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So viele offene Stellen gab es noch nie

Gute Nachrichten vom Arbeitsmarkt: Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist weiter zurückgegangen, im April waren nur noch etwas mehr als drei Millionen Menschen ohne Job. Das sind 321.000 weniger als im Vorjahr. Darüber hinaus hat die Zahl der offenen Stellen ein Rekordniveau erreicht.

Der Frühjahrsaufschwung hat die Zahl der Arbeitslosen im April weiter kräftig sinken lassen. Im zu Ende gehenden Monat waren 3.078.000 Männer und Frauen ohne Arbeit - das sind 132.000 weniger als im März und 321.000 weniger als vor einem Jahr. Das teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag in Nürnberg mit. Die Arbeitslosenquote nahm um 0,3 Punkte auf 7,3 Prozent ab. Vor einem Jahr hatte sie bei 8,1 Prozent gelegen.

Nach Einschätzung von Allianz-Volkswirt Rolf Schneider dürfte bereits im Mai die Zahl der Erwerbslosen wieder unter die psychologisch wichtige Drei-Millionen-Marke sinken. Neben den im Frühjahr üblichen Saisoneffekten spüre der Arbeitsmarkt weiter die gute Auftragslage vieler Firmen. Der Aufschwung am Arbeitsmarkt werde vorerst weitergehen. "Allerdings wird die Dynamik etwas nachlassen", erwartet etwa der Deutsche Bank-Volkswirt Stephan Schneider.

Wie gut es derzeit deutschen Unternehmen geht, zeigt nach Einschätzung der Bundesagentur die wachsende Zahl der offenen Stellen. Diese sei im April auf ein Rekordniveau gestiegen, berichte die BA bei der Veröffentlichung ihres Stellenindex' BA-X. Der Indikator stieg im April um zwei auf 167 Punkte. "Der wirtschaftliche Aufschwung schlägt sich damit erneut in einem Plus der Kräftenachfrage nieder, die bereits auf hohem Niveau lag", betonte die Nürnberger Bundesbehörde. Allerdings habe sich das Wachstumstempo im Vergleich zum Jahresanfang 2011 etwas verlangsamt.

Die Risiken: Euro-Krise, Rohstoffpreise, Inflation

Dennoch dürfen nach Ansicht der Bankenvolkswirte die zahlreichen wirtschaftlichen Risiken nicht übersehen werden. Neben dem Krieg in Libyen und steigenden Öl- und Rohstoffpreisen schwebten steigende Inflation und die Eurokrise wie Damoklesschwerter über Konjunktur und Arbeitsmarkt, meinte etwa der HypoVereinsbank-Volkswirt Alexander Koch. So müsse verhindert werden, dass sich die Finanzkrise in den EU-Ländern Griechenland, Irland und Portugal zu einem "zweiten Lehman" entwickelt.

Die Gefahr, dass Lieferengpässe in Japan als Folge der verheerenden Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe schon bald zu Lasten deutscher Arbeitsplätze gehen könnten, hält Stephan Schneider von der Deutschen Bank für unwahrscheinlich. "Wenn man überlegt, dass die Firmen während der schweren Finanzkrise ihre Leute im Unternehmen gehalten haben, werden sie bei einem so temporären Problem wie Lieferengpässe aus Japan sicher keine Leute entlassen", meinte er. Nach Bundesagentur-Angaben hat deswegen bislang nur eine Handvoll Firmen Kurzarbeit bei den Arbeitsagenturen beantragt.

be/DPA/DPA
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