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Zehn Formulierungen im Arbeitszeugnis, die nicht nett gemeint sind

Die Arbeit wurde zur "vollen Zufriedenheit" ausgeführt und der Chef war ein "verständnisvoller Vorgesetzter" - ist das jetzt gut oder schlecht gemeint? "Finanztest" übersetzt gängige Formulierungen aus dem Arbeitszeugnis und erklärt deren wahre Bedeutung.

Arbeitszeugnis: Formulierungen prüfen

Arbeitszeugnisse haben einen Code - und den sollten Mitarbeiter kennen. Sonst gelten sie schnell als faul, lustlos oder unpünktlich.

Verstehen Sie Ihr Arbeitszeugnis? Wer nicht selbst in der Personalabteilung arbeitet, tut sich mit den Formulierungen in Arbeitszeugnissen schwer. Die Floskeln können direkt in Schulnoten übersetzt werden - und manch nett klingende Phrase stellt sich als Abwertung heraus. Und wer will schon als faul, tratschend oder unpünktlich gelten?

Arbeitszeugnis: Formulierungen prüfen

"Finanztest" hat die gängigsten Formulierung übersetzt. Was auch als Lob durchgehen könnte, ist leider häufig eine saftige Kritik an der Arbeitsweise. Zehn Beispielsätze, die zeigen, wie viel Kritik in einem Lob stecken kann:

1. "Sie zeigte stets Verständnis für ihre Arbeit" bedeutet leider: Sie war faul und hat nichts geleistet.

2. "Er war seinen Mitarbeitern jederzeit ein verständnisvoller Vorgesetzter" bedeutet: Er war nicht durchsetzungsfähig und besaß keine Autorität. Verständnisvoll steht hier eher für jämmerlich.

3. "Er arbeitete mit größter Genauigkeit" heißt so viel wie: Er war ein langsamer und unflexibler Erbsenzähler. 

4. "Er war stets bemüht, die Arbeiten zu unserer vollen Zufriedenheit zu erledigen" heißt so viel wie: Er war bemüht, aber seine Mühe blieb erfolglos.

Verhalten dem Chef gegenüber

5. "Sein Verhalten gegenüber Kollegen und Vorgesetzten war stets vorbildlich" heißt leider: Er hatte sehr wohl ein Problem mit seinen Vorgesetzten, denn der wird erst nach den Kollegen aufgezählt.

6. "Er hatte Gelegenheit, sich das notwendige Fachwissen anzueignen" bedeutet übersetzt: Er nutzte die Gelegenheit leider nicht. Offenbar wurde eine Offerte der Firma hier liegengelassen. 

7. "Sie ist mit Fleiß, Ehrlichkeit und Pünktlichkeit an ihre Aufgaben herangegangen" muss übersetzt werden, um den wahren Sinn dahinter zu erkennen. Und der ist leider wenig schmeichelhaft: Ihr fehlte schlicht die fachliche Qualifikation, daher wurde viel Zeit investiert, um diesen Makel zu überbrücken.

Tüchtig? Pflichtbewusst? Ganz schlecht!

8. "Sie erledige alle Aufgaben pflichtbewusst und ordnungsgemäß" heißt: Sie zeigte wenig Eigeninitiative und blieb eine graue Maus im Arbeitsalltag.

9. "Sie war tüchtig und wusste, sich gut zu verkaufen" ist klar als Abwertung zu verstehen, denn dahinter steckt: Sie war eine impertinente Wichtigtuerin. 

10. "Er war ein geschätzter Gesprächspartner" bedeutet: Er war ein Schwätzer, der gerne auch mal Privatgespräche im Dienst geführt hat. Oder sich über Stunden auf dem Gang verquatscht hat. 


Den gesamten Arbeitszeugnis-Check finden Sie im aktuellen Heft von "Finanztest" oder online unter www.test.de.

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