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So umschiffen Sie das Altersheim

Wer ein Haus baut, möchte meist so lange wie möglich darin leben. Damit kein Auszug im Alter nötig wird, gibt es einige Dinge zu beachten. Und die betreffen nicht nur die Bauphase.

Von Thomas Krause

  • Thomas Krause

Lange ist die Idee gereift, viele Überlegungen wurden schon mit dem Partner durchgesprochen und gegeneinander abgewogen, doch nun steht der Entschluss fest: Statt der Miete soll lieber ein Kredit bezahlt werden. Der Traum von den eigenen vier Wände soll Wirklichkeit werden. Ob mehr Platz für Kinder oder für ein Hobby gebraucht wird, ist dabei ganz egal. Gestaltet nach den eigenen Wünschen und Bedürfnissen ist Wohneigentum der Traum vieler Menschen.

Damit die Freude über das Haus im Grünen oder die großzügige Stadtwohnung auch Jahrzehnte nach Kauf oder Bau noch anhält, sollte man auch bedenken, dass man nicht jünger wird. Sein Traumhaus wieder verlassen müssen, weil man im Alter darin nicht mehr zurecht kommt, ist ein Schritt, der schwer fällt. Doch so weit muss es gar nicht kommen. Wer sich schon in der Planungsphase Gedanken macht, kann den altersbedingten Auszug um Jahre hinaus zögern oder sogar ganz vermeiden. Und das bedeutet auf keinen Fall, dass ihr Zuhause vom ersten Tag an auf ein Leben im Alter ausgelegt sein muss.

Eingangsbereich

Viele Stufen vor der Eingangstür ergeben zwar vielleicht einen repräsentativen Aufgang zur Haustür, machen einem aber im Alter das Leben schwer. Wer nicht auf eine Treppe zur Haustür verzichten möchte, sollte zumindest Geländer und genügend Platz einplanen, um später eine Rampe anbauen zu können.

Ähnliches gilt für Garten- und Terrassentüren: je weniger Stufen, desto besser.

Parkplatz

Ideal ist es, wenn man vom Auto ins Haus gelangen kann, ohne Stufen überwinden zu müssen. Ein ebenerdiger gepflasterter Parkplatz in der Nähe des Eingangsbereiches erhält lange die Freude an der Mobilität.

Hauseingang

Spätestens, wenn die Kinder aus dem Haus sind, stellt sich die Frage, ob man den ganzen Platz wirklich benötigt. Wird beim Bau an einen zweiten Hauseingang gedacht, kann später eine Etage abgetrennt und vermietet werden. Mit den Mieteinnahmen kann man sich vielleicht ja eine Reise mehr gönnen. Oder man hat durch den zweiten Eingang eine Wohnung für benötigtes Pflegepersonal bereitstellen.

Was auch immer die Motivation sein mag: Wenn die Kinder abends ausgehen, werden sie für einen zweiten Eingang dankbar sein. Nicht immer möchte man sich ja nach einer Feier nachts am Elternschlafzimmer vorbei schleichen müssen.

Türen

Türen müssen eine Breite von 80 Zentimetern haben, damit man mit Gehhilfen oder Rollstühlen durch sie durch kommt. Will man ganz auf Nummer sicher gehen, sollten es noch zehn Zentimeter mehr sein: Dann gibt es sogar mit elektrischen Rollstühlen keine Probleme. Gerade Rollstuhlfahrern wird durch Schiebetüren das Leben erleichtert.

Schwellen

Auch niedrige Schwellen können für ältere Menschen zu einer hohen Barriere oder einer Stolpergefahr werden. Am besten baut man von Anfang an gar keine ein.

Gänge und Flure

Sind Flure mindestens 1,20 Meter breit, so sind sie auch mit Rollstühlen problemlos passierbar.

Treppen

Grundsätzlich sollte am oberen und am unteren Ende genug Platz vorhanden sein, damit man Gehhilfen abstellen kann, ohne, dass sie im Weg stehen. Eventuell wird der Platz auch für einen Treppenlift benötigt. Auf jeden Fall sollten stabile Geländer montierbar sein.

Wenn die Trittflächen der Stufen einander überlappen, besteht – ähnlich wie bei Türschwellen – erhöhte Stolpergefahr. Und gerade Stürze auf Treppen können fatale Folgen haben – nicht nur bei alten Menschen.

Fenster

Die Unterkante der Fensterscheiben sollten nicht mehr als 60 Zentimeter über dem Boden liegen, sodass man auch im Sitzen noch aus dem Fenster schauen kann. Auch die Fenstergriffe sollten nicht zu hoch sein, damit man sie aus Sitzhöhe noch erreichen kann.

Badezimmer

Im Badezimmer sollte genug Platz sein. Was erst einmal als Luxus verstanden werden kann, könnte später von Nutzen sein: Der Wenderadius eines Rollstuhls beträgt bis zu 1,50 Meter.

Eine Duschwanne ohne hohen Rand sieht nicht nur schick aus, sie hilft später auch beim betreten der Dusche. Wer zunächst dennoch eine hohe Duschwanne möchte, sollte zumindest den Abfluss auch für eine flache Wanne planen. So vermeidet man später aufwändige Betonarbeiten. Anschlüsse für eine Waschmaschine sollten auch vorhanden sein - falls der Weg in den Keller zu beschwerlich wird.

Die Wände sollten stabil genug sein, um neben Toilette, Waschbecken und der Dusche Haltegriffe anbringen zu können.

Raumaufteilung

Sollte man später gar keine Treppen bewältigen könne, sollten im Erdgeschoss neben einem möglichen Schlafzimmer auch ein genügend großes Bad vorhanden sein. Die Gästetoilette ist oft zu eng. Als Kompromiss könnte neben einer kleinen Toilette eine Abstellkammer eingeplant werden, sodass das Bad sich erweitern lässt. Es muss jedoch darauf geachtet werden, dass die Wasserleitungen nicht in der Wand zwischen Bad und Abstellraum verlaufen.

Soziales Netz

Einen guten Kontakt zu den Nachbarn und anderen Menschen wünschen sich auch die meisten Jungen. Denn wer ihn hat, bekommt später vielleicht von ihnen Unterstützung - nicht nur beim Einkaufen. Gerade für allein Lebende kann es nahezu lebensrettend werden, wenn ein Freund, Bekannter oder eben ein Nachbar sie vermisst.

Von Thomas Krause

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