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Goldgrube Heizungskeller

Durch den Austausch des alten Heizkessels lässt sich viel Geld sparen. Dabei muss es nicht immer eine Öl- oder Gasheizung sein: Solarthermie, Holzpellets und Wärmepumpen sind sinnvolle Alternativen.

Von Peter Neitzsch

  Moderne Heizkessel heizen zwar weiter mit Öl und Gas, benötigen aber deutlich weniger Brennstoff

Moderne Heizkessel heizen zwar weiter mit Öl und Gas, benötigen aber deutlich weniger Brennstoff

  • Peter Neitzsch

Hausbesitzer verheizen jährlich unnötig Millionen Euro. Der Grund sind veraltete Heizungen und fehlende Dämmung: Vier von fünf Wohnungen haben der Deutschen Energie-Agentur (Dena) zufolge nicht annähernd den energetischen Standard, der durch heute übliche Baumaterialien möglich ist.

Ein Blick in die Heizungskeller ist da oft aufschlussreich: veraltete Heizkessel, die bei weitem nicht an die Energieeffizienz moderner Geräte herankommen. Umwälzpumpen, die 24 Stunden am Tag arbeiten, obwohl sie nur einen Bruchteil der Zeit gebraucht werden. Laut dem Branchenverband für Haus-, Energie- und Umwelttechnik (BDH) arbeiten 78 Prozent der Heizungsanlagen hierzulande ineffizient.

Neben der Wärmedämmung bietet eine Modernisierung der Heizungsanlagen Hausbesitzern daher die beste Möglichkeit, Energie und damit Geld zu sparen. Je stärker die Öl- und Gaspreise steigen, desto mehr rechnen sich auch umweltfreundliche Heizsysteme. stern.de stellt die wichtigsten Alternativen im Heizungskeller vor.

Modernisierung alter Anlagen

Wichtig sind individuell auf das Gebäude und die Wohnsituation zugeschnittene Lösungen. Die Beratung durch einen Fachmann ist daher unerlässlich. "Wir raten dazu, sich erst mal mit einem geschulten Fachhandwerker in Verbindung zu setzen, der einen Heizungscheck durchführen kann", sagt der Geschäftsführer des "Forums für Energieeffizienz in der Gebäudetechnik" (VdZ), Horst Eisenbeis. Dabei werde die Heizungsanlage "auf Herz und Nieren" geprüft. Der Kunde weiß danach, wo konkreter Handlungsbedarf besteht. Die Kosten für einen solchen Check liegen etwa bei hundert Euro.

Häufig lässt sich die alte Anlage bereits durch einfache Maßnahmen verbessern: etwa durch den Austausch der veralteten Heizungspumpe oder einen sogenannten "hydraulischen Abgleich". Bei dem Abgleich wird das Heizungssystem optimiert: "Oft muss man in den entfernten Räumen die Heizung stärker aufdrehen, damit es warm wird, denn diese Räume werden mit weniger Heizungswasser versorgt", sagt Eisenbeis. Der hydraulische Abgleich und entsprechende Umbauten helfen, die Wärme gleichmäßig auf die Räume zu verteilen. Das kann bereits bis zu zehn Prozent der fürs Heizen benötigten Energie einsparen.

Eine neue Pumpe für die alte Heizung kostet ohne Einbau zwischen 370 und 420 Euro und kann die Heizkosten ebenfalls deutlich senken: "Geregelte Heizungspumpen schalten sich ein, wenn sie gebraucht werden und laufen nicht die ganze Zeit voll durch", erklärt Eisenbeis. Seit dem 1. April 2012 wird die Optimierung der Heizungsanlage auch über das Programm "Energieffizient Sanieren" der Staatsbank KfW gefördert.

Komplettaustausch und Brennwerttechnik

Hat die Anlage im Heizungskeller erstmal ein bestimmtes Alter überschritten, hilft oft nur noch der Komplettaustausch: "Ein Heizkessel, der älter als 20 Jahre ist, ist schon mal höchst verdächtig", sagt Christian Stolte, Bereichsleiter für energieeffiziente Gebäude bei der Dena. Die Heizung ist in der Regel technisch veraltet und sollte ausgetauscht werden. Durch einen Komplettaustausch entstehen allerdings auch hohe Kosten: Häufig müssen Wände aufgerissen und Leitungen neu verlegt werden. Doch in der Regel lohnt sich der Aufwand: Moderne Heizkessel heizen zwar weiter mit Öl und Gas, benötigen aber deutlich weniger Brennstoff als alte Kessel.

Die sogenannte Brennwerttechnik ermöglicht eine extrem effiziente Verbrennung von Öl oder Gas mit einem Wirkungsgrad von nahezu hundert Prozent. Das bedeutet: Beim Verfeuern geht so gut wie keine Energie verloren. Denn die Geräte nutzen nicht nur die Energie, die bei der Verbrennung entsteht, sondern wandeln zusätzlich Teile der Abgase in Wärme um. Kombiniert man die modernen Anlagen mit einer Solarthermie-Anlage auf dem Dach, kann die fürs Heizen benötigte Energie so um 30 bis 40 Prozent reduziert werden.

Welche Maßnahmen im konkreten Einzelfall sinnvoll sind, hängt immer auch von den Gegebenheiten vor Ort ab. Das gilt auch für die Wahl der neuen Heizanlage: "Wenn Sie in der Stadt wohnen, haben Sie oft einen Erdgasanschluss, während auf dem Land häufig mit Heizöl geheizt wird", erläutert Eisenbeis vom VdZ.

Bei Heizkosten von etwa 3000 Euro im Jahr amortisiert sich die Installation einer Neuanlage im Wert von 10.000 Euro nach rund elf Jahren, hat der Bundesverband der Verbraucherzentralen berechnet. Zudem wird auch der Austausch alter Heizkessel durch die KfW-Bank gefördert - über zinsverbilligte Kredite oder einen einmaligen Investitionszuschuss. Die Höhe des Zuschusses richtet sich bei einer Komplettsanierung nach der Energieersparnis. Einzelmaßnahmen werden mit 7,5 Prozent der Investitionssumme oder maximal 3750 Euro gefördert.

  Mit Solarthermie-Anlagen lässt sich Wärme für den Eigenverbrauch erzeugen

Mit Solarthermie-Anlagen lässt sich Wärme für den Eigenverbrauch erzeugen

Heizen und Warmwassererzeugung mit Solarthermie

Um das volle Einsparpotential der Brennwerttechnik zu nutzen, ist es sinnvoll diese beispielsweise mit einer Solarthermie-Anlage zu kombinieren. "Am effektivsten lässt sich der Energieverbrauch durch integrierte Lösungen verringern", sagt Eisenbeis. Auch die staatliche Förderung greift erst ab einem fixen Anteil regenerativer Energien an der Wärmeerzeugung. In Baden-Württemberg müssen zum Beispiel zehn Prozent der Wärme mit erneuerbaren Energien erzeugt werden, bevor die Fördergelder fließen.

Solarthermische Anlagen dienen der Erzeugung von Warmwasser und unterstützen die Heizung. Anders als Photovoltaik-Anlagen, die Sonnenlicht in Strom umwandeln, lässt sich mit Solarthermie-Anlagen lediglich Wärme für den Eigenverbrauch erzeugen. Dabei wird die Wärme der Sonne genutzt, um Wasser zu erhitzen. In den Sommermonaten können die Sonnenkollektoren den gesamten Warmwasserbedarf eines Haushalts decken. Im Frühjahr oder im Herbst kann eine Anlage mitunter auch den Heizkessel ersetzen.

Der Preis für eine Solarthermie-Anlage ohne Heizungsfunktion liegt für einen Vier-Personen-Haushalt zwischen 4000 und 5000 Euro - einschließlich Mehrwertsteuer und Montage. Soll zusätzlich auch das Gebäude mit Solarthermie beheizt werden, liegen die Kosten nach Angaben des Bundesverbands der Solarwirtschaft bei rund 12.000 Euro. Die Warmwassererzeugung mit Sonnenkollektoren wird vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) aktuell mit 90 Euro je Quadratmeter Kollektorfläche bezuschusst. Weitere Fördergelder gibt es, wenn die Anlage zusätzlich der Heizungsunterstützung dient.

  Wärmepumpensysteme nutzen die Umgebung als Energiequelle

Wärmepumpensysteme nutzen die Umgebung als Energiequelle

Wärmepumpen mit hoher Energieeffizienz

Immer mehr Hausbesitzer nutzen für Heizung und Warmwasser auch die Energie auf dem eigenen Grundstück: Möglich wird das durch Wärmepumpen, die bis zu 75 Prozent der Energie aus kostenlos in Boden, Grundwasser oder Luft gespeicherter Sonnenenergie beziehen. Das restliche Viertel entfällt auf Strom als Antriebsenergie für die Pumpe. Das macht das Eigenheim unabhängig und die Heizkosten über viele Jahre überschaubar.

Wärmepumpen machen sich die Kältetechnik zu Nutze. Der Effekt ist bereits vom Kühlschrank bekannt: Durch die Energiemenge, die der Luft beim Kühlen entzogen wird, entsteht Wärme - quasi als Abfallprodukt der gekühlten Luft im Innenraum. Eine Wärmepumpe funktioniert genau umgekehrt: Hier ist die Wärme das gewollte Produkt. Die dafür benötigte Energie ziehen Wärmepumpen größtenteils aus der Umwelt. Ein Vorteil der Technologie: Da die Kühltechnik bereits sehr ausgereift ist, sind Wärmepumpen weitgehend wartungsfrei.

"Wenn das Haus ohnehin saniert werden soll, macht es Sinn auch über den Einbau einer Wärmepumpe nachzudenken", rät Eisenbeis. Strombetriebene Luft-Wasser-Wärmepumpen könnten auch in Altbauten eingebaut werden, sie würden allerdings meist eine gute Isolierung oder neue Fenster voraussetzen. Eine Anschaffung ist also vor allem dann sinnvoll, wenn gleichzeitig eine Dämmung des Gebäudes durchgeführt wird.

Luft-Wasser-Wärmepumpen arbeiten höchst energieeffizient und sind leicht zu installieren. Das Heizsystem kann auch relativ unkompliziert als zusätzliche Heizquelle integriert werden. Die Umgebungsluft wird dabei als Energiequelle genutzt. Das kann die Luft in den Kellerräumen sein oder die Außenluft. Selbst bei Frost ist in der Luft noch reichlich Energie vorhanden, die ins Haus geholt werden kann.

Komplexer sind Wärmepumpensysteme, die ihre Energie aus dem Boden (Geothermie) oder aus dem Grundwasser beziehen. Neben Platz im Keller benötigen diese Pumpen auch einen entsprechenden Untergrund. Wärmepumpensysteme sind daher vor allem für optimal geplante Neubauten geeignet - beispielsweise Passiv- oder Plusenergiehäuser. Erst dort können sie ihre ökonomischen und ökologischen Vorteile voll entfalten. Auch Wärmepumpen werden vom Bafa finanziell gefördert.

  Mini-Blockheizkraftwerke im eigenen Keller kombinieren die Produktion von Heizwärme und Strom

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Mini-Blockheizkraftwerke für Mehrparteienhäuser

Kleine Blockheizkraftwerke ermöglichen Eigenheimbesitzern, sich von den großen Energieversorgern unabhängig zu machen: Die Mini-Kraftwerke im eigenen Keller kombinieren die Produktion von Heizwärme und Strom. Dabei erzeugen kleine Generatoren Strom, der im Haushalt genutzt werden kann. Die Abwärme, die dabei entsteht, liefert Warmwasser und beheizt die Wohnung. Diese Technologie der Kraft-Wärme-Kopplung ist besonders effizient, da dabei kaum Energie verloren geht.

Wichtig für den Einsatz der Blockheiz-Technologie ist der gleichzeitige Bedarf von Wärme und Strom: "Blockheizkraftwerke rechnen sich in der Regel erst für größere Gebäude, beispielsweise für Krankenhäuser, eine Schule, ein Hotel oder eine Universität", sagt Eisenbeis. Allerdings gebe es mittlerweile auch kleinere Modelle auf dem Markt, die bereits für Ein- oder Zweifamilienhäuser geeignet wären. Diese Mikro- oder Mini- Blockheizkraftwerke bringen es auf eine Leistung von circa einer Kilowattstunde. Eine individuelle Beratung vor dem Einbau ist jedoch auch hier unerlässlich, um die Wirtschaftlichkeit zu ermitteln.

Seit dem 1. April 2012 wird der Bau von Mini-Blockheizkraftwerken in Privathäusern auch wieder staatlich gefördert. Das bereits 2008 gestartete Programm war nach starker Nachfrage 2010 aufgrund von Kürzungen im Bundeshaushalt vorübergehend eingestellt worden. Kleine Anlagen bis zu einer Kilowattstunde Leistung werden mit 1500 Euro gefördert, große Anlagen mit 19 Kilowattstunden mit 3450 Euro. Allerdings werden nur Privathäuser gefördert, die keinen Zugang zum Fernwärmenetz haben. Die entsprechenden Anträge können beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) gestellt werden.

  Biomasse wird verstärkt auch zum Heizen genutzt. Am verbreiteten sind Heizkessel, die mit Holzpellets befeuert werden

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Biomasse-Anlagen: Heizen mit Weizen, Holzpellets und Co

Biomasse hat sich in den letzten Jahren zu einem zentralen Träger erneuerbarer Energien entwickelt - sei es in Form von Holz, energiereichen Pflanzen wie Raps und Mais oder Deponiegasen. Das gilt auch für den Wärmebereich: Viele Heizungsanlagen können mittlerweile mit nachwachsenden Rohstoffen befeuert werden. Am verbreiteten sind Heizkessel, die mit Holzpellets befeuert werden. Daneben existieren auch effiziente Heizsysteme für die Verbrennung von Holzscheiten.

Allerdings sollten Hausbesitzer bedenken, dass sowohl Holzpellets als auch Holzscheite den entsprechenden Raum zum Lagern brauchen. Wie bei anderen Energieträgern auch kann der Preis von Holz und Pellets im Laufe der Zeit durchaus steigen. Auch hier ist es also sinnvoll, die Maßnahme auf ihre Wirtschaftlichkeit zu prüfen.

Noch kaum verheizt wird bislang Getreide, dabei haben die Körner einen hohen Energiegehalt. So haben 2,5 Kilogramm Weizen den Heizwert von einem Liter Öl - aber sind wesentlich kostengünstiger. Genau wie Holzpellets kann Getreide in Heizanlagen verfeuert werden - auch solches von minderwertiger Qualität, das als Nahrungs- oder Futtermittel ungeeignet wäre. Als besonders geeignet für die Verbrennung in Kleinanlagen erachten Experten eine Mischung von Getreide und Holzhackschnitzeln.

Das Bafa fördert auch Biomasseanlagen durch einen Investitionszuschuss. Zu den geförderten Systemen gehören Holzpellet-Öfen, Kessel zur Verfeuerung von Holzpellets und Holzhackschnitzeln sowie besonders emissionsarme Scheitholzvergaserkessel.

Von Peter Neitzsch

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