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5. September 2008, 16:19 Uhr

Schlechte Chancen für Geringqualifizierte

Wer schlecht ausgebildet und arbeitslos ist, hat in Deutschland schlechte Chancen, einen Job zu finden. Und zwar wesentliche schlechtere Chancen als in anderen Ländern der Europäischen Union. Nur in zwei anderen Länder sind die Aussichten noch schlechter als hier.

In Deutschland ist die Arbeitslosigkeit unter Geringqualifizierten besonders hoch© Jörg Sarbach/AP

Bei den beruflichen Chancen für Geringqualifizierte liegt Deutschland im EU-Vergleich weit zurück. Im Jahr 2007 waren durchschnittlich 17,7 Prozent der 25- bis 64-jährigen Erwerbspersonen mit einfachem Bildungsniveau (höchstens Realschulabschluss ohne Berufsausbildung) arbeitslos, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte.

Im Vergleich der 25 EU-Staaten liegt Deutschland bei den Berufschancen für Geringqualifizierte auf dem drittletzten Platz. Nur in Tschechien (19,1) und der Slowakei (41,5 Prozent) sieht es für Geringqualifizierte noch finsterer aus. Im EU-Durchschnitt waren lediglich 9,2 Prozent dieser Menschen arbeitslos. Laut diesen Zahlen schützt Bildung also eindeutig vor Arbeitslosigkeit: "Die Abhängigkeit des Erwerbslosigkeitsrisikos vom erreichten Bildungsniveau zeigt sich durchgängig in allen Mitgliedstaaten der EU", schrieben die Statistiker.

Die Arbeitslosenquote bei den Menschen mit Hochschul- und Fachhochschulabschluss oder einer höheren berufsfachlichen Ausbildung lag in Deutschland bei lediglich 3,7 Prozent - und damit nur knapp über dem EU-Durchschnitt von 3,6 Prozent. Die Erwerbslosenquote bei mittlerem Bildungsabschluss, also mit Berufsausbildung oder Abitur ohne Studium, lag hier zu Lande bei 8,2 Prozent (EU-Durchschnitt: 6,0 Prozent).

Die Daten sind Ergebnisse einer europäischen Arbeitskräfteerhebung. Danach gelten Personen im Alter von 15 bis 74 Jahren als erwerbslos, die derzeit keiner bezahlten oder selbstständigen Tätigkeit nachgehen, obwohl sie aktiv nach einer solchen Tätigkeit suchen.

AP
 
 
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