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Wie Sie Streit mit der Arbeitsagentur vermeiden

Wer sich nicht an bestimmte Fristen hält, Termine versäumt oder Absprachen missachtet, kann mit Sperrzeiten belegt werden. Worauf Arbeitslose dabei achten sollten.

  Wer sich nicht rechtzeitig arbeitslos meldet, riskiert eine Sperrung

Wer sich nicht rechtzeitig arbeitslos meldet, riskiert eine Sperrung

Wer sich nicht an die gesetzten engen Fristen zur Arbeitslosmeldung hält oder versäumt, sich aus eigenem Antrieb um eine neue Tätigkeit zu bemühen, kann mit Sperrzeiten durch die Agentur für Arbeit belegt werden. Und das ist finanziell nicht unerheblich. Denn während der Sperrzeit wird kein Arbeitslosengeld gezahlt. Gleichzeitig verkürzt sich die Dauer des Anspruchs auf Arbeitslosengeld. In dieser Zeit zahlt die Behörde auch keine Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung ein.

Mit diesen Sperrzeiten "bestraft" die Agentur für Arbeit Arbeitssuchende für Versäumnisse oder nicht eingehaltene Termine und Absprachen. Schon zu Beginn der Arbeitslosigkeit können Sperrzeiten drohen: Wer aus Trotz über seine Kündigung schon vor Ablauf der Kündigungsfrist zu Hause bleibt und so seine Arbeitslosigkeit unnötig früh beginnen lässt, startet die Arbeitslosigkeit gleich mit einer Sperrzeit noch bevor er den ersten Euro Arbeitslosengeld erhalten hat. Insofern lohnt es sich auch bei einer unangenehmen Trennung vom Arbeitgeber, bis zum letzten Tag im Betrieb zu bleiben.

Doch wer alle Termine und Fristen einhält und zeigt, dass er sich aktiv aus eigener Kraft um eine neue Tätigkeit bewirbt, hat keine Sperrzeiten zu befürchten. Dazu gehört auch, dass Urlaube - im Regelfall bis zu drei, in Ausnahmefällen bis zu sechs Wochen - rechtzeitig angemeldet werden. Hier lesen Sie die, auf was Sie am meisten achten müssen.

Wann müssen Sie sich arbeitslos melden?

Nur für denjenigen, der sich fristgerecht bei der Agentur für Arbeit arbeitslos meldet, kann auch schnell eine neue Tätigkeit gesucht werden. Auch wenn der Arbeitgeber - bei Auslaufen eines Zeitvertrages - die Möglichkeit einer Weiterbeschäftigung in Aussicht stellt oder der Arbeitnehmer gegen die Kündigung klagt, muss die Agentur für Arbeit von der Arbeitslosigkeit informiert werden.

Sollten Sie selbst kündigen?

Nur wer eine neue Anstellung gefunden hat, sollte selbst kündigen. Drängt der Arbeitgeber auf eine Beendigung des Arbeitsverhältnisses, sollten Sie immer darauf achten, gekündigt zu werden oder im Aufhebungsvertrag ausdrücklich festzuschreiben, dass andernfalls eine betriebsbedingte Kündigung unvermeidbar gewesen wäre. Denn wer den Verlust seines Arbeitsplatzes mitzuverantworten hat, wird durch Sperrzeiten bestraft - und die kann bis zu zwölf Wochen dauern, in denen kein Arbeitslosengeld gezahlt wird.

Wie weisen Sie die Jobsuche nach?

Die Agentur für Arbeit hilft bei der Suche nach einer neuen Tätigkeit, entbindet den Arbeitslosen aber nicht von seiner Eigenverantwortung. Der Arbeitslose ist verpflichtet, die in der Eingliederungsvereinbarung festgelegten Aktivitäten, z.B. die Stellenangebote in Tages- und Lokalzeitungen nach passenden Jobs zu durchsuchen, in Online-Jobbörsen nach offenen Stellen zu fahnden und Initiativbewerbungen zu versenden, seinem Berater nachzuweisen.

Eingangsschreiben der Unternehmen, Einladungen zu Vorstellungsgesprächen oder auch schriftliche Absagen dienen als Beleg für die Bemühungen. Wer nicht beweisen kann, dass er sich aktiv um eine Beendigung seiner Arbeitslosigkeit bemüht, kann mit einer Sperrzeit von zwei Wochen bestraft werden.

Sind Kurse und Weiterbildungen Pflicht?

Bewilligt die Arbeitsagentur Aus- und Fortbildungskurse als Weiterqualifikation, ist die Teilnahme an diesen Kursen Pflicht. Schließlich zahlt die Agentur für Arbeit diese Kurse in der Hoffnung, damit die Chancen des Arbeitslosen auf eine neue, dauerhafte Tätigkeit zu erhöhen. Wer bei den Kursen nicht erscheint oder die Weiterbildungsmaßnahme abbricht, wird bei der ersten Verfehlung mit einer Sperrzeit von drei Wochen belegt. Wiederholt sich derartiges, beträgt die Sperrzeit sechs und bei weiteren Verfehlungen zwölf Wochen.

Müssen Sie sich an Termine halten?

Wer nicht in der Lage ist, seine Termine bei der Agentur für Arbeit einzuhalten oder versäumt sich rechtzeitig krank zu melden, muss mit einer Sperrzeit rechnen. Ebenso wenn Vorstellungsgespräche ohne wichtigen Grund abgesagt werden oder der Bewerber bei den Unternehmen nicht erscheint. Die Dauer der Sperrzeit beträgt dann eine Woche.

Wie können Sie sich wehren?

Natürlich sind Sie den Entscheidungen der Agentur für Arbeit nicht willenlos ausgeliefert. Jedem Arbeitslosen, der den Bescheid über eine Sperrfrist bekommt, wird auch die Chance zu einer Stellungnahme gegeben - und die sollten Sie nutzen. Bei der Agentur für Arbeit erhalten Sie entsprechende Vordrucke für Stellungnahmen, die Sie selbst ausfüllen beziehungsweise die zutreffenden aufgelisteten Gründe ankreuzen können.

Wichtige Gründe können vor allem Krankheit, die Betreuung minderjähriger Kinder oder auch eine drohende gesundheitliche Beeinträchtigung durch den angebotenen Job sein. Ist Ihre Stellungnahme ohne Erfolg und die Sperrzeit bleibt bestehen, können Sie gegen diese Entscheidung der Agentur für Arbeit Widerspruch einlegen.

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