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Immobilienpreise gehen durch die Decke

In Zeiten von Mini-Zinsen investieren viele Deutsche ins "Beton-Gold": Vor allem in den Großstädten sind die Eigenheimpreise explodiert. Dennoch sehen Experten im Unterschied zum Ausland keine Blase.

  In deutschen Großstädten steigen die Eigenheimpreise rasant

In deutschen Großstädten steigen die Eigenheimpreise rasant

Die Preise für Eigentumswohnungen in Deutschland sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen: 2011 mussten Käufer im Schnitt 10,5 Prozent mehr zahlen als acht Jahre zuvor, wie eine Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln ergab.

Spitzenreiter bei den Metropolen war demnach Berlin mit einem Plus von 39 Prozent. Ebenfalls deutliche Steigerungen gab es in Hamburg mit plus 31 Prozent und München mit plus 23 Prozent. Etwas geringer war der Anstieg in Frankfurt mit plus 14 Prozent und in Köln mit plus neun Prozent. Am teuersten ist München - dort kostet eine Eigentumswohnung im Durchschnitt gut 4200 Euro pro Quadratmeter. Dahinter folgen Hamburg (3100 Euro) und Frankfurt (2900 Euro), deutlich günstiger ist Berlin mit 2200 Euro im Schnitt.

Mieten halten Schritt

Docht trotz der Flucht der Deutschen ins "Betongold", die von den rekordniedrigen Zinsen und die Schuldenkrise noch begünstigt wird, droht nach Ansicht der Experten keine Überhitzung am Immobilienmarkt. Zeichen für eine Blase wären laut IW, wenn die Kaufpreise über längere Zeit schneller steigen als die Mieten. Dies sei mit Ausnahme von München und Hamburg aber nicht der Fall, die Entwicklung der Mieten halte im Allgemeinen Schritt. In beiden Großstädte hätten die Kaufpreise zwar stärker zugelegt, aber im internationalen Vergleich noch maßvoll.

"Seit 2010 liegen die Preissteigerungen mit bis zu 4,5 Prozent sogar deutlich über der Inflationsrate", sagte IW-Chef Michael Hüther. Im vorigen Jahr habe es den größten Anstieg gegeben.

Ohne Kredite keine schlimme Blase

Gegen eine Blase spreche auch, dass die Kredite zum Kauf einer Wohnung trotz historisch niedriger Zinsen nur minimal gestiegen seien. Zudem stünde die traditionelle Finanzierung in Deutschland mit einem hohen Eigenkapitalanteil einer Überhitzung entgegen. Damit würde ein Preisverfall - ganz anders als 2007/08 in den USA, Spanien und Irland - auch keine allzu große Gefahr für die gesamte Wirtschaft.

Unter den Großstädten habe Berlin allerdings eine Ausnahmestellung: Denn in der Hauptstadt habe sich die Zahl der zum Verkauf stehenden Objekte seit 2007 um 60 Prozent erhöht. In Hamburg, München, Köln und Frankfurt hingegen sank sie - in diesen Städten spiegeln höhere Preise damit auch das knappere Angebot wieder. Für Berlin machen die IW-Forscher eine leichte Überhitzungstendenz aus, da etwa die sogenannte Wiederverkaufsrate von Immobilien gestiegen ist.

fw/Reuters/AFP/DPA/DPA/Reuters
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