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Nach Klinik- wollen auch niedergelassene Ärzte streiken

Die Fronten zwischen Klinikärzten und den Ländern sind verhärtet; obwohl die ganze Woche über Klinken in 39 Städten bestreikt werden, gibt es keinen neuen Verhandlungstermin. Nun drohen auch die niedergelassenen Ärzte mit baldigem Streik.

Mit einer zentralen Demonstration in Münster und weiteren Streiks wollen die Ärzte an Universitätskliniken und Landeskrankenhäusern heute ihren Arbeitskampf fortsetzen. Es soll in vielen Kliniken nur eine Notversorgung geben. Die Kliniken kritisieren die Aktionen und beklagen Einnahmeverluste in Millionenhöhe. In Stuttgart beraten derweil die Ärztegewerkschaft Marburger Bund und Vertreter des baden-württembergischen Finanzministeriums miteinander. Unterdessen kündigten die niedergelassen Ärzte ebenfalls flächendeckende Praxisschließungen über Wochen an. Auch sie protestieren gegen die ihrer Ansicht nach zu geringe Entlohnung.

Die Uniklinik-Ärzte hatten am Montag die größte Streikwelle seit Beginn ihres Ausstandes vor mehr als zwei Monaten anrollen lassen. Statt nur an einzelnen Tagen, wollen die Mediziner nun während der ganzen Woche in den Ausstand treten. Zur Demonstration in Münster werden der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe und der Chef des Marburger Bundes, Frank-Ulrich Montgomery, erwartet.

Kein Kompromiss in Sicht

Am Montag legten nach Angaben des Marburger Bundes rund 12 300 Mediziner 39 Kliniken weitgehend lahm. In dem Tarifstreit ist noch kein Kompromiss in Sicht. Ein neuer Verhandlungstermin wurde seit dem Scheitern der Spitzengespräche am vergangenen Freitag bislang nicht vereinbart. Die Uniklinik-Ärzte fordern 30 Prozent mehr Lohn und bessere Arbeitsbedingungen.

Nach den Klinik-Ärzten wollen nun auch die niedergelassenen Ärzte ihre Proteste gegen die ihrer Ansicht nach zu geringen Entlohnung ausweiten: "Wir lassen uns die Ignoranz der Politik nicht länger gefallen", sagte der Vorsitzende des NAV-Virchow-Bundes, Maximillian Zollner, der "Berliner Zeitung". "Wir planen, Arztpraxen in den verschiedenen Regionen Deutschlands wochenweise komplett zu schließen". Es werde dann nur noch eine Notfallversorgung geben. "Die Politik sollte sich nicht täuschen. Wir können mit diesen Aktionen schnell starten", kündigte Zollner an. "Wir haben es satt, ein Drittel unserer Leistungen nicht bezahlt zu bekommen."

Zollner rechnet mit deutlich höheren Krankenkassenbeiträgen: "An höheren Krankenkassenbeiträgen führt kein Weg vorbei. Anders lassen sich die Defizite kaum beseitigen", sagte er. "Viele Krankenkassen werden nicht umhin kommen, ihre Sätze deutlich anzuheben." Das gesetzliche System brauche auf absehbare Zeit über 16 Milliarden Euro pro Jahr mehr. "Das entspricht rechnerisch Beitragserhöhungen von 1,6 Prozentpunkten", sagte Zollner.

DPA/DPA

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