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So können Sie wechseln und sparen

In den vergangenen zehn Jahren hat sich der Strompreis verdoppelt. Auch in den nächsten Monaten drohen für viele teurere Tarife. Die besten Tipps, wie Sie den Anbieter wechseln können, um Geld zu sparen.

Von Felix Disselhoff

  • Felix Disselhoff

Wird der Strom in nächster Zeit teurer?

Die Strompreise ziehen weiter an. Nach Preisanstiegen im ersten Quartal wird der Strombezug im April und Mai bei vielen weiteren Unternehmen teurer. Das geht aus einer Studie des Verbraucherportals Toptarif hervor. Demnach haben mindestens 74 regionale Stromversorger für April und Mai Preiserhöhung von durchschnittlich 5,9 Prozent vorgesehen. Davon betroffen wäre etwa jeder fünfte Haushalt in der Bundesrepublik.

Auch die Marktführer werden teurer: Fünf Regionaltöchter des größten deutschen Energieversorgers Eon erhöhen ihre Preise. Davon betroffen sind rund vier Millionen Haushaltskunden. Und auch der größte ostdeutsche Regionalversorger Enviam mit rund 900.000 privaten Abnehmern zieht seine Preise an. In Großstädten wie Oberhausen, Würzburg, Chemnitz, Mönchengladbach und Erfurt sind Preiserhöhungen bei den jeweiligen Stadtwerken geplant. In Leipzig hingegen sinkt der Strompreis im April entgegen dem Trend auf Grund reduzierter Netzentgelte. Insgesamt steigen die Strompreise für rund 8 Millionen Haushalte.

Lesen Sie hier nach, welche Anbieter Ihre Tarife noch anheben

Warum erhöhen die Anbieter weiter Ihre Preise?

Viele Versorger begründen die Preiserhöhungen mit der verstärkten Förderung von erneuerbaren Energien. Die würden höhere Kosten bedeuten. "Auffällig ist allerdings, dass die Preise bei rund 60 Unternehmen seit Jahresbeginn gesunken sind", erklärte Energieexperte Thorsten Bohg vom Verbraucherportal TopTarif gegenüber stern.de. "Die unterschiedliche Preisgestaltung bei den Stromversorgern zeigt, dass einige Unternehmen bereits jetzt in der Lage sind, die wesentlich günstigeren Beschaffungskosten des vergangenen Jahres an ihre Kunden weiterzugeben."

Wann lohnt sich der Wechsel?

Natürlich, wenn Ihr Tarif zu teuer ist. Deswegen: Machen Sie sich schlau über den eigenen Verbrauch und die damit verbundenen Kosten! 85 Prozent der Deutschen kennen beispielsweise weder den Strompreis, den sie für die Kilowattstunde zahlen, noch die Gesamtmenge, die sie an Strom verbrauchen. Ein Blick auf den eigenen Vertrag und die letzte Abrechnung genügt, um Klarheit über die verbrauchten Kilowattstunden zu bekommen.

Wie funktioniert der Wechsel?

Im Internet gibt es mehrere unabhängige Stromanbieter-Vergleiche. Zusammen mit der eigenen Postleitzahl geben Sie den Stromverbrauch beim Vergleichsrechner ein. Innerhalb von Sekunden lässt sich so ablesen, wie günstig der bisherige Anbieter tatsächlich ist und wie viel man durch einen Wechsel einsparen kann. Vergleichen Sie die Daten und entscheiden Sie sich für den Anbieter mit dem günstigsten Tarif. Sie können dabei filtern, ob Sie Tarife mit Vorauskasse ausschließen oder nur Ökostrom beziehen wollen. Nachdem Sie Ihre Daten mitgeteilt haben, bekommen Sie den Vertrag zugeschickt, den Sie dann noch unterschreiben müssen. Der neue Anbieter übernimmt dann die Formalitäten und meldet Sie bei Ihrem bisherigen Versorger ab.

Was taugen Discount-Tarife?

In über 3.000 Filialen bietet der Discounter Lidl ab 15. März für maximal 2 Wochen Ökostrom von Eprimo an. Als Lockangebot gibt es für die Kunden einen Einkaufsbonus von 100 Euro. Die Kunden können bei Lidl an der Kasse das Aktionspaket eprimoPrimaKlima für 3,99 € bestellen. Im Anschluss müssen die Kunden die Anmeldung bei eprimo bis spätestens zum 30. April 2010 vornehmen. Der Einkaufsbonus soll dann etwa 4 Wochen später auf das eigene Konto überwiesen werden.

Was verlockend gilt, beurteilen einige Experten aber nicht als sonderlich attraktiv. Denn das Angebot gilt für eine Vertragslaufzeit von 12 Monaten. Lidl macht jedoch keine konkreten Angaben zu den Strompreisen, die wiederum in den nächsten Monaten steigen könnten.

Generell gilt bei Discount-Angeboten: Nicht auf jedes scheinbare Schnäppchen hereinfallen! Viele große Anbieter haben auf die neue Konkurrenz reagiert und bieten Billigtarife an. Unter Verbraucherschützer gelten aber viele dieser Angebote wegen ihrer schwer zu durchschauenden Kostenstruktur als Mogelpackung. Vorsicht ist auch bei manchen Versorgern angesagt, die Vorauskasse verlangen. Einige Anbieter werben auch mit extrem billigen Verträgen, die dann aber für mehrere Jahre gelten sollen - ein Wechsel zu einem anderen, noch günstigeren Tarif ist damit aber für lange Zeit blockiert. Weitere Informationen und Beratungen bieten die Verbraucherzentralen der einzelnen Bundesländer.

Mit welchen Maßnahmen können Sie Ihren Verbrauch senken?

Heiz- und Stromkosten gelten mittlerweile als "zweite Miete". Auch wenn die Preise hin und wieder sinken, machen sie den Löwenanteil der Wohnnebenkosten aus. Aber es geht auch anders.

Die meisten Sparmaßnahmen haben wenig mit Verzicht zu tun. Es genügt, die Energie besser zu nutzen und echte Stromfresser zu eliminieren. Ein neuer Kühlschrank oder Geschirrspülmaschine, beispielsweise, verbraucht bis zu 40 Prozent weniger Energie als Geräte vor zwanzig Jahren.

In unserem Ratgeber "Energiesparen" haben wir einige Verhaltenstipps zusammengestellt, mit denen Sie Ihren Verbrauch kurz- und langfristig verringern können.

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