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US-Studenten müssen zur Online-Sex-Beichte

Wie häufig hattest Du Sex unter Alkoholeinfluß? So intime Fragen zu ihrem Sexleben müssen US-Studenten beantworten, wenn sie an der University of Southern California (USC) studieren wollen. Wer sich weigert, fliegt raus.

  Privatsphäre gibt es für die Studenten an der University of Southern California nicht.

Privatsphäre gibt es für die Studenten an der University of Southern California nicht.

Lustig ist das Studentenleben, sang man im 19. Jahrhundert. Heute ist es erst mal peinlich. Wie viele Universitäten in den USA fühlt sich auch die University of Southern California (USC) für das Sex-Leben ihrer Schützlinge verantwortlich. In Deutschland kann man die Idee kaum verstehen, aber in den USA üben die Hochschulen eine Art eigener Mini-Gerichtsbarkeit auf ihrem Campus aus – auf dem die meisten Studenten auch leben und feiern. Im Bemühen Vergewaltigungen und alkoholbedingte Party-Exzesse zu verhindern, ist man bei einem Pflicht-Vorbereitungskurs in Kalifornien deutlich über das Ziel hinausgeschossen.


Detaillierte und intime Fragen zum Sex-Leben

Unter der Überschrift "Bitte, sag uns etwas über Dich selbst" wollte die Uni von ihren Studenten Folgendes wissen:

"Wie häufig hattest Du Sex in den letzten drei Monaten (Oral inbegriffen)?

"Wenn Du Sex in den letzten drei Monaten hattest, wie häufig hast Du ein Kondom benutzt?"

"Wenn Du Sex in den letzten drei Monaten hattest, wie häufig hast Du dabei Alkohol getrunken?"

"Wenn Du Sex in den letzten drei Monaten hattest, wie häufig hast Du dabei Drogen genommen?" 

Mit dem eigenen Sex-Leben nicht genug, auch die erotischen Eskapaden des Freundeskreises sind von großem Interesse: "Was schätzt du, wie viel Prozent Deiner Bekannten hatten im letzten Monat Sex (Oral inbegriffen?)" Immerhin gab es keine  Fragen zum Sexleben von Eltern und Familie.  Eine Verweigerung der Antworten ist nicht möglich, es sei denn, man will dort nicht studieren. "Dieser Test ist verpflichtend, und Sie müssen ihn bis 9. Februar 2016 abgeschlossen haben", heißt es in der Begleitmail. Sonst ruhe das Aufnahmeverfahren.

Wahrheitsgemäße Antworten sind Pflicht. Lügen bei derartigen Auskünften führen gemeinhin zur Exmatrikulation. Es handelt sich auch nicht um eine anonyme Umfrage, sondern um einen Test, dessen Ergebnisse einem Studenten zugeordnet sind. Es ist zudem vollkommen unklar, wer später Zugang zu diesen intimen Daten hat.

Auch wenn sich Studenten über die super-intimen Fragen im Netz beschweren, ist sich die Uni sicher: "Wir glauben, dass du Spaß an dieser Herausforderung hast und dass dieses Training sich mit unser Überzeugung deckt, dass sich Studenten um Studenten sorgen. Es ist ein innovativer und ermutigender Online-Kurs, gemacht von Studenten für Studenten."

Weitere Fragen sind eher harmlos

Die weiteren Fragen sind weit weniger verstörend, als der Teil mit der Sex-Beichte. Meist geht es darum, vor den Gefahren von Party-Exzessen zu warnen und zu trainieren, was die Formel "im gegenseitigen Einvernehmen" im Sex-Leben bedeutet. Anstoß wurde dort nur an einem Beispiel genommen. In einem Videoclip hatte ein stark angetrunkenes Paar Sex. Gemäß dem Credo, dass Betrunkene kein Einverständnis abgeben können, wurde das erwartungsgemäß kritisiert. Die Schuld wurde aber allein bei dem ebenfalls betrunkenen Mann verortet.

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