Startseite

Abfindungen werden voll versteuert

Bisher wurde Arbeitgebern das Hinauskomplimentieren aus einem Job gerne mit einer satten Abfindung versüßt. Daran ändert sich zwar nichts - wohl aber daran, wie viel Vater Staat davon übrig lässt.

Von Ulf Weigelt

Abfindungen dienen häufig dazu, aufwändige, risikoreiche und langwierige Rechtsstreitigkeiten mit unliebsamen Arbeitnehmern zu vermeiden. Während es früher nur für das höhere Management diese Zahlungen gab, sind Abfindungen heute ein weit verbreitetes Mittel im Arbeitsrecht - so sehr, dass die neue Bundesregierung im Rahmen ihrer Bemühungen um Subventionsabbau jüngst die Steuerfreiheit von Abfindungszahlungen strich. Geregelt wurde dies im Gesetz zum Einstieg in ein steuerliches Sofortprogramm vom 22. Dezember 2005.

Seit Januar 2006 greift die Steuer zu

Seit dem 1. Januar dieses Jahres sind deshalb die bislang geltenden Steuerfreibeträge für Abfindungen komplett entfallen. Die Zahlungen sind nun in ihrer vollen Höhe Arbeitseinkommen. Der Arbeitnehmer muss sie deshalb voll versteuern. Es spielt dabei wie auch in der Vergangenheit keine Rolle, ob der Arbeitgeber die Abfindungszahlung anbot oder ob der Arbeitnehmer sie im Rahmen eines arbeitsgerichtlichen Verfahrens von seinem Chef einforderte. Die alten Regeln sahen eine Steuerfreiheit innerhalb bestimmter Freibeträge vor. Es bestand ein Grundfreibetrag in Höhe von 7200 Euro, der je nach Dauer der Betriebszugehörigkeit und Alter anstieg. So erhielten Arbeitnehmer ab 50 und mindestens 15 Jahren Betriebszugehörigkeit einen Freibetrag von 9000 Euro, ab 55 und 20 Jahren sogar von 11.000 Euro.

Wer eine Abfindung bis Ende 2005 vereinbart hat, die aber erst in diesem oder dem nächsten Jahr ausgezahlt wird, für den gilt noch die alte vorteilhaftere Regelung. Entscheidend ist nämlich nicht das Ende des Arbeitsverhältnisses. Die gesamte Abfindung muss in einem einzigen steuerlichen Veranlagungszeitraum ausgezahlt werden, damit die Vergünstigung greift.

An der Höhe der Abfindungen ändert sich nichts

Weiter gilt die alte Regelung auch für diejenigen, die sich vor Jahresfrist in einem Kündigungsschutzverfahren befanden, das noch nicht entschieden ist. Die Klage muss allerdings zeitlich so entschieden werden oder die Parteien müssen sich zeitlich so einigen, dass die Abfindung dem Arbeitnehmer noch bis zum 31. Dezember 2007 zufließen kann.

An der Höhe der Abfindungen hat sich allerdings nichts geändert. Sie ist weiter frei verhandelbar. Die Rechtspraxis geht von der Faustregel "pro Beschäftigungsjahr ein halbes Monatsgehalt" aus, in verschiedenen Branchen auch weniger. Zahlungen wie Weihnachts- und Urlaubsgeld, Zulagen, Sachbezüge jeder Art gehen in dieses Mo-natsgehalt ein, indem sie auf zwölf Monate umgerechnet werden.

Abfindung muss "für Verlust des Arbeitsplatzes" gewährt werden

Beachtenswert bleibt weiterhin - unabhängig von der Streichung der Freibeträge - die Ausgestaltung der Abfindungsvereinbarung. Während die Arbeitsagentur in der Regel bei arbeitsgerichtlichen Vergleichen die Abfindung nicht auf das Arbeitslosengeld anrechnet, droht diese bei Aufhebungsverträgen mit Abfindung unter Umständen doch. Deshalb darf der Arbeitgeber die Abfindung auf keinen Fall "für geleistete Dienste" oder ähnliches gewähren, sondern ausdrücklich für den Verlust des Arbeitsplatzes. Ebenso ist die Kündigungsfrist zu beachten und bei dem Abschluss eines Aufhebungsvertrages die mögliche Sperrzeit.

Der Sachbuchautor Ulf Weigelt ist Fachanwalt für Arbeitsrecht in der Kanzlei Weigelt & Ziegler in Berlin-Prenzlauer Berg.

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Was tun gegen ständige Lärmbelästigung in der Straße durch Lokal
Hallo, was kann man dagegen unternehmen wenn jedes Wochenende eine große Afterwork Studenten Party in dem Tanzlokal nebenan stattfindet. Es findet jedes mal eine massive Ruhestörung vor. Es geht meistens von 23:00 bis 03:00 Morgens. Unsere Lebensqualität ist momentan arg eingeschränkt. Wir wussten schon als wir hierher gezogen sind das es ab und zu etwas lauter sein kann. Aber das es jetzt solche extremen Ausmaße nimmt konnten wir nicht ahnen. Bei der Polizei ist dieses Party/Lokal wegen Ruhestörung bekannt. Nur leider unternimmt niemand etwas dagegen. Wir wohnen jetzt 5 Jahre in der Wohnung neben dem Lokal. Aber wir sind jetzt am überlegen deshalb nächstes Jahr wenn es finanziell möglich ist umzuziehen. Was kann man solange tun? Fenster im Sommer geschlossen halten ist unzumutbar. Beschweren beim Lokal Besitzer sowie bei der örtlichen Stadt die sowas genehmigt bringt auch nichts. Wenn es heißt war um wir dort hin gezogen sind, leider ist Heilbronn momentan eine reine Studentenstadt , das heißt als wir hierher gezogen sind waren damals nicht viele für uns preiswerte Wohnungen verfügbar, außerdem wurden damals schon sehr viele Wohnung nur an Studenten vermietet. Das heißt , uns ist nichts anderes übrig geblieben die günstigste Wohnung zu nehmen. Wie oben beschrieben hatten wir kein Problem damit das ab und an eine Veranstaltung stattfindet. Nur , es findet jetzt jedes Wochenende etwas sehr lautstarkes statt.
Ionisiertes Wasser oder Osmosewasser ?
Klar
Liebe Sternchen Community. Vor kurzem war ich bei einem Arzt und er hatte Azidose bzw. eine latente Übersäuerung festgestellt. Daraufhin habe ich viel recherchiert und einige Bücher gelesen. Erst bin ich auf die basische Ernährung gestoßen, die sehr effektiv sein soll, allerdings auch schwierig immer im Alltag zu praktizieren ist. Dann habe ich zufällig einen guten Bericht über ionisiertes Wasser bzw. basisches Wasser gefunden und mir auch ein Buch gekauft, "trink dich basisch" und "jungbrunnenwasser" da wird sehr positiv davon gesprochen. Insbesondere soll es auch das stärkste Antioxidanz sein mit Wasserstoff. Außerdem soll es den Körper basischer und Wiederstandsfähiger machen. Darmmileu und Blutmileu werden günstig beinflusst, heißt es. Sogar Haarausfall soll verhindert werden, weil die Hauptursache davon ist wohl Mineralienmangel, wegen Übersäuerung (pH Wert im Blut und Körper), weniger wegen der Genetik. Und noch einige weitere Vorteile hat es wohl, wie Obst und Gemüse wieder zu erfrischen. Und der Kaffee und Tee schmeckt wohl besser. Und noch einiges mehr.. Stimmt das? Allerdings habe ich "ionisiertes Wasser" gegoogled und bin auf einige Berichte gestoßen, die negativ davon sprechen. Meistens scheinen es Umkehrosmose Wasser Verkäufer zu sein, die so schlecht davon schreiben. Ich habe mal gehört Umkehrosmosewasser ist schädlich, weil es die Osteoporose verstärkt. Einige nennen es auch Osteoporosewasser, weil es wie destilliertes Wasser keine Mineralien mehr hat und deshalb Mineralien aus dem Körper zieht. Also ist es bestimmt nicht gut Osmosewasser zu trinken. Ich würde gerne mal ionisiertes Wasser probieren. Naja, aber hat jetzt jemand echte Erfahrung damit gemacht? Hat wer so einen "Wasserionisierer" zu Hause? Welches Wasser trinkt Ihr? Würde mich interessieren, weil die schon recht teuer sind. Aber vielleicht kaufe ich mir einen mit Ratenzahlung, wenn ich mir sicher bin. Im Moment braucht es etwas Aufklärung... Bitte nur seriöse Kommentare. Liebe Grüße KLAR

Partner-Tools