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Australier erfindet Haus, das sich jeder leisten kann

Besonders in Metropolregionen sind die Preise fürs Eigenheim in unerschwingliche Höhen geklettert. Ein Australier glaubt nun, die Lösung des Problems gefunden zu haben. Für knapp 58.000 Euro könnte in Zukunft jeder seine eigenen vier Wände besitzen.

Big World Home

So könnte das "Big World Home" irgendwann aussehen: Ob man auf einer öffentlichen Grünfläche sein Selbstbau-Haus errichten darf, ist jedoch mehr als fraglich.

Egal ob München, Hamburg, Frankfurt oder Köln - wer stadtnah ein eigenes Haus besitzen möchte muss sehr tief in die Tasche greifen. Dies ist nicht nur in Deutschland so, auch in Frankreich, Großbritannien oder gar Australien ist der Hauskauf in der Nähe von Ballungszentren mittlerweile für viele eine reine Utopie. Dies gilt besonders für Berufseinsteiger, die oft nur niedrige Gehälter beziehen und bei denen am Ende des Monats zum Sparen nicht viel übrig bleibt. Ein australischer Architekt glaubt nun, eine Lösung für den Häuserwunsch der "Millennials" entwickelt zu haben. Der Schlüssel zum günstigen Haus liegt laut Alex Symes in der Selbstbauweise seiner "Big World Homes". Gegenüber der britischen Zeitung "Daily Mail" beschrieb er diese als "Ikea auf Steroiden".

Symes glaubt fest an das revolutionäre Potential seiner Erfindung - und plant, Immobilienmärkte weltweit gehörig aufzumischen. Für den australischen Architekten liegt das Problem mit Immobilien heutzutage darin, dass "junge Arbeitnehmer aufgrund ihrer teuren Wohnsituation und ihren niedrigen Gehälter niemals in der Lage seien werden, eine Anzahlung für ein Haus zu leisten". Schließlich sind es oft junge Menschen, die in Metropolregionen leben, studieren und arbeiten. Das derzeitige System sei "kaputt", der Traum vom eignen Zuhause schon längst zum Albtraum verkommen.

Im Internet bestellt, auf einem Anhänger geliefert

Wenn es nach Alex Symes geht, sollen sich Menschen in Zukunft nach dem Baukasten-Prinzip ihre Häuser einfach selber bauen. Dazu brauchen sie nicht viel mehr als Bohrer, Hammer und Schraubenschlüssel. Schon ab 58.000 Euro soll so ein Selbstbauhaus zu haben sein. Viel Platz bekommt man dafür aber nicht gerade: Symes Design sieht eine Größe von 13,75 Quadratmetern vor - also die Größe eines durchschnittlichen WG-Zimmers. Zudem wird das Selbstbau-Eigenheim im Internet bestellt und dann auf einem Anhänger geliefert. Wenn man also einen Umzug plant, kann man sein Zuhause wieder abbauen und einfach mitnehmen. Auch dieser Umstand könnte den Zweifeln junger Menschen, sich bereits jung an ein Eigenheim zu binden, entgegenkommen.

Der Aufbau soll mit zwei Personen über zwei Tage hinweg mit einfachem Werkzeug zu bewältigen sein. Und hier der Clou: Symes Selbstbauhaus soll eine positive Energiebilanz haben. Dies bedeutet, dass das Haus mehr Energie produziert als es verbraucht. Zudem soll es über eine vollkommen autarke Wasser- und Energieversorgung verfügen.

Auch dies würde dabei helfen, schneller mehr Geld zu sparen um sich irgendwann auch ein größeres Haus für Familie und Kinder leisten zu können. "Es ist eine vorübergehende Wohnlösung für Leute, die es sich derzeit nicht leisten können, ein Haus zu kaufen." Derzeit befindet sich gerade das erste Modellhaus im Bau - und dies soll erst der Anfang sein. Man suche bereits nach einem passenden Stück Land im Umkreis von Sydney, um hier die erste Siedlung von Selbstbauhäusern zu konstruieren. Fraglich bleibt jedoch, ob die Grundstückspreise in der Gegend der Selbstbau-Siedlung nicht eventuell doch einen Strich durch die Rechnung machen.


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