4. November 2008, 09:04 Uhr

Immobilienfonds ist keine sichere Altersvorsorge

Wenn ein Anleger auf der Suche nach einer sicheren Altersvorsorge ist, darf ein Berater nicht ohne weiteres ein Investment in einen geschlossenen Immoblienfonds empfehlen. Das haben die Richter des Oberlandesgerichts Frankfurt entschieden.

Anlagen in geschlossenen Immobilienfonds taugen nicht unbedingt als sichere Altersvorsorge©

Ein Anlageberater darf einen geschlossenen Immobilienfonds nicht ohne weiteres als sichere Altersvorsorge empfehlen. Das berichtet die Fachzeitschrift "OLG-Report" unter Berufung auf ein Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Frankfurt. Denn nach Meinung der Richter hängt der Erfolg des Fonds regelmäßig davon ab, dass die Immobilien an zahlungsfähige Mieter vermietet sind. Zumindest über dieses Ausfallrisiko müsse ein Interessent aufgeklärt werden (Az.: 10 U 105/06).

Das Gericht gab mit seinem Urteil der Klage einer Anlegerin gegen einen Anlageberater statt. Der Berater hatte der Klägerin als sichere Altersvorsorge die Beteiligung an einem geschlossenen Immobilienfonds empfohlen. Als der Fonds in "Schieflage" geriet, weil die erwarteten Mieteinnahmen nicht flossen, verlangte die Klägerin die Rückabwicklung des Geschäfts.

Das OLG gab der Klägerin Recht. Es hielt dem Anlageberater vor, die Klägerin nicht richtig beraten zu haben. Er hätte zwingend auf den spekulativen Charakter der Beteiligung hinweisen müssen. Denn ein Immobilienfonds sei keine sichere Möglichkeit zur Verbesserung der Altersvorsorge, heißt es in dem Urteil.

DPA
 
 
Jetzt bewerten
0 Bewertungen
KOMMENTARE (1 von 1)
 
Sveto (04.11.2008, 13:57 Uhr)
Binsenweisheit
Merkwürdig, dass eine solche Binsenweisheit erst jetzt erstmals von Oberlandesgericht festgehalten wird. Meines Wissens wurde in den letzten 15 Jahren kaum einmal ein geschlossener Immobilienfonds aufgelegt der (unter Außerachtlassung steuerlicher Subventionseffekte) zu einer realen Vermögensmehrung der Anleger führte. Reich werden damit immer nur die Initiatoren und der Vertrieb.
MEHR ZUM ARTIKEL
Eigenheim-Rente Staat hilft bei den eigenen vier Wänden

Wer in die eigenen vier Wände will, bekommt Hilfe vom Staat. Mit dem neuen "Wohn-Riester" kann die Förderung für die private Altersvorsorge jetzt auch für den Bau oder Kauf eines Hauses oder einer Wohnung genutzt werden. Der Bundestag billigte das Konzept mit Regierungsmehrheit.

Altersvorsorge Wirbel um die Beton-Rente

Noch in diesem Jahr gibt es die Riester-Förderung auch für Wohneigentum. Doch wer nicht aufpasst, muss sie wieder zurückzahlen oder sich im Rentenalter mit hohen Steuerforderungen herumschlagen. stern.de sprach mit Walter Riester, "Erfinder" der gleichnamigen Rente, über die Fallstricke des Wohn-Riesterns.

 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (21/2013)
Geht's jetzt an mein Geld?