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Warum niemand in Londons schönsten Wohnungen leben will

Das Luxus-Hochhaus "The Shard" bietet modernste Architektur und eine spektakuläre Aussicht auf die Londoner City. Doch ausgerechnet die Wohnungen in den schönsten Etagen finden keinen Käufer.

The Shard

"The Shard" - der Glassplitter - ist das höchste Gebäude Londons

Der Wolkenkratzer "The Shard" ist das wohl spektakulärste Londoner Architekturprojekt dieses Jahrzehnts. Ein spitz zulaufender Turm aus Glas, 310 Meter hoch, unmittelbar an der Themse im Herzen Londons gelegen. Bei der Fertigstellung im Jahr 2012 war "The Shard" nicht nur das höchste Gebäude der , sondern sogar ganz Europas.

Neben Restaurants, Büros und dem 5-Sterne-Hotel Shangri-La bietet das Hochhaus auch exklusivsten Wohnraum. In den Stockwerken 53 bis 65, direkt unterhalb der öffentlich zugänglichen Aussichtsplattform, liegen zehn Penthouse-Apartments der absoluten Luxusklasse. Sie bieten den ultimativen Traum-Blick auf die , bei guter Sicht soll man sogar bis zum Meer sehen können. Bewohner können den Zimmerservice des darunter befindlichen Luxus-Hotels mitnutzen, wofür eigene Aufzüge eingebaut wurden. Trotz all dieser Vorzüge stehen die Interessenten für die Wohnungen nicht gerade Schlange.

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Dieses Haus ging unberührt durch die Jahrzehnte.

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50 Millionen Pfund für ein Apartment

Wie der britische Guardian berichtet, sei auch fünf Jahre nach der Eröffnung noch keines der exklusiven Apartments verkauft. Dabei hatten die Macher von "The Shard" ursprünglich geprahlt, mehr als 20 Telefon-Anrufe seien wohl kaum nötig, um die Objekte an den Mann zu bringen. Schließlich ist Wohnraum in London ein knappes Gut, selbst für Bruchbuden werden irrwitzige Preise gezahlt.

Bei den Penthouse-Apartments im "The Shard" haben die Bauherren, eine Immobilienfirma des Golfstaats Katar, aber selbst für Londoner Verhältnisse den Preis zu hoch angesetzt: Bis zu 50 Millionen Pfund sollten die Luxus-Immobilien kosten, was nach dem Absturz des britischen Pfunds immer noch 57 Millionen Euro entspricht. Selbst die günstigste Wohnung, die 30 Millionen Pfund einbringen sollte, koste mehr als jede andere Wohnung, die je in London gebaut wurde, schreibt der "Guardian".

Mit dem Preis heruntergehen wollen die Eigentümer bislang offenbar nicht. Lieber nutzen die Shard-Besitzer die unbewohnten Stockwerke bis zu einem Verkauf als Bürofläche für ihre eigene Firma.

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