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Finanzierungskredit von A bis Z

Finanzierungsangebote zu verstehen, ist nicht immer einfach. stern.de gibt deshalb einen Überblick über die gängigen Vokabeln und verrät, was dahinter steckt.

Von Katja Reith

  • Katja Reith

Annuität Die Annuität ist der monatliche Rückzahlungsbetrag eines Finanzierungsdarlehens. Sie setzt sich zusammen aus Zins- und Tilgungszahlungen und bleibt über die gesamte Laufzeit konstant, soweit keine Sondertilgungen gezahlt werden. Der Anteil der Tilgungszahlungen wächst dabei stetig, weil über die Laufzeit immer weniger Zinsen anfallen.

Anschaffungskosten

Bei einem Immobilienkauf bestehen die Anschaffungskosten aus dem Kaufpreis des Eigenheims (Hauptkosten) und zu zahlenden Baunebenkosten wie Notargebühren.

Anschlussfinanzierung

Läuft ein Darlehensvertrag aus, bleibt in der Regel eine Restschuld übrig, die der Kreditnehmer in einem Betrag zurückzahlen muss. Um diese Schuld zu begleichen, muss er eine Anschlussfinanzierung einplanen.

Arbeitnehmersparzulage

Der Staat fördert Vermögenswirksame Leistungen der Arbeitgeber an seine Mitarbeiter, in dem er zusätzlich eine Sparzulage zahlt. Sowohl ein Bausparvertrag als auch die Darlehenstilgung für selbst genutzte Immobilien sind als Anlageformen anerkannt.

Baunebenkosten Als Baunebenkosten werden die Kosten definiert, die bei einem Immobilienkauf neben dem eigentlichen Kaufpreis entstehen: Grunderwerbssteuer beim Grundstückskauf, Kosten für eine Baugenehmigung, Erschließungskosten, Notarkosten etc. Sie machen unter Umständen einen nicht geringen Teil der gesamten Kosten aus.

Bausparen

Bausparer zahlen monatlich in einen Bausparvertrag ein, den sie mit einer Bausparkasse abgeschlossen haben. Sie sichern sich damit einen Darlehenszinssatz für eine mögliche Immobilienfinanzierung: Denn der Teil der abgeschlossenen Vertragssumme, der bei Zuteilung des Vertrages noch offen ist, wird als Bauspardarlehen gewährt.

Beleihungswert

Dieser Wert bezeichnet das Vermögen des Kreditnehmers, das die Bank als Sicherheit akzeptiert. Die Beleihungsgrenze wird in Prozent des Beleihungswertes angegeben: für Grundstücke liegt sie zwischen 60 und 80 Prozent.

Bonität

Die Bonität ist die Kreditwürdigkeit eines Kunden. Sie wird berechnet aus vorhandenen Vermögensbestandteilen, erwarteten Einnahmen und dem bisherigen Rückzahlungsverhalten, über das die Schufa Auskunft geben kann.

Effektivzins Der Effektivzins setzt sich zusammen aus dem vereinbarten Sollzins und Kreditnebenkosten, die die Bank berechnet. Da er alle entstehenden Kreditkosten berücksichtigt, erleichtert der Effektivzins den Vergleich verschiedener Finanzierungsangebote (soweit die Angebote auf denselben Ausgangsdaten beruhen).

Eigenkapital

Das Vermögen, das der Kreditnehmer für einen Immobilienkauf selbst bereithält, ist das Eigenkapital. Darunter fallen: Bargeldeinlagen, Riester-Verträge, Bausparverträge, Hypotheken auf eigene Immobilien und Lebensversicherungen. Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) können ebenfalls als Eigenkapital in einen Finanzierungsvertrag einfließen. Für einen Finanzierungsvertrag sollten mindestens zehn Prozent der Darlehenssumme als Eigenkapital zur Verfügung stehen.

Endfällige Darlehen

Diese Restschuld am Ende der Darlehenszeit muss in einem Beitrag zurückgezahlt werden. Diese Schuld wird meistens über einen neuen Kredit beglichen (Anschlussfinanzierung).

Erschließungskosten

Die Erschließungskosten werden durch die Kommune in Rechnung gestellt, in der ein Grundstück bebaut wird. Unterschieden wird zwischen dem Anschluss an Straßen (verkehrliche Anbindung) und dem technischen Anschluss an Gas-, Wasser- und Stromnetze.

Forward-Darlehen Mit einem Forward-Darlehen können sich Kreditnehmer einen aktuell günstigen Zinssatz für die Zukunft sichern. Diese Sicherheit müssen sie allerdings mit einem Zinsaufschlag bezahlen. Sinnvoll ist ein solches Darlehen nur, wenn der Kreditnehmer mit steigenden Zinsen rechnet - sonst zahlt er drauf.

Haftung Für etwas haften bedeutet, mit seinem gesamten Vermögen für einen Finanzierungsvertrag zu garantieren. Sollte ein Kreditnehmer seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen können, muss er seine Sicherheiten (Bargeld, Immobilien etc.) an die Bank überschreiben.

Hypothekenkredit

Der Hypothekenkredit ist ein normaler Immobilienkredit.

Kreditausfallrisiko Die Banken berechnen das Risiko, einen gewährten Kredit nicht zurück bezahlt zu bekommen. Je höher diese Wahrscheinlichkeit ist, desto höher ist der Zinssatz für diesen Kredit.

Muskelhypothek

Die Muskelhypothek ist eine spezielle Art von Eigenkapital: Ein Kreditnehmer übernimmt Teile des Hausbaus selbst und kann damit Eigenkapital in den Kredit mit einbringen. Er muss allerdings nachweisen, dass er für diese Arbeiten fachlich qualifiziert ist.

Normalzins

Auch: Nominalzins. Es ist der Zins, der für den reinen Kreditbetrag fällig wird. Im Gegensatz zum Effektivzins: er bezieht sich auf die Darlehenssumme plus Kreditnebenkosten.

Objektwert

Auch: Verkehrswert. Der Wert eines Grundstückes oder einer Immobilie zu einem bestimmten Zeitpunkt. In die Betrachtung einbezogen werden benachbarte Grundstücke oder zu erwartende Erträge durch Vermietung oder Verpachtung. Der Objektwert ist entscheidend für die Höhe des Kaufpreises und damit für den Immobilienkredit.

Prolongation

Man spricht von einer Prolongation, wenn ein Kreditnehmer seinen auslaufenden Kredit bei derselben Bank anschlussfinanziert.

Restschuld

Die Restschuld ist der Geldbetrag, der nach dem Auslaufen eines Kreditvertrages übrig ist. Oftmals muss ein neuer Kredit aufgenommen werden, um diese Schuld zu begleichen. Die Summe steht bereits fest, wenn ein Kredit aufgenommen wird - soweit keine Sondertilgungen gezahlt werden.

Schufa Die "Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung" ist eine Gemeinschaftseinrichtung der deutschen Kreditwirtschaft. Sie sammelt Informationen über angefragte und in Anspruch genommene Kredite sowie das Zahlungsverhalten der Kreditnehmer. Die beteiligten Unternehmen können sich auf Basis dieser Daten vor Kreditausfällen schützen.

Sicherheiten

Die Bank minimiert durch Sicherheiten des Kreditnehmers das Risiko bei einem Kreditausfall. Sollte der Kreditnehmer den Kredit nicht mehr zahlen können, hat die Bank Zugriff auf dessen Vermögen (Immobilien, Bürgschaften, privates Vermögen etc.).

Sondertilgungen

Das Recht auf Sondertilgungen bezeichnet die Möglichkeit, zusätzlich zu den "normalen" Annuitäten einen Kredit zu tilgen: gängig sind mittlerweile jährliche Sondertilgungen in Höhe von 5 Prozent der Darlehenssumme oder variable Tilgungssätze.

Tilgung Mit der Zahlung von Tilgungsraten reduzieren Kreditnehmer die Kreditsumme. Sie werden monatlich gemeinsam mit der Zinsbelastung an die Banken überwiesen und ergeben gemeinsam die Annuität.

Umschuldung

Bei einer Umschuldung wird ein laufender Kredit durch einen neuen abgelöst, der mit einem anderen Kreditinstitut abgeschlossen wird. Die Umschuldung kann vor Ende eines laufenden Kredites erfolgen oder zu seinem Ende.

Vorfälligkeitsentschädigung

Löst ein Kreditnehmer seinen laufenden Kredit vor dem regulären Vertragsende ab, muss er eine Vorfälligkeitsentschädigung zahlen. Die Bank gleicht mit dieser Entschädigung die Zinszahlungen aus, die im weiteren Verlauf des Kreditvertrages entstanden wären und ihr mit der vorzeitigen Ablöse entgehen.

Zinsbindung

Die Zinsbindungsfrist ist ein für die Dauer des Finanzierungsvertrages fest vereinbarter Zinssatz.

Katja Reith

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