Explodierende Heizkosten vermeiden

7. Januar 2010, 15:21 Uhr

Je kälter der Winter, desto höher die Heizkostenabrechnung. Die eisigen Temperaturen treiben viele Verbraucher zum Dauerheizen. Dabei lassen sich die Kosten mit einfachen Tipps in den Griff bekommen.

Wenn es draußen bitterkalt ist, soll es wenigstens in den eigenen vier Wänden wohlig warm sein. Deshalb laufen die Heizungen in vielen deutschen Haushalten von Oktober bis März auf Hochtouren. Die kuschelige Wärme in der Wohnung kann jedoch schnell teuer werden. Dabei reicht es schon fünf einfache Tipps zu beherzigen, damit die Heizkosten im nächsten Winter nicht explodieren.

"Während der Heizperiode fallen rund 90 Prozent des gesamten jährlichen Heizbedarfs an, vor allem im Januar und Februar, wo rund ein Drittel des jährlichen Gesamtbedarfs verheizt wird", sagt Daniel Dodt vom Verbraucherportal Toptarif. Um die Energiekosten bei anhaltender Kälte nicht unnötig in die Höhe zu treiben, empfiehlt sich ein umsichtiger Umgang mit der Heizung. Dadurch lassen sich Energieverbrauch und Heizkosten spürbar drosseln, ohne dass auf Wohnkomfort verzichtet werden muss.

Wie stark Sie welchen Raum beheizen sollten, zeigt unsere Infografik.

Nicht zu kalt, nicht zu warm

In vielen deutschen Haushalten ist es im Winter zu warm. Dabei kostet jedes Grad höhere Temperatur bis zu sechs Prozent mehr Energie. Wer beispielsweise seine durchschnittliche Wohnungstemperatur von 22 Grad auf 20 Grad absenkt, der kann über den gesamten Winter – bei einem Verbrauch von rund 15.000 Kilowattstunden Gas – etwa 108 Euro sparen.

Für das Wohlbefinden reicht in den Wohnräumen selbst bei frostigem Wetter eine Temperatur von 18 bis 20 Grad völlig aus. Auch für die Atemwege sind Lufttemperaturen um die 18 Grad am gesündesten. Daher sind im Schlafzimmer 16 bis 18 Grad für einen gesunden Schlaf empfehlenswert. In der Küche heizen die Geräte übrigens mit, daher genügt auch hier eine Temperatur von 18 Grad.

Konstant heizen: Nicht zu oft am Heizregler drehen

Konstanter Heizbetrieb und relativ konstante Raumtemperaturen kosten weniger Energie als das häufige Abschalten der Heizung. Sind Wohnräume und Mobilar erst einmal ausgekühlt, wird für das erneute Aufheizen von Möbeln, Wänden und Textilien zusätzlich Energie benötigt, so dass sich die vermeintliche Sparmaßnahme als Kostenfalle erweist. Selbst bei längerer Abwesenheit gilt: die Heizung drosseln, nicht komplett abschalten.

Gute Luftzirkulation: Heizkörper nicht zustellen

Ist die Heizung von Möbeln oder anderen Gegenständen verdeckt, entsteht ein Wärmestau, so dass ein Großteil der Energie ungenutzt verpufft. Damit der Heizkörper die Wärme frei an die Raumluft abgeben kann, sollten weder Möbel noch Gardinen und Vorhänge die Heizung verstellen. Für eine optimale Zirkulation der Warmluft empfiehlt sich zusätzlich ein Deckenventilator. Durch den natürlichen Auftrieb gelangt die warme Luft automatisch an die Decke, wo sie nicht benötigt wird und langsam auskühlt. Ein Ventilator sorgt für eine gute Zirkulation der Warmluft und verhindert Temperaturschwankungen im Raum.

Stoßlüftung statt Kipplüftung: Fenster auf, aber richtig

Um die Wohnung nicht auskühlen zu lassen, werden die Fenster im Winter meist nur widerwillig geöffnet. Insbesondere die ständige Lüftung durch angekippte Fenster ist ein wahrer Energiekiller und schadet der Umwelt. Gerade im Winter sollte daher kräftig und kurz, am besten mit Durchzug und abgeschalteter Heizung, gelüftet werden. Einen vollständigen Luftaustausch mit geringem Wärmeverlust erreicht man nur durch Stoßlüften – am besten morgens und abends für etwa fünf bis zehn Minuten. Die Fenster sollten dabei erst geschlossen werden, wenn der Beschlag an der Außenseite der Fenster vollständig verflogen ist. Durch richtiges Lüften kann zudem der Bildung von Schimmel vorgebeugt werden.

Fenster abdichten und Heizung entlüften

Der kurze Besuch im Baumarkt lohnt sich in puncto Energieeffizienz allemal – mit kleinen handwerklichen Tricks kann man die Wärme im eigenen Heim optimal nutzen. Mit einem Dichtband für wenige Euro sind beispielsweise Fenster und Außentüren schnell abgedichtet. Bei einer 3-Zimmer-Wohnung lassen sich so mit geringem Aufwand weitere 100 Euro im Jahr sparen.

Teuer können zudem nicht richtig entlüftete Heizkörper werden. Da Luft weniger Wärme als Wasser abgibt, kann das "Gluckern" der Heizung hohe Energiekosten verursachen. Mit einem Entlüfterschlüssel aus dem Baumarkt lässt sich das Ventil am Heizkörper öffnen und die Luft entfernen. Das Entlüften sollte nach kurzer Unterweisung durch einen Handwerker zweimal im Jahr – am besten vor und nach der Heizperiode – durchgeführt werden.

Auch die besten Energieeffizienz-Maßnahmen decken aber nur einen Teil der Einsparmöglichkeiten ab, die sich den Verbrauchern bieten. "Ein unkomplizierter und innerhalb weniger Minuten durchführbarer Wechsel des Strom- und Gasanbieters kann Kostenvorteile von mehreren Hundert Euro im Jahr bringen", rechnet Dodt vor. "Noch nutzen viel zu wenige Verbraucher die Möglichkeiten der liberalisierten Energiemärkte und lassen sich günstige Angebote entgehen."

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KOMMENTARE (8 von 8)
 
alanka (09.01.2010, 19:26 Uhr)
Heizkosten sparen?
Wenn du eine Kilowattstunde Strom gespart hast - weil zuvor mit viel Geld in Wärmedämmung investiert wurde - dann mußt du eben für zwei Kilowattstunden mehr bezahlen. So einfach ist das.
mats123 (08.01.2010, 10:03 Uhr)
@stern00
Ihren Vorschlag, nur noch bis 12 Grad zu heizen, kann man wohl nicht ernst nehmen. Der Vorschlag des Stern, das Wohnzimmer nur bis 20 Grad zu heizen, ist dagegen für viele Menschen sinnvoll, die bislang teils unbedacht zu hoch heizen und eventuell sogar noch Kipplüftung im Winter machen. Es geht ja nicht darum, dass ein Frostködel, der bei unter 28 Grad friert, das befolgen muss. Es ist nur ein Spartip für die, die sparen und die Umwelt schonen wollen. Ich als normaler gesunder Mensch fühle mich bei 20 Grad im Wohnzimmer ganz wohl, im Winter trage ich ohnehin gerne eine warme Fleece- oder Sweatjacke in der Wohnung und ich habe auch selten eine schlimmere Erkältung. Wer dagegen meint, im Winter Saunatemperaturen in der Wohnung haben zu müssen oder im T-Shirt und in Shorts durch die Wohnung laufen zu müssen, soll dann halt die Rechnung dafür bezahlen. Ich halte es nicht für sinnvoll, 300 qm umbauten Raum auf 28 Grad aufzuheizen, wenn es eine schöne Sweatjacke auch tut, um sich bei 20 Grad wohl zu fühlen.
Gallagher (08.01.2010, 08:56 Uhr)
Wer 18° - 20° in Wohnzimmern empfiehlt,
hat sich redlich verdient als Simpel bezeichnen zu lassen.
neyzen (08.01.2010, 08:45 Uhr)
Also....
ich spar nix,mir ist kalt und hab zuhause so ca. 28°C..
TheRaven (07.01.2010, 22:18 Uhr)
Für wie doof
wird man in Deutschland eigentlich gehalten ?? Ok, bei den Auflagenzahlen der Bild, vielleicht zu recht !! Was passiert den wenn wir sparen und WENIGER heizen und somit WENIGER bezahlen (könnten) ?? Na???? errät der geneigte deutsche Gutmensch die Antwort ? RICHTIG: Die Preise werden, notfalls mit dem Vorwand des Arbeitsplatzschutz erhöht. Warum sollte der Staat was dagegen tun ? Weil er daran auch verdient ? Ja.....und morgen kommt die Zahnfee und legt jedem ein Stück Kohle unters Kopfkissen. In die Tasche stecken kann sie es einem ja net, den meisten wurde doch schon das letzte Hemd ausgezogen.
ganzbaf (07.01.2010, 17:47 Uhr)
...geht nur...

durch Verstaatlichung aller Energiekonzerne.
Deren Milliardengewinne enstehen durch einfache Preisaufschläge die durch nichts zu rechtfertigen sind.
stern00 (07.01.2010, 17:41 Uhr)
20° in Wohnräumen?
Klar kann man bei 20°C in Wohnräumen überleben. Vermutlich auch bei 18, 15 oder 12°C. Soll der Stern doch 12° vorschlagen und vorrechnen, dass man so sogar 180 Euro im Jahr sparen kann (also 15? im Monat, *wow*).
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Und nächstes Jahr kommt dann als Energiespartipp, dass man doch bitte seine Betten in die Küche stellen sollte und dort auch noch ein bisschen Vieh unterbringen kann, das dann für Wärme sorgt.
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Übernächstes Jahr werden Thermoschlafsäcke bis 0 Grad vorgestellt und gezeigt, wie man die Heizung und wasserführenden Leitungen entleert. DAS spart dann richtig.
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Also, unter 22° ist schlicht ungemütlich, unter 20° ist kalt. Fertich. Ich will in meiner Wohnung nicht mit mantel sitzen, sondern mich frei bewegen.
tannebaum (07.01.2010, 16:15 Uhr)
kosten vermeiden?
im endeffekt wäre uns schon geholfen, wenn wir meinten, dass 28°C nicht eine normale raumtemperatur wären.

nun, wie sagte sarrazin doch gleich:
pullover anziehen!

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