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Was steckt hinter dem Energieausweis?

Kommt eine Immobilie die künftigen Bewohner bei den Heizkosten teuer zu stehen oder entspricht sie dem neuesten Stand der Technik? Seit Juli 2008 können Mieter oder Käufer das am Energieausweis ablesen. Von Joachim Reuter

Mieter, Vermieter, Heizkosten, Energiepass, Energieausweis

Grün, Gelb oder Rot: Zwei Pfeile geben Auskunft über die Energieeffizienz© Sven Simon

Wer einen Kühlschrank oder eine Waschmaschine braucht, sieht schon beim Kauf, ob das neue Gerät sparsam mit Energie umgeht. Seit Jahren geben Aufkleber mit einer Farbskala von Grün bis Rot und Buchstaben von A bis G Auskunft über den Stromverbrauch. Jetzt können sich Mieter und Immobilienkäufer schon vor dem Einzug ein Bild vom Energiebedarf ihrer neuen Wohnung machen. Vermieter oder Verkäufer müssen seit dem 1. Juli für Gebäude, die bis 1965 fertiggestellt wurden, einen Energieausweis vorlegen. Vom nächsten Jahr an ist er für alle Immobilien Pflicht.

Mit einem Blick auf den Ausweis lässt sich die Energieeffizienz ablesen: Entscheidend sind zwei Pfeile auf einer grün-gelb-roten Skala (siehe Grafik). Sie zeigen, ob das Gebäude beim Energieverbrauch vorbildlich oder vorsintflutlich ist. Eine wichtige Entscheidungsgrundlage für Mieter und Käufer, denn Heizung und Warmwasser verursachen mehr als drei Viertel der gesamten Energiekosten eines Haushalts.

Abweichungen möglich

Der obere Pfeil auf der Skala zeigt den sogenannten Endenergiebedarf und gibt an, wie viele Kilowattstunden Energie pro Quadratmeter jährlich für Heizung und Warmwasser rechnerisch benötigt werden. Der untere Pfeil gibt Auskunft über den "Primärenergiebedarf". Er berücksichtigt, auf welche Weise die benötigte Energie gewonnen wird: Eine Immobilie mit Wärmepumpe bekommt eine bessere Note als eine, die mit Öl beheizt wird. An diesem auch "Gesamtenergieeffizienz" genannten Wert lässt sich die künftige Kostenbelastung am besten abschätzen. Kritiker bemängeln allerdings, dass beide Kategorien sehr technisch sind und nur indirekt Aufschluss über die zu erwartenden Kosten geben. Denn die realen Werte können erheblich von denen im Energieausweis abweichen.

Trotzdem ist der Ausweis besser als nichts. Er wird von Architekten, Ingenieuren oder Energieberatern ausgestellt. Sie sehen sich das Gebäude an und analysieren die Wärmedämmung, die Qualität der Fenster, des Daches und der Heizungsanlage. Die Experten ermitteln nicht nur nackte Zahlen, sondern machen auch Vorschläge, wie sich der Verbrauch reduzieren lässt. Die Empfehlungen sind jedoch nicht verpflichtend. Ein Mieter kann den Eigentümer nicht dazu zwingen, die Energiebilanz zu verbessern.

So eine Analyse kostet Geld. Für den Energieausweis, der zehn Jahre gültig ist, muss der Hausbesitzer rund 300 Euro zahlen. Eine Liste mit qualifizierten Ausstellern von Ausweisen gibt es bei der Deutschen Energie-Agentur ((Dena)).

Wenn der Vermieter die im Ausweis vorgeschlagenen Sanierungsmaßnahmen umsetzt, wird er vom Staat gefördert: Im Rahmen des CO2-Gebäudesanierungsprogramms, das die Bundesregierung mit der KfW-Bank gestartet hat, gibt es zinsgünstige Kredite und direkte Zuschüsse für die Umbauten. Die KfW-Darlehen müssen bei der Hausbank beantragt werden.

Nicht immer Pflicht, aber immer sinnvoll

Immobilienbesitzer benötigen den Energieausweis nur, wenn sie ihr Haus verkaufen oder eine Wohnung neu vermieten wollen. Weigern sie sich, Interessenten den Pass vorzulegen, kann das Ordnungsamt eine Strafe von bis zu 15.000 Euro verhängen. Für bereits vermietete Wohnungen gibt es keine Ausweispflicht. Altmieter können also nicht darauf setzen, mit Hinweis auf die schlechte Energiebilanz ihre Miete zu reduzieren. Selbstnutzer und Eigentümer denkmalgeschützter Immobilien sind nicht verpflichtet, den Energiepass ausstellen zu lassen. Doch auch für sie kann es sinnvoll sein, die Schwächen des eigenen Hauses zu kennen.

Besitzer von Mietshäusern mit mindestens fünf Wohnungen können eine Billig-Variante des Energiepasses wählen, den sogenannten Verbrauchsausweis. Er kostet nur zwischen 25 und 100 Euro und bezieht sich auf den tatsächlichen Verbrauch. Grundlage ist die Heizkostenabrechnung aus den vergangenen drei Jahren. Der Verbrauchsausweis ist allerdings nicht sehr aussagekräftig, denn die Bilanz hängt allein vom individuellen Heizverhalten der Vormieter ab. Weiterer Nachteil: Der Aussteller des Verbrauchsausweises sieht sich das Haus in der Regel nicht selbst an, sondern verlässt sich auf die Angaben des Vermieters. Ein besseres Bild erhält der Mieter in jedem Fall durch den Energieausweis.

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Ausgabe 46/2008

Von Joachim Reuter
KOMMENTARE (8 von 8)
 
Corazito3333 (23.11.2008, 15:46 Uhr)
Angebot und Nachfrage
Dieses Pseudo-Papierchen (gibt 2 verschiedene) bringt weder dem Vermieter noch dem Mieter was. In schwachen Regionen kann der Mieter den Preis etwas drücken und in Ballungsräumen kann der Vermieter sind nach oben kaum Grenzen gesetzt. Ich wohne im Altbau und Wärmedämmung und was habe ich davon, wenn ich dieses Papierchen vom Vermieter verlange??? Nix
DerExperte (23.11.2008, 00:35 Uhr)
Reine deutsche Abzocke!
Energiepass fuer Geraete machen 100% sinn. Energiepass fuer Gebaeude sind ein Karnevals scherz der Behoerden - da der K - Wert eines Gebauedes sich von Monat zu Monat veraendern kann. Warum nicht einfach wie frueher: Lass mal deine Abrechnungen fuer Strom und Heizoel - sehen!
acenes (22.11.2008, 22:08 Uhr)
Bundesumweltminister Gabriel ist der GAU
Kompetenzlose und saudumme Politiker wie Sigmar Gabriel wollen mit solchem Aktionismus die Welt vor dem Untergang retten. 80 Mio. Menschen in BRD sind verarscht, der Rest der Welt lacht sich einen.... Der Energiepass ist die letzte Abzocke. Aber ich verdiene sehr gut damit. Auch mit dem verkaufen von hochsubventionierten PV-Anlagen, die den Strompreis in das Bodenlose steigen lassen... Aber ss gibt genug Geldsack-Idioten die genug Geld haben ihr Geld für teuren Solarstrom auszugeben...
daujoons (22.11.2008, 18:57 Uhr)
Was bin ich froh,
hier ausnahmslos Menschen zu treffen, die meine Meinung teilen! Besonders der Hinweis auf die verrottende Bausubstanz scheint mir äußerst wichtig: wie viele historische Häuser will man eigentlich noch in Plastik einpacken, damit diese sich dann "energieeffizient" nennen dürfen? Die Gutmenschen dieses Landes machen mit ihrem Energiesparwahn !!! Kulturgüter riesigen Ausmaßes kaputt. Und die Dämmstoffindustrie jubiliert...
Eine Schande, die an Ökoterrorismus grenzt.
Kroko (22.11.2008, 18:05 Uhr)
Schwachsinn
Mein kleiner Bauernhof ist jetzt genau 110 Jahre alt.(Heizkosten durch Holzzentralheizung bei unter 200 Euro)Warmwasser - Solar und kostenammortisiert
Dachdämmung und Isolierglasfenster.
Und mehr kommt da auch nicht rein.
Wenn man alle Energiesparmaßnahmen durchführt, wird ein Neubau keine 60 Jahre halten, weil hinter den ganzen Dämmmaßnahmen die Substanz verrottet. Und das ist auch der Sinn der Sache. So kann immer Neugebaut werden, ohne Landverbrauch.
Falls ich jemals verkaufe und der Käufer einen Energieidiotenpass sehen muß, um Heizkosten zu kalkulieren —gerne—den darf er dann auch bezahlen, weil dann der Kaufpreis entsprechend höher wird.
Schwachsinn, der ganze sinnlose Aufwand. Wer sich das ausgedacht hat, sollte sein Hirn mal auf Undichtigkeit überprüfen lassen.
Böse Kroko
MattiFinin (22.11.2008, 16:11 Uhr)
Überflüssig !!!
Was hat man als Hausbesitzer eigentlich von einem Energiepaß?
Den Energieverbrauch kennt man, die Schwachstellen des Hauses auch - und wie man ein altes Gebäude in intelligenter Kombination konstruktiver, nutzungsspezifischer und energetischer Maßnahmen wirtschaftlich sinnvoll und zukunftsfähig wieder fit macht, und nur das ist letzlich für den Investor relevant, darüber sagt der Energiepaß mit seinen bunten Bälkchen und einseitigen Empfehlungen rein gar nichts.
Ganzheitlich beurteilen kann das eigentlich nur ein wirklich erfahrener Architekt - und bei dem ist so eine Begutachtung auch gut aufgehoben.
Ich habe jedenfalls nach Erstellung eines Energiepasses von einem dieser lustlos-steifen Fachingenieure für eines meiner Mehrfamilienhäuser wegen der fehlenden Aussagekraft noch meinen Architekten hinzugezogen, und der hat dann in einer konzentrierten Beratungsstunde für die Hälfte des Geldes eine Fülle von ganzheitlich betrachteten Maßnahmennotwendigkeiten und -lösungen beschrieben, sogar mit Kostenansätzen, nur mitschreiben mußte ich selber.
Ich werde kein Geld mehr für Energiepässe aus dem Fenster werfen und empfehle die Verweigerung!
Wer sanieren will, sollte es im eigenen Interesse umfassender angehen!
Clibanarius (22.11.2008, 15:59 Uhr)
Regulierungswut+Abzocke+Zweifehlaftes Nutzen - Was sonst?
"Denn die realen Werte können erheblich von denen im Energieausweis abweichen."
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Das Wort "erheblich" ist so ziemlich dehnbar und bedeutet i.d.R. Abweichung von min. 25% bis über 50%. In Geld ausgedrückt kann das schon mit nicht gerechneten Mehrkosten für den, staatlich legitimiert und journalistisch nachgeholfen, gelackmeierten Mieter von mehreren Hundert Euro bedeuten.
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Die Gründe, warum nachfolgend noch behauptet wird ("Trotzdem ist der Ausweis besser als nichts.") - will oder kann der Verfasser wohl nicht darlegen. Aber wohl nicht wenige sind in diesem Land soweit, jeder Vorschrift etwas Sinnvolles abzugewinnen, nur weil es obrigkeitsstaatlich aufs Auge gedrückt wird. Und die Medien helfen tatkräftig mit.
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Natürlich ist das Abzocke und Geldbeschaffungsmassnahme, die Bau- und Werkstoffindustrie hat wohl was springen lassen beim Politgesocks. Die Art, wie es eingeführt wird, in Verbindung mit hohen Kosten, Buß- und Zwangsgelder bei Versäumnis und teils dubiosen Beratern (nahezu jeder Hinz und Kunz kann sich leicht zum "Energieberater ausbilden" lassen) keinen anderen Schluss zu.
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Einen Energieausweis bekommt man schon bei Ebay für 9,50€ - ohne daß sich tatsächlich jemand vor Ort den Bausubstanz in Augenschein nehmen braucht. Dabei sagt gerade bei einem Altbau der reale Verbrauch mehr als ein von einem Stümper und Debütanten aus der Ferne geschätzter Wärme- und Energieverlust.
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PS: Nein, ich bin zwar Immobilien-, aber kein Hausbesitzer.
riothamus (22.11.2008, 13:44 Uhr)
Da ich vom Fach bin........
sage ich Abzocke !!!!
Profiteure sind Architekten, Schornsteinfeger und ein paar Beratungsfirmen. Weiterhin die, die das ganze als Schulung anbieten ( HWK oder IHK). Jeder mittelmäßige Handwerker ist in der Lage sinnvolle und preiswertere Aussagen zum Energiesparen zu machen.
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