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Warme Sommerluft macht den Keller feucht

Wer im Sommer seinen modrig riechenden Keller lange lüftet, hofft zwar auf eine Verbesserung, hat aber wahrscheinlich genau das Falsche gemacht. Wenn warme Sommerluft auf kalte Kellerwände trifft, freut sich nur der Schimmelpilz.

Viele Hausbesitzer lassen nach dem langen Winter warme Frühlingsluft in die Keller strömen. So versuchen sie, den etwas modrigen Geruch zu vertreiben und die Räume zu erwärmen. Was im übrigen Haus durchaus sinnvoll ist, hat jedoch im kühlen Untergeschoss fatale Folgen. Statt frischer Luft und Wärme bringt das Lüften dort feuchte Wände mit sich, erläutert die Arbeitsgemeinschaft Umweltfreundliches Bauprodukt (AUB). Denn Feuchtigkeit und Schimmel im Keller entstehen durch falsches Lüften, vor allem im Sommer.

Fatale Sommerkondensation

In der warmen Jahreszeit führt die von der Sonne aufgewärmte Luft besonders viel Feuchtigkeit mit sich und trifft auf Wände, die durch das umgebende Erdreich relativ kalt sind. Beim Kontakt mit der Wand kühlt die Warmluft ebenfalls ab und kann dann nicht mehr so viel Wasser tragen. Sie muss also Feuchtigkeit abgeben, der Dampf kondensiert auf der Oberfläche. Die Fachleute nennen dies Sommerkondensation.

Die Wände nehmen dieses Wasser auf und das verschlechtert die Wärmedämmung. Bei der Verdunstung des Wassers entsteht Verdunstungskälte, die zu einer Abkühlung im Raum führt. Statt angenehmer frischer Sommerluft herrscht dann im Keller feuchte Kälte. Ein idealer Nährboden für Schimmelpilze.

Falsch: Ständige Kipplüftung

Abhilfe kann durch vernünftiges Lüften geschaffen werden. Das ist immer abhängig von der Außentemperatur. Grundsätzlich sollten die Fenster nur geöffnet werden, wenn draußen möglichst niedrigere Temperaturen herrschen als innen, also im Sommer in der Regel früh morgens oder am Abend, rät AUB-Geschäftsführer Hans Peters. Falsch ist eine permanente Kipplüftung. Dadurch würde zu viel Warmluft einströmen und sich an den kühleren Wänden niederschlagen.

Kühlere Sommertage können genutzt werden, um mehrmals täglich für 10 bis 15 Minuten durchzulüften. Auch wenn im Keller Wäsche gewaschen und gebügelt wird, ist mehrmaliges Lüften notwendig. Am besten kurz und kräftig. Wichtig ist, dass Möbel wie große Schränke und Regale nicht unmittelbar an die Kellerwand gestellt werden. Sonst kann die Raumluft nicht ausreichend zirkulieren. Um Schimmel zu vermeiden, sollte man auch im Winter den Keller niemals völlig auskühlen lassen und die Räume täglich kurz lüften. Dann holt die kühle Außenluft die Feuchtigkeit aus den Räumen und der Schimmel bekommt keine Chance.

Ausführliche Informationen über das Schimmelproblem enthält der Ratgeber "Feuchtigkeit und Schimmelpilz" der Verbraucherzentralen. Die Broschüre gibt Verhaltenstipps zum richtigen Lüften und Heizen und erläutert, wie man mit einfachen Mitteln Haus und Wohnung schimmelfrei machen kann. Der Ratgeber umfasst 104 Seiten, kostet 5,80 Euro und kann im Internet (vzbv.ratgeber.de) bestellt werden.

Reiner Fischer/DDP/DDP
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