Wie Sie bares Geld sparen

27. Oktober 2010, 09:00 Uhr

Energiesparen wird angesichts des Klimawandels und steigender Kosten immer wichtiger. Aber was können Sie konkret tun? Wir haben für Sie die wichtigsten Tipps und Tricks zusammengefasst. Von Axel Hildebrand und Anja Pöhler

Egal ob Mieter, Vermieter oder Eigenheimbesitzer: Mit ein paar einfachen Handgriffen kann jeder seine Energierechnung senken.

Die allgemeinen Spartipps werden an dieser Stelle erläutert - sie gelten unabhängig von der Art, wie Sie wohnen.

Im zweiten Teil haben wir spezielle Sparmöglichkeiten für einzelne Fallgruppen für Sie zusammengestellt: vom Wohnungsmieter, - eigentümer über Hausbesitzer, - mieter sowie Bauherren bis zum Vermieter. Jeder hat ganz eigene Möglichkeiten, Geld zu sparen und gleichzeitig etwas für die Umwelt zu tun.

Wie können Sie sofort Kosten sparen?

1. Suchen Sie Geräte, die zu viel verbrauchen Starten Sie mit der Suche nach Stromfressern. So finden Sie möglicherweise an Türen und Fenstern Stellen, an denen ungewollt Wärme entweicht. Diese können mit Dämmmaterial einfach abgedichtet werden. Bei einer sehr hohen Stromrechnung lohnt es sich, diese genau zu analysieren und möglicherweise einen Berater hinzu zu ziehen. Der könnte verschiedene Dinge empfehlen: etwa eine neue Heizung, ein erneuertes Dach, neue Fenster oder eine Dämmung der Kellerdecke.


2. Stellen Sie Ihre Geräte richtig ein Es gibt zudem kleine Kniffe, die aber auf Dauer viele Kosten einsparen können. Sorgen Sie dafür, dass die Geräteeinstellungen möglichst viel Energie und damit Kosten sparen. Stromtestgeräte können beispielsweise bei den lokalen Stadtwerken ausgeliehen werden.
Auch ein Strahlregler an Waschbecken und in der Küchenspüle hilft. Er mischt dem Wasserstrahl Luft bei und führt somit zu einem gleichmäßigen, aufgeweiteten Strahl. Auch beim Spülkasten lässt sich mit kleinen Veränderungen Geld sparen: Benutzen Sie einen Spülstopp.


3. Thermostat installieren Auch bei der Einstellung der Dusche lässt sich Geld sparen: Ein Thermostat reguliert die Wärmezufuhr und verhindert, dass zusätzliche Energie für die Einstellung der Temperatur aufgewendet werden muss.


4. Passen Sie Ihr Verhalten an Beim Lüften soll die Heizung abgeschaltet werden. Beachten Sie auch die Lüftungsart: 30 Minuten Lüften bei einem voll geöffneten Fenster entsprechen 90 Minuten Lüften mit gekipptem Fenster. Generell bewirken kleine Verhaltensänderungen schon etwas: So reicht es bereits, das Thermostat um 1 - 1,5 Striche nach rechts zu drehen, um Energiekosten zu sparen. Drehen Sie auch den Wasserhahn im Normalfall immer nach rechts außen und nicht in die Mitte, um Warmwasserkosten einzusparen.

Schalten Sie selten oder nie genutzte Geräte unbedingt richtig ab - der Stand-by-Modus nützt da wenig, auch er verbraucht Energie. Doch auch hier lauern noch Energiefallen. Im so genannten "Schein-Aus" verbraucht ein Drucker zum Beispiel noch um die 75 kWh pro Jahr. Mit "Schein-Aus" bezeichnet man den Zustand, wenn ein Gerät zwar ausgeschaltet ist, aber weiter Strom verbraucht. Dies erkennt man am leisen Brummen, einem warmem Netzteil oder mit einem Strommessgerät. Deshalb sollten Sie entweder alle Geräte ausstecken oder sich spezielle Mehrfachstecker kaufen, welche man an- und ausschalten kann.

Eine Steckdosenleiste mit Schalter verhindert, dass das Gerät im Schein-Aus noch Strom aus dem Netz zieht, obwohl Sie das Gerät längst nicht mehr verwenden.

Am besten schließen Sie gleich mehrere Geräte (etwa Drucker, Computer und Bildschirm) gemeinsam an eine schaltbare Steckdosenleiste und schalten diese per Knopfdruck komplett aus.

In vielen Haushalten macht die Beleuchtung ein Viertel des ganzen Stromverbrauchs aus. Hier empfiehlt sich der Kauf von Energiesparlampen.

Fachliche Beratung: Ulrich Kleemann, Verbraucherzentrale Berlin, und Ramona Siefke, Verbraucherzentrale Thüringen

Was tun als Mieter einer Wohnung?

Schon als potentieller Mieter sollten Sie unbedingt auf Ihrem Recht bestehen, den Energieausweis einzusehen. Denn die Pflicht des Vermieters, diesen zu zeigen, besteht nur bis zum Mietantritt. Da er Ihnen diesen nur zeigen muss, Sie ihn aber nicht unbedingt kopieren dürfen, lohnt es sich, sich davor ausgiebig zu informieren.

Was tun als Mieter eines Hauses?

Es empfiehlt sich, die Wärmeerzeugungsanlage zu warten. Ein weiterer Punkt, der oft vernachlässigt wird, ist die Zirkulationspumpe, welche womöglich anders eingestellt, entlüftet oder ausgetauscht werden muss. Das müssen Sie jedoch mit dem Vermieter absprechen.

Was tun als Wohnungseigentümer?

Vor allem in kleineren Wohnungen besteht die Gefahr, Sofas oder Schränke unglücklich zu platzieren und somit Heizwärme zu verschwenden. Möbelstücke sollten nie vor der Heizung stehen. Gardinen oder Rollläden sind zwar im Winter gute Wärmedämmer, können aber auch, wenn sie vor der Heizung stehen, unnötig die Wärmeverbreitung blockieren.

Was tun als Eigentümer eines Hauses?

Als Eigentümer können Sie eine Menge tun.

Prüfen Sie zunächst die Außenbeleuchtung. Können Sie hier Energie sparen? Kontrollieren Sie auch einen eventuell zu starken Verbrauch von Wasserpumpen.

Daneben gibt es eine ganze Reihe von Dingen, die ebenfalls getan werden können:

- Dämmen Sie die Heizungsrohre.

- Prüfen Sie, ob sich die Nutzung von Biomasse oder Pellets lohnt - so sind sie nicht von den Preisschwankungen beim Gas abhängig.

- Prüfen Sie, ob Sie nicht Anspruch auf Fördermittel haben.

- Holen Sie vor größeren Investitionen - wie einer Solaranlage - unbedingt den Rat eines Energieberaters ein. - Bei Mehrfamilienhäusern, ab drei oder vier Familien, lohnt sich möglicherweise der Bau von Miniblockheizkraftwerken. Prüfen Sie diese Möglichkeit. Diese erzeugen Heizleistung, darüber hinaus wird Strom erzeugt, der wiederum eingespeist werden kann.

Was tun als Bauherr?

Sie sollten sich schon im Vorfeld kundig machen. Es lohnt sich, den Energieausweis zu verlangen und zu schauen, ob dieser auch vom Baubetrieb umgesetzt wird. Zögern Sie nicht, einen fachlichen Berater, zum Beispiel einen Ingenieur, hinzuzuziehen. Dieser kann Ihnen beispielsweise unzureichende Dämmwerte aufzeigen.

Denken Sie an den Einsatz regenerativer Energien. Holen Sie auch die Meinungen von neutralen Beratern ein, um sich bei der Beantragung von Fördermitteln beraten zu lassen. Berater finden Sie bei Verbraucherzentralen, Bauherrenverbänden und anderen Vereinigungen.

Achten Sie beim Bau unbedingt auf die richtige Lage der Fensterfronten, um beispielsweise südliches Sonnenlicht maximal zu nutzen.

Achten Sie beim Bau auf die richtige Heizanlage und Dämmstandards. Diese helfen übrigens nicht nur im Winter, um die Wärme im Haus zu behalten, sondern auch im Sommer, um diese draußen zu lassen.

Was tun als Vermieter?

Wichtig ist zunächst die Instandsetzung aller Anlagen und Bauteile. Achten Sie darauf, dass Fenster und Haustüren dicht, Heizungsrohre isoliert und Heizungsanlagen gewartet sind.

Sie sind verpflichtet, eine ordnungsgemäße Heizung zu installieren. Reagieren Sie daher unbedingt auf Mietmängel. Umgekehrt steht der Mieter in der Pflicht eventuellen Sparmaßnahmen zuzustimmen.

Einem potentiellen Mieter müssen Sie den Energieausweis zeigen. Diese Pflicht besteht nach dessen Einzug nicht mehr. Vorschrift hin oder her: Es spricht für Sie, diesen öffentlich auszuhängen - so können Sie eine Erhöhung der Miete auch gut begründen. Informationen zum Energieausweis finden Sie in dieser Zusammenstellung der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen und im Gesetzestext.

Nehmen Sie alle Fördermittel in Anspruch. Damit senken Sie unter anderem auch wieder die Mietkosten.

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