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Branchen mit Zukunft

Darf man noch auf seinen Traumberuf hoffen? Ja. Denn nicht überall ist Krise. Zehn Branchen und welche Chancen sie tatsächlich bieten.

Gesundheit

Im Bereich Gesundheit stehen die Jobchancen gut: Bei Ärzten, Apothekern und Pflegern herrscht Nachwuchsmangel. Und der wird sich in Zukunft noch verstärken, denn die Menschen werden immer älter. Schätzungen zufolge wird es bis 2050 einen Zuwachs von 3,5 Millionen Pflegebedürftigen geben. »Der Pflegenotstand, über den immer geredet wurde, ist inzwischen eingetreten«, sagt Christina Kaleve, Bundesvorsitzende des Deutschen Berufsverbands für Altenpflege (DBVA).

Bundesweit gibt es derzeit nach Schätzungen des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung (dip) rund 30.000 offene Stellen in der Altenpflege, 14.000 davon in Altenheimen, 16.000 in ambulanten Diensten. Gleichzeitig herrscht in den Pflegeberufen (inklusive der Krankenpfleger) mit einer Arbeitslosenquote von 2,8 Prozent fast Vollbeschäftigung. Wer eine Ausbildung zum Altenpfleger mache, so Kaleve, finde hinterher mit »hundertprozentiger Sicherheit« einen Job. Allerdings gibt jeder Fünfte den Beruf schon nach fünf Jahren wieder auf, schuld ist oft der hohe Zeitdruck durch die knappe Personaldecke in den Heimen und ambulanten Diensten. Kaleve: »Die Pfleger sind hoch motiviert, können aber ihrem eigenen Anspruch oft nicht gerecht werden.«

Auch der deutschen Ärzteschaft mangelt es an Nachwuchs. »Schon jetzt entstehen bundesweit Versorgungsengpässe, vor allem in der Allgemeinmedizin, aber auch in anderen Fachbereichen«, sagt Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe, Präsident der Bundesärztekammer. In ländlichen Regionen können in Krankenhäusern viele Assistenzarztstellen nicht besetzt werden. Besonders betroffen sind die Bundesländer im Osten. Bereits ab 2004 rechnet Hoppe mit einem Rückgang in verschiedenen Facharztgruppen, zunächst bei Augenärzten und Radiologen, ab 2006 bei Allgemeinmedizinern, Frauenärzten und Kinderärzten, ab 2007 dann bei HNO-Ärzten, Urologen und Internisten und ab 2008 bei Chirurgen, Hautärzten und Orthopäden.

In den vergangenen sieben Jahren ist nach Angaben der Bundesärztekammer die Gesamtzahl der Medizinstudenten um rund elf Prozent gesunken, die der Absolventen sogar um über 20 Prozent. Auch die Anzahl der Ärzte im Praktikum ist rückläufig: Sie hat zwischen 1994 und 2000 um ein Viertel abgenommen, von über 22.000 auf 17.000. Jeder zehnte Mediziner verabschiedet sich nach seinem Studium ganz vom Patienten und arbeitet in medizinnahen Bereichen wie etwa im Krankenhaus-Management, klagt Hoppe.

Auch für Apotheker sind die Berufsaussichten »extrem günstig«, sagt Christiane Eckert-Lill von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA). Bundesweit gibt es derzeit rund 53.000 Apotheker, davon arbeiten rund 46.000 in der Apotheke an der nächsten Straßenecke, 5.500 in Industrie, Forschung und Verbänden und der Rest in Krankenhausapotheken. Rund ein Drittel sei 55 Jahre alt oder älter, sagt Eckert-Lill, und werde in den nächsten Jahren in Pension gehen. Eine vor einigen Jahren vom ABDA erstellte Bedarfsanalyse geht davon aus, dass der Arbeitsmarkt jährlich 2.500 frischgebackene Apotheker braucht, im Schnitt werden aber nur 1.800 Approbationen (Zulassungen) erteilt. »Und der Bedarf wird in den nächsten Jahren noch steigen«, sagt Eckert-Lill.

Viele Informationen zum Aufbau des Medizinstudiums und die Suchfunktion nach Universitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz, an denen man Medizin studieren kann, bietet med-on-web.de.

Die Suchmaschine des Altenpflege Krankenpflege Netzwerkes findet Informationen und Literaturtipps zum Berufsbild Altenpflege.

Asmus Hess

Handwerk

Mit 564.500 Lehrlingen ist das Handwerk nach wie vor der größte Ausbilder im Land. Es qualifiziert den Nachwuchs nicht nur für den eigenen Bedarf, sondern auch für andere Bereiche der Wirtschaft. »Dennoch schlägt die anhaltend schwache Konjunktur der Handwerkswirtschaft, vor allem im Bau- und Ausbaugewerbe und im Kfz-Handwerk, nun auch auf den Ausbildungsmarkt durch«, sagt Dieter Philipp, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks. Die Folge: Im vergangenen Jahr wurden rund 14.000 neue Lehrverträge weniger abgeschlossen - gegenüber dem Vorjahr ein Minus von 6,8

Prozent.

Schuld an dem Rückgang ist nicht nur die schwache Konjunktur, es fehlt auch an Bewerbern. Weil es immer weniger Schulabgänger gibt, blieben in den alten Bundesländern vor allem in Bayern und Baden-Württemberg zahlreiche Ausbildungsplätze unbesetzt. Über Lehrlingsmangel klagen beispielsweise Branchen wie das Metall- und das Nahrungsmittelhandwerk.

Anders sieht es im Osten Deutschlands aus: Weil in den neuen Bundesländern betriebliche Ausbildungsplätze fehlen, müssen Fördermaßnahmen, Sonderprogramme und Bund-Länder-Aktivitäten diesen Mangel ausgleichen. Gleichzeitig sind die Jugendlichen dort mobiler geworden. Viele von ihnen haben Ausbildungsplätze in Bayern, Niedersachsen und Baden-Württemberg gefunden.

»Um künftig mehr Jugendliche für eine ?Karriere mit Lehre' zu begeistern, hat die Handwerksorganisation eine umfassende Qualifizierungsoffensive gestartet«, sagt Philipp. Bestehende Ausbildungen werden an die Veränderungen des Marktes angepasst und neue Berufe wie zum Beispiel Fachkraft für Abwassertechnik geschaffen. Außerdem können die Lehrlinge bereits während der Ausbildung in fast allen Handwerksberufen Zusatzqualifikationen wie die Fachhochschulreife erwerben.

Eine bundesweite Kampagne unter dem Titel »Ausbildung und Qualifizierung im Handwerk« soll helfen, neue Interessenten fürs Handwerk zu finden. »Ziel ist es, vor allem leistungsstarke Abiturienten und Realschüler anzusprechen«, sagt Dieter Philipp. »Gerade solchen Jugendlichen kann das Handwerk interessante Aufstiegsperspektiven bieten - bis hin zum selbstständigen Unternehmer.« Mit seiner Initiative will das Handwerk einem Fachkräftemangel entgegenwirken, denn schon heute sind in einzelnen Branchen und Regionen rund 170.000 Stellen für Fachkräfte offen - neben mehr als 50.000 Stellen für Hilfskräfte. Sehr gute Aussichten haben Optiker, Zahntechniker und Bäcker. Die Chancen von Tischlern und vor allem von Maurern hängen stark von der Entwicklung in der Baubranche ab, die derzeit in der Krise steckt.

Für die Suche nach Ausbildungsplätzen in Handwerksberufen gibt es etliche Datenbanken im Internet. In der Regel haben die regionalen Handwerkskammern Suchmaschinen auf ihren Homepages eingerichtet. Eine Liste dieser Suchmaschinen findet man unter handwerk.de, dann auf »Auszubildende« und hinterher auf »Stellensuche im Internet« klicken.

Asmus Hess

Industrie und Handel

In der Industrie werden auch weiterhin Jobs durch Rationalisierung und Automatisierung wegfallen. Für Werner Dostal vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg gehören langfristig die »produktionsorientierten Tätigkeiten« zu den Verlierern. »Hier schlägt der Strukturwandel bis 2010 besonders kräftig durch und betrifft alle Teilbereiche wie Reparieren, Maschinen-Warten und Herstellung.« Nach Schätzungen Dostals wird sich die Zahl der Facharbeiter in der Industrie von 2,3 Prozent aller Erwerbstätigen im Jahr 1995 auf 1,7 Prozent in 2010 verringern. Dass in Berufen wie Maschinenschlosser und Kfz-Mechaniker die Arbeitslosigkeit dennoch zurückgeht, liegt daran, dass immer weniger junge Leute eine Ausbildung in diesem Beruf machen wollen.

Beschäftigungszuwächse gab es dagegen in den vergangenen Jahren bei Elektrogerätebauern, Elektroingenieuren und Maschinenbauingenieuren. Stephan Wimmers vom Deutschen Industrie und Handelskammertag (DIHK) geht davon aus, dass vor allem hochqualifizierte Jobs zu- und alle Tätigkeiten im Blaumann eher abnehmen. »Wir brauchen mehr Ingenieure«, prophezeit Wimmers. Weil sich die Industrie aber andererseits auf ihr Kerngeschäft konzentriere, würden Unternehmensteile wie EDV, Fuhrpark oder Werkssicherheit zunehmend an freie Dienstleister vergeben.

Beim Handel erwarten die Nürnberger Arbeitsmarktforscher im Gegensatz zu früher eine leichte Zunahme von Stellen. Allerdings rechnen sie damit, dass mehr als jeder Dritte nur Teilzeit arbeitet. Obwohl es der Branche in diesem Jahr ziemlich schlecht ging - vor allem in der Bekleidungsindustrie waren Umsatzrückgänge von zehn Prozent üblich -, sei der Handel auf lange Sicht hin sehr stabil, sagt Hella Lüth, DIHK-Referentin für Kaufmännische und Dienstleistungsberufe.

Auch das Internet konkurriert nur mit bestimmten Segmenten des Einzelhandels wie Büchern, Kosmetika oder CDs: Produkten, die der Kunde bereits kennt und vor dem Kauf nicht noch mal ansehen will. Die Zahl der Einzelhandelskaufleute kletterte zwar in den vergangenen fünf Jahren von 404.000 auf 414.000 Beschäftigte, dennoch bleiben sie mit einer Quote von 15 Prozent überdurchschnittlich von Arbeitslosigkeit betroffen. Bei den Industriekaufleuten sieht die Situation besser aus, von ihnen sind nur sieben Prozent arbeitslos.

Vom Export abhängig sind vor allem Außenhandelskaufleute, die Zahl ihrer Stellen ist in diesem Jahr wieder gesunken. Rückläufig ist auch die Zahl der Sekretärinnen in Deutschland - mit 95 Prozent immer noch fast eine reine Frauendomäne. Hatten vor fünf Jahren noch 429.000 Sekretärinnen Arbeit, waren es im vergangenen Jahr nur noch 343.000 - nahezu gleich geblieben ist dagegen die Arbeitslosenquote von zehn Prozent.

In einzelnen Sparten gehen die Nürnberger Arbeitsmarktforscher aber von einem kräftigen Anstieg bei Jobs im Handel bis 2010 aus. Bei den »Fachkräften im Handel mit begrenzten Führungsaufgaben« erwarten sie einen spürbaren Anstieg. Waren vor sieben Jahren 5,2 Prozent aller Erwerbstätigen in diesem Berufsfeld beschäftigt, werden es 2010 schon 6,8 Prozent sein.

Literaturtipps:

»Berufsplanung für Ingenieure« von Klaus Henning und Joerg E. Staufenbiel; Staufenbiel, 424 S., 15 Euro.

»Berufs- und Studienführer für Ingenieure« von Angelika Fuchs, Heike Schnack Friedrichsen und Nelli Siegmann; Westerwelle, 414 S., 17,38 Euro.

Markus Grill

Informationstechnik

»Jung, mach was Anständiges: Studier Informatik!« Wer diesen Rat vor Jahren berherzigte, konnte sicher sein, von der Uni weg in gut dotierte Posten bei Großunternehmen oder aufsteigenden New-Economy-Firmen geworben zu werden.

Und heute? Auch die Boombranche Informationstechnologie ist nicht verschont geblieben von Umsatzeinbrüchen, Entlassungen und Insolvenzen. Nach zweistelligen Zuwachsraten bis zur Jahrtausendwende stagnierten die Beschäftigtenzahlen im Bereich Informationstechnik im vergangenen Jahr nahezu - bei einem minimalen Plus von 0,2 Prozent. Allzu optimistische Prognosen, nach denen sich bereits im Verlauf dieses Jahres die Auftragsbücher wieder füllen sollten, wurden zur Jahresmitte korrigiert. Also Finger weg vom Studium im IT-Bereich? Bloß nicht! Denn Fachkräfte sind nach wie vor gefragt. Schon für 2003 rechnen Experten mit dem lang erwarteten Aufschwung, vor allem durch wachsende Nachfrage im Bereich Software- und IT-Dienstleistungen. Und der Bericht 2002 »Informationsgesellschaft Deutschland« der Bundesregierung sieht »einen zunehmenden Bedarf an hochqualifizierten Arbeitnehmern nicht nur bei Anbietern von Informations- und Kommunikationstechnologien und -dienstleistungen, sondern auch in traditionellen Branchen«.

Dabei wird eine gute Ausbildung immer wichtiger. Waren bislang noch rund zwei Drittel Quereinsteiger, haben künftig vor allem hoch- qualifizierte Hochschulabsolventen Chancen auf einen Job. »Ob das Diplom von einer FH, einer Berufsakademie oder einer Uni stammt, ist egal«, sagt Stephan Pfisterer, Referent für Bildung und Personal beim Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und Neue Medien (Bitkom). »Vielleicht haben Absolventen nicht mehr die Auswahl zwischen 20 Angeboten, sondern nur noch zwischen drei bis vier Stellen. Aber die Bedingungen sind nach wie vor sehr gut.« Sein Tipp: Aus den mittlerweile über 1.000 Angeboten von Bioinformatik bis Mechantronik die eher praxisbezogenen Studienrichtungen auswählen und betriebswirtschaftliche Grundkenntnisse erwerben.

Wer es ganz praktisch mag und nicht studieren möchte, der hat seit fünf Jahren außerdem die Möglichkeit, einen von mittlerweile zehn Ausbildungsberufen der IT-Branche zu erlernen. Pfisterer sieht auch hier gute Perspektiven. Rund 70.000 Ausbildungsplätze, beispielsweise zum Informatikkaufmann, IT-Systemkaufmann, zum Mediengestalter oder Film-und Video-Editor gibt es zurzeit in Deutschland, Tendenz: steigend. Auffallend ist bei den neuen IT-Berufen der nach wie vor geringe Frauenanteil von 14 Prozent. An der Uni sieht es auch nicht besser aus. Also sollte es wohl häufiger heißen: »Mädel, mach was Anständiges: Studier Informatik!«

IT-Berufe.de bietet Wissenswertes zu IT-Berufen sowie ein kleiner Eignungstest als Entscheidungshilfe. Außerdem 500 Kurzporträts von IT-Studiengängen und jede Menge Info-Links zu den Karrierewegen.

Statistiken und aktuelle Informationen aus der Welt der Informationstechnologie bieten die Seiten des Bundesverbands.

Literaturtipps:

»Career Engineering. Wie Sie in IT- und Ingenieurberufen Karriere machen« von Horst G. Kaltenbach; Vieweg, 168 S., 19,90 Euro.

»IT-Berufe machen Karriere« von Hans Borch, und Hans Weißmann; Bertelsmann, 159 S., 16,50 Euro.

»Karriere in der IT- Branche« von Peter Littig; Eichborn, 197 S., 15,90 Euro.

»Berufsplanung für den IT-Nachwuchs« von Eva Balster, Birgit Giesen und Joerg. E. Staufenbiel (Hrsg.); Staufenbiel, 320 S., 15 Euro.

Inga Olfen

Kunst und Kultur

Nicht ohne Grund heißt es »brotlose Kunst«: Sich als Künstler so durchzusetzen - gleich in welcher Sparte -, dass es für den Lebensunterhalt reicht, das gelingt nur wenigen. Und wenn, wie zurzeit, die Kassen leer sind, wird zuerst im Bereich Kunst, Kultur und Bildung gespart.

Hans Wilhelm Sotrop, selbst Maler und zugleich Vorsitzender und Sprecher des Bundesverbands Bildender Künstlerinnen und Künstler: »Seit vielen Jahren ist nur ein sehr geringer Prozentsatz ausgebildeter Künstler am Markt erfolgreich, die Einkommenssituation ist nur bei sehr wenigen Spitzenkünstlern befriedigend.«

Trotzdem, so Sotrop, wird sich niemand aus rationalen Gründen wie etwa schlechten Zukunftsaussichten davon abbringen lassen, Kunst zu studieren. »Der Zugang zu diesem Beruf ist ein emotionaler: Viele Künstlerinnen und Künstler wollen sich über ihre Arbeit verwirklichen und nehmen dafür auch ein geringes Einkommen in Kauf.« Dennoch ist Sotrop froh, dass sich keines seiner Kinder für die Kunst als Beruf entschieden hat.

Auch Rolf Bolwin, Direktor des Deutschen Bühnenvereins, empfiehlt, es nur nach gründlichen Überlegungen in seiner Branche zu versuchen: »Theaterberufe sind weiterhin nur etwas für künstlerisch Begabte und Interessierte, die bereit sind, für eine erfüllende Tätigkeit auf viele Privilegien der ?normalen' Arbeitswelt zu verzichten, allem voran auf geregelte Arbeitszeiten.«

Trotzdem gibt es auch im Bereich Theater nach wie vor sichere, gut bezahlte Arbeitsplätze - allerdings nur für einen Teil der Arbeitnehmer. »In den großen Staatstheatern, die überwiegend durch die Länder finanziert werden, sind die Bedingungen relativ gut und stabil«, sagt Wolfgang Paul, Landesfachgruppenleiter Darstellende Kunst bei Ver.di. »Bei den Stadt- und Privattheatern aber, die durch die Kommunen finanziert werden, wird es immer enger.«

Insgesamt sind an den deutschen Bühnen in den letzten Jahren 6.000 bis 7.000 Arbeitsplätze verloren gegangen, im künstlerischen wie im nichtkünstlerischen Bereich. In guten Jahren gab es knapp 50.000 Stellen, mittlerweile sind es weniger als 40.000. Und noch etwas gibt Wolfgang Paul von Ver.di denjenigen, die es zum Theater drängt, zu bedenken: »Immer weniger Leute werden fest beschäftigt, darum müssen sie flexibel und bereit sein, sich permanent einen neuen Arbeitsplatz suchen, bundesweit.«

Auf der Seite des Bundesverbandes Deutscher Theater (Arbeitgeberverband) findet man u.a.unter dem Punkt »Berufe am Theater« Informationen zu etwa 100 Berufen. Außerdem: eine Literaturliste mit kurzen Kommentaren und umfangreiche Adressen- und Link-Listen.

Die Seite der NCC Cultur Concept GmbH, Gemeinnützige Gesellschaft zur Förderung der Kultur, ist wegen der umfangreichen Link-Sammlung, die u.a. Adressen zu den Bereichen Kunstmarkt, darstellende Kunst, Buchmarkt, Kulturwirtschaft und Verbände bietet, empfehlenswert.

Die Künstlersozialkasse bietet Zahlen zur wirtschaftlichen Situation von Künstlern.

Literaturtipps:

»Berufe am Theater« vom Deutschen Bühnenverein. Die kostenlose Broschüre wird gerade überarbeitet und kommt im Herbst neu heraus. Knapp und informativ werden rund vierzig Berufe am Theater vorgestellt, und zwar unter den Aspekten Berufsbild, Voraussetzungen, Ausbildung und Adressen.

»Lust auf Kultur. Karrierewege in ein Berufsfeld mit Zukunft« von Birgit Mandel, Bildung und Wissen Verlag, 240 S., 14,80 Euro.

»Traumberuf Künstler Kreativität leben - finanzielle Sicherheit« von Olaf Zimmermann und Gabriele Schulz, Bildung und Wissen Verlag, 171 S. , 14,80 Euro.

Susanne Kohl

Management und Finanzen

»Deutschland ist overbanked«, sagt Jens Jungbauer, 39, Ausbildungsdirektor bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Im Vergleich zu anderen Ländern gebe es hier zu viele Banken und zu viele Filialen. Unter dem Druck der Aktionäre müssten die börsennotierten Banken jedoch in den nächsten Jahren deutlich Personal abbauen. Nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) kletterte die Zahl der in Deutschland beschäftigten Bankfachleute, Analysten und Broker seit 1996 um fünf Prozent; ihre Arbeitslosenquote sank von 2,8 auf 2,2 Prozent.

Noch schneller ist die Zahl der Unternehmensberater gewachsen. Allein Marktführer McKinsey verdreifachte seit 1999 seinen Umsatz und stellte jährlich 200 bis 300 neue Berater aus allen Studiengängen ein; die Zahl der in Deutschland beschäftigten Unternehmensberater, Controller und Key-Account-Manager stieg in den vergangenen fünf Jahren von 61.000 auf 94.000. Doch auch bei McKinsey geht man davon aus, »dass die Zeiten schneller Expansion erst mal zu Ende sind«.

Jobwachstum, glaubt LBBW-Direktor Jungbauer, werde es nur noch vereinzelt geben. »Wenn Firmen Kosten sparen wollen, haben Controller natürlich bessere Chancen als etwa Marketing-Leute.« In Zeiten, in denen ohnehin kaum jemand mehr in Aktien investieren mag, würden eher Analysten und Broker eingespart, Chancen gebe es dagegen für Key-Account-Manager, damit Unternehmen sich noch intensiver um ihre sehr guten Kunden kümmern könnten.

Wenig erfreulich sind die Aussichten für Versicherungen, die ebenfalls unter den Einbrüchen im Aktiengeschäft leiden - auch wenn die Zahl der Versicherungskaufleute in den vergangenen fünf Jahren leicht anstieg und die Arbeitslosenquote noch bei niedrigen 4,4 Prozent verharrt. Gute Perspektiven hatten zuletzt Juristen. Die Zahl der Anwälte, Notare und Justiziare kletterte in Deutschland von 20.000 im Jahr 1996 auf 28.000 in 2001. Die Arbeitslosenquote unter Juristen sank in der gleichen Zeit von 25 auf 17 Prozent, die der Betriebswirte von 30 auf 24 Prozent. Bei den Steuerberatern blieb die Arbeitslosenquote mit etwa fünf Prozent unverändert, während die Beschäftigtenzahl um zwölf Prozent zunahm. Nimmt man die Management- und Beratungsberufe insgesamt - mit Ausnahme der Banken -, prognostiziert Werner Dostal vom IAB eine »massive Zunahme« bis 2010.

Grundsätzlich rät Banker Jungbauer aber auch für die Finanzbranche zu antizyklischem Denken: »Wenn junge Leute sich überlegen, welches Fach sie studieren oder welche Ausbildung sie machen, sollten sie sich nicht vom heutigen Arbeitsmarkt leiten lassen. Am Ende des Studiums, 2007 oder 2008, sieht es vielleicht schon wieder ganz anders aus. Aus meiner Erfahrung würde ich eher dazu raten, nicht in jene Berufe zu gehen, die momentan boomen.«

Literaturtipps:

»Wirtschaft studieren« von Joerg E. Staufenbiel, Susanne Heimburger und Thomas Friedenberger; Staufenbiel, 440 S., 15 Euro.

»Berufs- und Studienführer für Juristen« von Angelika Fuchs, Heike Schnack Friedrichsen und Nelli Siegmann; Westerwelle, 208 S., 17,38 Euro.

Markus Grill

Medien und Multimedia

Keine Frage: Der lange erfolgsverwöhnten Medienbranche geht es zurzeit gar nicht gut. Die Buchverlage klagen, die großen Zeitungs- und Zeitschriftenverlage leiden unter dem Einbruch der Werbeeinnahmen. Bei den Tageszeitungen gingen im vergangenen Jahr die Erlöse aus dem Anzeigengeschäft erstmals seit den fünfziger Jahren dramatisch zurück, und zwar um 14 Prozent. Und am Ende von 2002 wird die Bilanz wohl noch trauriger sein: Titel wurden eingestellt, Mitarbeiter entlassen.

Noch kritischer sieht es im Bereich Internet aus: Konnte in den Hochzeiten der New Economy jeder in Crash-Kursen geschulte Quereinsteiger eine gut bezahlte Stelle als Webdesigner bekommen, finden heute selbst qualifizierte Kräfte nur schwer einen Job. »Zurzeit ist die Arbeitsmarktlage, vorsichtig formuliert, sehr angespannt«, sagt Dierk Ladendorff, Projektleiter beim ServiceDigitaleArbeit in Hamburg. »Das gilt für Print ebenso wie für die audiovisuellen Medien, den Werbesektor und für den gesamten Internetbereich, der besonders hart betroffen ist. Bis wieder verstärkt Neueinstellungen vorgenommen werden, wird es wohl noch zwölf bis 18 Monate dauern.«

Trotzdem will Ladendorff nicht grundsätzlich vom Einstieg in die Medien abraten: »Berufsanfänger, die große Neigung und Motivation empfinden, in die Medienbranche zu gehen, sollten sich von der momentanen Situation nicht entmutigen lassen. Gerade in Zeiten wie diesen kann sich antizyklisches Handeln bewähren. Das heißt: Auch in Zeiten von Rezession ist es sinnvoll, sich weiterzubilden oder an seiner Ausbildung zu arbeiten. Der Markt wird sich wieder stabilisieren.«

Eine Hoffnung, die Annette Hillebrand, Leiterin der Akademie für Publizistik, teilt. Sie rät allen, die es in den Journalismus drängt, zunächst zu studieren. Während der Studienzeit sollte man viele Praktika machen, um den Berufswunsch zu überprüfen, Erfahrungen bei Medien zu sammeln und Kontakte zu den Redaktionen zu knüpfen. Hillebrand: »Bei der Wahl des Studienfachs sollte man sich nicht von taktischen Erwägungen leiten lassen, sondern von echtem Interesse. Entscheidend für die Redaktionen ist weniger, was jemand studiert hat, als vielmehr, ob er an der Uni gelernt hat, zu denken, zu strukturieren, zu analysieren. Und selbstverständlich wird heute ein Abschluss erwartet.«

Das Bildungsportal des Bildungswerk Medien e.V. ist eine sehr informative Seite, die nicht nur in einem umfangreichen Glossar Berufe in der IT-Branche und im Medienbereich vorstellt, sondern auch ausführlich über Bildungsangebote (mit Schwerpunkt Hamburg; von Studium über Weiterbildung bis Umschulung) informiert. Hinzu kommt eine gute Adressen- und Linksammlung, und im Bereich »News« gibt es thematisch sortierte Meldungen aus der Branche.

»AIM« steht für das KoordinationsCentrum für Ausbildung in Medienberufen, »MIA« für Medien-Informations-Archiv, ein seit 1997 entwickelter Informations- und Beratungsdienst für Medienschaffende und Nachwuchskräfte. Die optisch zunächst etwas unübersichtlichen Seite bietet Infos zu einzelnen Berufsbildern in der Medienbranche, Zugangsvoraussetzungen und Ausbildungsangebote. AIM, angesiedelt in Köln und gefördert durch das Land NRW, bietet u.a. Orientierungsveranstaltungen zu Themen wie »Einstiegswege in das Berufsfeld Multimedia« an. Registrierte Besucher können zusätzlich in der Jobbörse nach Stellen oder Praktikumsplätzen suchen. Die Linksammlung umfasst mehr als 200, nach Themen geordnete Internet-Adressen.

Literaturtipps

»Medien und IT-Berufe. Alle Berufsbilder und Ausbildungsmöglichkeiten in Medien- und IT-Berufen für Hamburg von A-Z« herausgegeben vom ServiceDigitaleArbeit im Bildungswerk Medien e.V. Auch wenn sich die 172-seitige Broschüre auf Ausbildungsmöglichkeiten in Hamburg beschränkt, ist sie dennoch wegen der knapp gehaltenen Darstellung der einzelnen Berufe und wegen des überregionalen Adressenteils interessant. Gegen Rückporto zu bestellen bei: ServiceDigitaleArbeit, Nordkanalstraße 58, 20097 Hamburg.

»Traumberufe in den Medien« von Sylvia Kunert; Redline Wirtschaft, 240 S., 15,90 Euro.

»Intern-Jobs. Karriere mit Internet und Multimedia« von Svenja Hofert; Eichborn, 182 S., 15,90 Euro.

Weil gerade im Medienbereich Informationen schnell überholt sind und ständig neue Berufsbilder entstehen, an dieser Stelle noch der Hinweis auf zwei Bücher, die im November erscheinen:

»Berufsziel Medienbranche: Wirtschaftsjournalismus« und »Berufsfelder in den Printmedien«; beide Titel erscheinen im Bildung und Wissen Verlag, 200 - 220 S., 9,80 Euro.

»DMMV-Gehaltsspiegel«; Zum vierten Mal haben der Deutsche Multimedia Verband (dmmv) und der HighText Verlag die Gehaltsstrukturen der New-Media-Branche analysiert. Untersucht wurden die Gehälter aus 24 verschiedenen in Tätigkeitsfeldern der Multimedia-Branche. Man kann den Gehaltsspiegel für 12,80 Euro im Internet bestellen.

Susanne Kohl

Öffentlicher Dienst

Mit der Vorhersage des Soziologen Max Weber, dass die Bürokratie sich krakenhaft ausbreiten werde, scheint es endgültig vorbei. In Zeiten knapper Bundes- und Gemeindekassen baut auch der öffentliche Dienst Stellen ab. Gerd Stuhlmann von der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di fasst die Entwicklung der nächsten Jahre zusammen: »Weil die Gesellschaft immer älter wird, gibt es in den Gesundheits- und Sozialdiensten einen Zuwachs. In allen anderen Bereichen geht die Beschäftigung zurück.«

Gute Aussichten prophezeit Peter Heesen, 54, Vorsitzender des Philologenverbandes, den Lehrern. »In den kommenden Jahren wird es wieder mehr Einstellungen geben. Schon heute haben wir weniger Lehramtsstudenten, als wir Lehrer brauchen werden.« Den größten Mangel sieht er bei Mathe-, Informatik- und Naturwissenschaftslehrern. Aber auch in Englisch und Deutsch zeichneten sich Engpässe ab. Sehr gute Chancen hätten außerdem Berufsschullehrer.

Allerdings würden künftig immer weniger Lehrer als Beamte und mehr als Angestellte verpflichtet. Gewerkschafter Stuhlmann glaubt, dass die Kommunen Geld sparen, indem sie weniger Leute einsetzen oder Arbeit verstärkt auslagern.

Müllarbeiter, Friedhofsgärtner oder Sozialarbeiter zum Beispiel könnten ihren Job künftig auch als Selbstständige ausüben. Noch größere Veränderungen gibt es bei den Berufsfeuerwehrleuten. Ihre Zahl schrumpfte von 14.500 1996 auf 12.000 im vergangenen Jahr. Unter dem Sparzwang der Gemeinden wird die Berufsfeuerwehr wohl weiter abgebaut und die freiwillige Feuerwehr verstärkt.

Die Zahl der Soldaten hängt weiterhin vom Haushalt des Verteidigungsministeriums ab. Einen Bedarf sieht Bundeswehr-Personalreferent Roland Obersteg vor allem bei technischen Berufen wie Systembeauftragten oder Kommunikationselektronikern. Die meisten der 27.000 Leute, die die Bundeswehr jährlich einstellt, haben eine Berufsausbildung vom Koch über den Kfz-Gesellen bis zum IT-Ingenieur. Leute ohne Berufsausbildung machen nur zwölf Prozent der Neueinstellungen aus.

Einen starken Zuwachs verzeichneten in den vergangenen fünf Jahren Sozialpädagogen. Ihre Zahl kletterte bundesweit um knapp 20 Prozent, während die Arbeitslosenquote konstant bei knapp sieben Prozent blieb. Die Zahl der Kindergärtnerinnen und Erzieherinnen (ein Beruf, der zu 97 Prozent von Frauen ausgeübt wird) blieb dagegen in den vergangenen fünf Jahren relativ konstant, ebenso die erhöhte Arbeitslosigkeit in diesen Berufen von zwölf Prozent.

Markus Grill

Tourismus, Freizeit, Sport

»Eine Ausbildung in Hotellerie und Gastronomie ist die beste Versicherung gegen Arbeitslosigkeit«, sagt Ingrid Hartges, vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband. Der Hotelfachmann sei einer der begehrtesten Ausbildungsberufe überhaupt, und wer sich ausbilden ließe, habe hinterher auch einen Job - wenn er mobil sei. Wer nicht von Berlin nach Freiburg ziehen mag, muss auf die nächste Anstellung möglicherweise länger warten. Zukunft hat auch der Fachmann für Systemgastronomie, so Hartges.

Ketten wie »McDonalds«, »Mövenpick« und »Nordsee« machen schon jetzt 20 Prozent des gastronomischen Umsatzes in Deutschland aus, Tendenz steigend. Eine Ausbildung für diese Sparte gibt es erst seit 1998, noch immer sind von 3.000 Plätzen etliche frei.

Der Traumjob der Branche ist nach wie vor Hoteldirektor, die Konkurrenz dementsprechend groß. Ein Hochschulabsolvent ohne Hotelerfahrung hat kaum Chancen auf eine Karriere in einem Fünf-Sterne-Hotel. Hartges über den typischen Weg: »Eine Ausbildung als Hotelfachmann oder -kaufmann, Koch oder Restaurantfachmann, dann zwei, drei Jahre im Ausland arbeiten und Sprachen lernen, anschließend die Ausbildung zum staatlich geprüften Betriebswirt auf einer Hotelfachschule. Der Rest ergibt sich über gute Zeugnisse und Beziehungen.«

Anders sieht es zurzeit im Tourismus aus. Die Branche erlebt ein Nachfragetief, die Menschen zögern, ihren Urlaub zu planen. Das liegt nicht nur an der Angst, die bei vielen nach den Ereignissen des 11. September 2001 immer noch herrscht, sondern auch am fehlenden Geld. »Aber die World Tourism Organization und andere Experten prophezeien eine Belebung der Reisekonjunktur spätestens für den Anfang des kommenden Jahres«, sagt Klaus Laepple, Präsident des Deutschen Reisebüro und Reiseveranstalter Verbands (DRV). Wer sich also jetzt für den Tourismus entscheidet, sollte später beste Aussichten auf dem Arbeitsmarkt haben. Eine gute Grundlage ist eine Ausbildung zum Reiseverkehrskaufmann, auch für den Einstieg ins mittlere Management von Touristikkonzernen. Neue Tätigkeitsfelder eröffnen die Buchungsmöglichkeiten über Internet und Call-Center. Allerdings herrscht ein Süd-Nord-Gefälle, berichtet Laepple: In den Ballungsräumen Rhein/Main, Stuttgart und München werden qualifizierte Reiseverkehrskaufleute gesucht, während Ausbildungs- und Arbeitsplätze im Norden und Osten der Republik eher knapp sind.

Wer belastbar und kontaktfreudig ist, musisch und künstlerisch begabt, mehrere Sprachen und Sportarten beherrscht und vor einer Sechstagewoche von morgens früh bis abends spät nicht zurückschreckt, hat als Animateur beste Voraussetzungen. Ein festes Berufsbild mit geregelter Ausbildung gibt es nicht, Cluburlaub-Anbieter wählen geeignete Bewerber aus und schulen sie in mehrwöchigen Kursen. Reiseleiter sind meist freiberuflich tätig, entweder als Rund- und Studienreiseleiter - da erwarten die Veranstalter oft einen Hochschulabschluss - oder als Standortreiseleiter mit vorwiegend organisatorischen-technischen Aufgaben. Die Zahl der Interessenten übersteigt dabei weit die der Jobs.

Schwierig ist auch der Arbeitsmarkt für Profi-Fußballer: »Die Chancen für junge Talente, mal in der 1. oder 2. Bundesliga zu spielen, sind sehr gering, denn ?Arbeitsplätze' gibt es nur wenige, talentierte Jugendliche hingegen viele«, sagt Dieter Hoeneß, der Manager von Hertha BSC Berlin. »Es reicht nicht, brillant mit dem Ball umgehen zu können. Genauso wichtig ist die Physis, also Kraft, Ausdauer und vor allem Schnelligkeit.« Darüber hinaus müssten junge Spieler die Fähigkeit besitzen, taktische Systeme umzusetzen. »Und nicht zuletzt müssen Spieler auch den psychischen Anforderungen des Berufs gewachsen sein, mentale Stärke mitbringen, um dem ständigen Leistungsdruck standzuhalten.« Doch selbst wer alle Voraussetzungen erfüllt, hat es zurzeit besonders schwer. Weil den Vereinen durch neue Fernsehverträge in dieser Saison weniger Geld zur Verfügung steht als in den Jahren zuvor, bemühen sie sich, ihre Spielerkader zu verkleinern. Die Folge: Noch nie waren so viele Fußballprofis arbeitslos wie heute.

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband hat für alle sechs Ausbildungsberufe des Gastgewerbes eine Ausbildungsplatzbörse eingerichtet. Außerdem findet man hier unter den Rubriken »Ausbildung« und »Existenzgründer« ein außergewöhnlich reichhaltiges Angebot vom Branchenreport über Beschreibungen der Ausbildungsberufe und Adressen von Ausbildungsbetrieben und Hotelfachschulen bis hin zu vielen Tipps für Existenzgründungen.

Auf der Homepage des Deutschen Reisebüro- und Reiseveranstalter Verbands findet man unter »Bildung« eine »Datenbank Aus- und Fortbildung« die sämtliche Ausbildungsberufe der Branche und die dazugehörigen Ausbildungsorte auflistet.

Asmus Hess

Umwelt und Naturwissenschaft

Man muss nicht unbedingt Biologie studieren, um Taxifahrer zu werden - aber man kann. Nach Einschätzung der Zentralen Arbeitsvermittlung wird es auch in Zukunft nicht leicht sein, einen Job als normaler Diplombiologe zu finden. Zwei Drittel aller Absolventen landen laut Statistik in den Bereichen Schule, Hochschule und Forschung. Und da herrscht nahezu Einstellungsstopp.

Viele Erstsemester hoffen daher auf die Biotechnologie, andere auf den zunehmenden Bedarf an Umweltfachleuten bei Behörden und Betrieben. Diese Bereiche suchen in der Tat heute und wohl auch in Zukunft Mitarbeiter. Chancen auf einen Arbeitsplatz bei einem der momentan rund 365 Biotechnologie-Unternehmen in Deutschland haben vor allem hochspezialisierte Molekularbiologen, die sehr gut in Bio-Informatik sind. »Wer sich für diese Branche qualifizieren möchte, sollte möglichst während des Hauptstudiums zusätzlich IT oder Betriebswirtschaft belegen«, rät Matthias Ledig, Autor des »Deutschen Biotechnologie-Reports« der Beratergesellschaft Cap Gemini Ernst & Young.

Auch im Bereich Umweltschutz sind es weniger die Allgemeinbiologen, die sich auf einen sicheren Job freuen können. Der Bundesverband der Deutschen Industrie rät, nicht etwa Ökologie zu studieren, sondern das Thema in einen Studiengang zu integrieren. Ob »grüne Jobs« generell gute Perspektiven haben, ist umstritten. Das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung ermittelte 1999 in einer Studie, dass Integrierter Umweltschutz zwar zu einer Nachfrage nach höher qualifizierten Beschäftigten führe, nicht aber unbedingt das Beschäftigungsvolumen erhöhe.

»Einige Zig- bis Hunderttausende neue Arbeitsplätze« sieht hingegen der Geschäftsführende Vorstand des Bundesdeutschen Arbeitskreises für Umweltbewusstes Management, Maximilian Gege. Einen Markt gebe es vor allem für naturwissenschaftliche Kommunikationsfachleute. Durch die Unwetterkatastrophen dieses Sommers werde die Vorsorge immer wichtiger. Das dürfte Arbeitsplätze bei Kommunen und in der freien Wirtschaft schaffen.

Für Meteorologen und Geologen bleibt der Arbeitsmarkt begrenzt: Meteorologen arbeiten in erster Linie beim Deutschen Wetterdienst, an Flughäfen oder bei Fluggesellschaften. Und sie sind als Gutachter gefragt. Wie Geologen, die sich mit Grundwasser, Altbausanierung und Altlastenentsorgung beschäftigen - bei Versicherungen und im Consulting-Bereich. Richtig gute Aussichten haben dagegen Physiker: Die Zahl der Studienabsolventen ist seit Jahren rückläufig. Erste Stimmen warnen vor einem baldigen Physiker-Mangel.

Auf den Seiten von Wissenschaft-Online findet man umfangreiche Informations- und Stellenangebote für Naturwissenschaftler und Umweltberufe sowie Links und Infos aus der Fachpresse.

Literaturtipp

»Der Umweltstudienführer« von Gerhard de Haan, Irene Donning und Bernhard Schulte; UTB Verlag, 485 S., 14,90 Euro.

Ausführliche Beschreibung der rund 500 Umweltstudiengänge, getrennt nach Technik- und Ingenieurwissenschaften sowie Natur- und Sozialwissenschaften.

Inga Olfen

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