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Studie zweifelt Stuttgart 21 an

Von oben nach unten, um 90 Grad gedreht, Denkmalgeschütztes abreißen und den Neubau in den Schlossgarten. Was das sein soll? Der neue Stuttgarter Hauptbahnhof. Er ist hochumstritten bei der Bevölkerung - und nicht nur da: Eine neue Studie kommt zu verheerenden Ergebnissen.

Stuttgarts Hauptbahnhof soll für fünf Milliarden Euro unter die Erde. Stuttgart 21 (S 21) ist eines der teuersten Bahnprojekte Deutschlands - und das umstrittenste. Eine neue Studie, die dem stern vorliegt, gibt dem Protest gegen das Großprojekt nun neue Nahrung.

Die Züricher Firma SMA, die häufig mit der Bahn zusammen arbeitet, kommt darin zu dem Befund, dass durch S 21 "Infrastrukturengpässe" entstehen. "Konflikte zwischen Hauptbahnhof und Flughafen mit dem Regionalverkehr" stellen die Gutachter fest, das alles sei "nicht kompatibel mit den angenommenen Fernverkehrszügen in Stuttgart". So befürchten sie Fahrzeitverlängerungen. Außerdem monieren die Gutachter ein "hohes Stabilitätsrisiko", eine "knapp dimensionierte Infrastuktur" und stellen laut stern fest: "Gestaltung des Fahrplans nur in geringem Maße möglich".

Die knapp 60-seitige Studie wurde vor zwei Jahren vom baden-württembergischen Innenministerium in Auftrag gegeben - und ist seitdem unter Verschluss, nur zwei Dutzend Experten kennen ihre Ergebnisse. SMA ist eines der wenigen Ingenieurbüros weltweit, das die überaus komplexen Strukturen eines Fahrbetriebs exakt analysieren kann.

Die Mehrheit der Stuttgarter lehnt S 21 ohnehin ab, seit Monaten demonstrieren jeden Montag Tausende gegen das Projekt, mit dessen Bauarbeiten gerade begonnen wurde. Am Samstag wird es eine große Demonstration in Stuttgart gegen S 21 geben.

Fast verzweifelt fragen die Gutacher in der Studie ihren Auftraggeber: "Letztes Wort bezüglich Infrastruktur-Dimensionierung gesprochen? Letztes Wort bezüglich Konzeption S-Bahn gesprochen?"

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