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So sparen Sie im Winter Heizkosten

Draußen wird es nasskalt: Zeit, die Heizung aufzudrehen. Selbst milde Winter können bei falschem Heizen ins Geld gehen. Dies sind die besten Tipps gegen versteckte Wärmefresser.

Niemand will im Winter frieren, doch Heizen kann schnell teuer werden. Mit diesen Tipps können Sie sparen.

Niemand will im Winter frieren, doch Heizen kann schnell teuer werden. Mit diesen Tipps können Sie sparen.

Die kalte Nässe zieht in den Körper, es nieselt leicht und der Sturm tobt: Im November, wenn die Tage kürzer und die Temperaturen kälter werden, freuen wir uns auf wohlig warme Häuser und Wohnungen, in denen man sich vor dem Winter verkriechen kann. Spätestens mit der nächsten Heizkostenabrechnung können die kuscheligen Winterabende aber schnell zu bösen Überraschungen führen. Norbert Fleige von der Verbraucherzentrale Hamburg erklärt, wie Mieter und Hauseigentümer Heizkosten sparen können.

1. Mit kleinen Handgriffen sparen

Schon mit wenigen Handgriffen lässt sich Energie einsparen. So sollte man die Heizkörper entlüften, sobald man ein Gluckern nach dem Einschalten der Heizung hört. Auch sollte man immer alle Heizkörper in einem Raum gleichzeitig nutzen. "Viele denken, dass man spart, wenn man nur einen Heizkörper einschaltet, das Gegenteil ist aber der Fall", sagt Fleige. Zudem sollte man für jeden Raum eine andere Temperatur einzustellen. "Schon ein Grad weniger Raumtemperatur verbraucht sechs Prozent weniger Heizkostenenergie", sagt Fleige. "Frieren soll aber niemand, der Komfort steht im Vordergrund."

2. Thermostatventile austauschen

"Die Thermostate der Heizkörper regeln schon nach 15 Jahren nicht mehr genau", sagt Verbraucherexperte Fleige. Auch Mieter sollten die Thermostatventile daher rechtzeitig austauschen, um nicht ungewollt zu viel zu heizen. Noch besser ist es, elektronische Thermostate einzubauen. Diese sind nicht nur präziser, sondern lassen sich auch programmieren, sodass weniger geheizt wird, wenn niemand zuhause ist. Preis pro Ventil: Rund 20 Euro.

3. Verluststellen dämmen

Laut Verbraucherzentrale ist die größte Verluststelle für Wärme die Wohnungstür, hier besonders der Spalt unter der Tür. Mit einer Besendichtung aus dem Baumarkt lässt sich der Wärmeverlust hier deutlich reduzieren. Bei Altbauten lohnt es sich zudem hinter Heizkörpern an Außenwänden Dämmplatten anzubringen. "Bei Innenwänden macht das allerdings keinen Sinn", erklärt Fleige.

4. Heizung nachrüsten

Wohnungs- und Hauseigentümer sollten prüfen, ob bei ihrer Heizung ein hydraulischer Abgleich durchgeführt wurde. Darunter ist die Anpassung der Heizanlage an das Gebäude zu verstehen. Eventuell ist dazu der Austausch der vorhandenen Ventile gegen voreinstellbare Ventile notwendig. Sie sorgen dafür, dass alle Heizkörper mit einer ausreichenden Menge an Heizwasser versorgt werden. Auch für ältere Modelle lohnt sich das Nachrüsten: Bei Gesamtkosten von rund 500-800 Euro spart man rund 200 Euro im Jahr an Heizkosten. "Nach drei bis vier Jahren hat man das also wieder drin", sagt Fleige.

5. Nachtabsenkung richtig einstellen lassen

Da man nachts in der Regel weniger heizt als am Tage, sollte die Nachtabsenkung - die verringerte Temperatur während der Nacht - am Heizkessel richtig eingestellt sein.

6. Heizöl auf Vorrat kaufen

Im Gegensatz zu Gas kann Heizöl auf Vorrat gekauft werden, davon können Kunden jetzt profitieren. "Öl ist gerade günstig wie lange nicht mehr. Das kann sich aber schnell wieder ändern", sagt Fleige. Es lohnt sich daher jetzt Heizöl auch mit Blick auf das kommende Jahr zu kaufen. Nutzern von Gasheizungen müssen weiterhin Preise vergleichen und eventuell den Anbieter wechseln.

7. Heizkesseltausch rechtzeitig planen

Langfristige Planung macht sich im Geldbeutel bemerkbar: "Wer wartet bis der Heizkessel defekt ist, muss schnell eine Lösung finden, die dann nicht unbedingt effizient ist", sagt Fleige. Stattdessen sollte man rechtzeitig den Tausch des Heizkessels planen und sich nach Angeboten umschauen. Richtwert: Ab dem zwanzigsten Betriebsjahr sollten man keine aufwendigen Reparaturen mehr durchführen lassen, sondern den Kessel erneuern. Spätestens nach 30 Jahren muss der Kessel nach der aktuellen Energieeinsparverordnung in der Regel ausgetauscht werden.

8. Kamin: Sparen macht Arbeit

"Heizen mit Kamin spart auf jeden Fall Kosten, da Holz günstig ist", sagt Norbert Fleige. Beim Kauf sollte man auf jeden Fall unabhängige Testergebnisse, wie von Stiftung Warentest, zu Rate ziehen, da günstige Öfen aus dem Baumarkt eine schlechte Qualität haben können.

9.Dämmen lohnt sich - wenn man es richtig macht

Besonders die Kellerdecke und der Dachboden lassen sich schnell und unkompliziert mit Dämmplatten abdichten. Auch sinnvoll ist es Hohlräume in den Wänden mit Dämmmaterial verfüllen zu lassen. Das kostet rund 3000 Euro für ein Einfamilienhaus und ist innerhalb eines Tages gemacht. Größere Dämmmaßnahmen sollten nur durchgeführt werden, wenn sowieso Arbeiten am Haus geplant sind. "Es ist nicht wirtschaftlich für den Einbau einer Dämmung ein intaktes Dach einzureißen", so Fleige.

10. Auf Fördergelder achten

"Nach 20 Jahren Betrieb kann man darüber nachdenken die gesamte Heizung auszutauschen", sagt Fleige. Dabei lohne es sich rechtzeitig zu planen und sich Beraten zu lassen. Wer sich für einen Austausch entscheidet, sollte darüber nachdenken die neue Heizung mit einer Solaranlage auf dem Dach zu kombinieren. Sowohl Solarkombinationen als auch andere Energiesparmaßnahen am Haus werden durch den Bund und die Länder gefördert.

Dominik Brück